Barbara Dennerlein - In a silent mood

09.10.2013 17:04 von jazz (Kommentare: 0)

 

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„In a silent mood“ ist ein treffender Titel für diese Solo-CD der Organistin Barbara Dennerlein. Und „Reflections“ kennzeichnet die Stimmung: Verspielte Single-Note-Läufe auf dem Synthesizer spiegeln ein Piano vor, ganz dezent liegt ein Sound-Teppich unter den impressionistisch gefärbten und romantisch angehauchten Linien. Diese Reflexionen beschließen eine Einspielung, die ganz der meditativen Ruhe und Verinnerlichung der Künstlerin entsprechen – und die doch in Widerspruch zur Außenwirkung der Person stehen. Es ist keine traditionelle Hammond-Orgel, die Barbara Dennerlein mit den Händen und den Füßen bearbeitet, sondern ein technisches Kleinod, aus dem sich per Elektronik außergewöhnliche Klänge abrufen lassen.

Es ist, wie der Cover-Text sagt, ein endlos geflochtenes melodisches Band mit spannungsvoll wechselnden Stimmungen und erfüllter Ruhe in rastlose Zeit. Orgelpunkte mit lang anhaltendem oder in bestimmtem Ryhthmus wiederholtem Basston auf den Fußpedalen, über dem sich die Stimmen frei bewegen, wecken Assoziationen an fernöstliche Mystik oder sakrale Gebete. Treibender Swing ist selten. Perlende Pianoläufe über wellenförmig bewegten Sounds und orchestralen Klangfarben schon eher. Die Titel spiegeln eine Gemütslage wider, die sich in der Musik ausdrückt: „Home is where my heart is“, „Always remember“, oder „Lost friends“ – und eine insgeheime Widersprüchlichkeit, wenn etwa „Last Call“ ein insgesamt heiter swingendes Stück ist, „I miss You“ getragene Dramatik verheißt.

„In a silent mood“ ist eine CD, die beim wiederholten Anhören gewinnt. Dennoch: Manchmal – ihr Bild vor dem geistigen Auge – wünscht sich der Zuhörer, dass die virtuos spielende Künstlerin mit etwas wirklich Wildem und Aufrührendem herausplatzt.

 

(km)

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