André Nendza Quartet feat. Thomas Heberer - Wild Open Rooms

09.10.2013 17:03 von jazz (Kommentare: 0)

 

CYM 08 (Crecycle Music)

Das Solo des Bassisten und Komponisten André Nendza in „Aero“ zählt neben den perlenden Pianoläufen von Hendrik Soll zu den dem Mainstream nahen Passagen in den aufregend dichten und komplexen Kompositionen dieser CD. Nendza und seine Mitmusiker malen mit Klangfarben flächige Sounds, von denen sich die Soli abheben – die aber auch als kollektive Kunst alleine stehen. Stilistisch bewegt sich das Quartett zwischen zeitgenössischem europäischem Jazz und Avantgarde, mit pulsierenden Metren, schwellender Intensität und harmonischen Reibungen. Die Kompositionen sind durchdacht in ihren Strukturen und der Dramaturgie, wirken aber nie kalt, sondern ausgesprochen emotional.

Fast vertrauten Klängen werden zerfasert, auseinander genommen und verdichten sich wieder wie etwa in dem bezeichnenden „Circulation“. Bemerkenswert sind die kurzen „transits“. Im vierten zeigt Nendza, was er an Klängen einem gestrichenen Kontrabass entlocken kann.

Das Schlagzeug von Christoph Hillmann treibt unaufdringlich voran, das Saxophon von Claudius Valk blubbert und schreit und immer wieder erhebt sich die Trompete von Thomas Heberer in die lichten Höhen eines stechend klaren High-Note-Spiel. Sonore Balladen-Linien sind in den Kompositionen ebenso zu finden, wie expressive überblasene Läufe. Eine solch dichte Musik ist in einem Quintett zu  realisieren, wenn sich alle auf gleichermaßen technisch und spirituell hohem Niveau finden. Und das ist bei Nendza, Valk, Hillmann, Soll und Heberer der Fall.

 

(km)

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