Barrelhouse Jazzband - New Harlem Shout
09.10.2013 17:07 von jazz (Kommentare: 0)

FMS 2095
Wer traditionellen Jazz fernab jeglicher musealer Sentimentalität hören will, ist bei der Frankfurter Barrelhouse Jazzband bestens aufgehoben. Seit mehr als fünf Jahrzehnten pflegen hervorragende Musiker rund um den Klarinettisten und Saxophonisten Reimer von Essen die Tradition des alten Jazz, indem sie ihn mit zeitgenössischen Ideen aufbereiten, ohne zugleich den Ursprung zu verleugnen. Diese Gratwanderung gelingt der Barrelhouse Jazzband besser als den meisten Formationen dieser Stilrichtung.
Die Barrelhouse Jazzband – übrigens Ehrenbürger der Stadt New Orleans - verfügt nicht nur über intime und umfassende Kenntnisse der Jazzgeschichte, ihre Mitglieder sind zudem virtuose Instrumentalisten und spielen mit einem Feeling, das der Musik gerecht wird.
Die neue CD „New Harlem Shout“ belegt diese Fähigkeiten beeindruckend. Sie ist für mich die mitreißendste der bislang zahlreichen Einspielungen der Frankfurter Band. Dies belegen die verspielte und rhythmisch reizvolle Piano-Einleitung zu Ellingtons „Out South“, die harmonisch einfühlsame Stimmung, die dieFrontline mit Klarinette, Saxophon, Trompete und Posaune schafft, ohne den Ellington-Sound zu kopieren, die filigranen und traumhaft schönen, perlenden Gitarrenläufe, die kurzen, aber reizvollen Solo-Basslinien. Oder das rhythmisch zupackende „Jungle Drums“ mit seinen Soli sowie Ruf-Antwort-Spielen un d den typischen melodischen Trommelspiel. So entsteht ein Sound, der mit vollem Bigband-Klang geradezu aus dem brodelnden Jazzzentrum Harlem zu kommen scheint.
Drei Eigenkompositionen von Bandmitgliedern passen sich nahtlos in die eigenständigen Bearbeitungen der Kompositionen von Ellington, Bechet und James P. Johnson ein.
(km)


