Big Brazz Pack - Crime Time

09.10.2013 17:44 von jazz (Kommentare: 0)

 

Rodenstein records ROD 26

Chris Perschke´s Slide-O-Mania
Shark Race
Rodenstein-Records ROD 23

Schräge Harmonien, Sirenengeheul auf den Instrumenten, Alarmstimmung. Doch dannschälen sich plötzlich bekannte Melodien auf neue und ungewohnte Weise aus dem Chaos. It´s „Crime Time“ bei „Big Brazz Pack“, jener Formation mit dem satten Bläsersatz aus je vier Posaunen, Trompeten und Holzblasinstrumenten sowie einer exzellenten Rhythmusgruppe - und unter der Leitung des Posaunisten Chris Perschke, der gerade den Jazzpreis des Jazzclubs Rheinhessen gewonnen hat. 

Mit Crime Time präsentiert „Big Brazz Pack“ auf ihre Weise die Titelmelodien aus zehn Krimi-Serien von diesseits und jenseits des Ozeans – eigensinnig und erfrischend arrangiert von den Band-Mitgliedern Martin Schmitt, Chris Perschke und Jens Hunstein. „Kommissar Maigret“ tanzt im Musette-Walzertakt mit einem faszinierenden Bass-Solo, „Starsky & Hutch“ ermitteln funky und mit einem groovenden Schlagzeug-Ausflug, in das „Love Theme“ aus „Godfather“ ist ein perlender, latin-beeiflusster und leicht verschleppter Piano-Lauf eingebettet. Natürlich darf bei der Interpretation von Krimi-Themen auch die Hammond-Orgel nicht fehlen, die bei Big Brazz Pack vor allem im Thema von „Magnum“ brilliert. Und dass die Band nicht an Doldingers Ohrwurm vom „Tatort“ vorbeikommt ist Herausforderung und Glanzlicht zugleich. Wenn der Autor des PR-Textes zu Crime-Time fragt, warum die Stücke nicht schon immer so gespielt wurden, ist dies nicht ganz abwegig.

„Shark Race“ von Chris Perschke´s „Slide-O-Mania“ kann durchaus doppeldeutig übersetzt werden, denn die Musik ist zupackend wie ein Fisch der Rasse der Haie, läuft aber auch flott wie ein Wettrennen von Gaunern. Fünf Posaunisten mit dem Leiter der Formation an der Lead-Posaune und einer Rhythmusgruppe mit dem einfallsreichen Pianisten Ernst Seitz präsentieren ausgefeilte Satzarbeit mit raffinierten Klangfarben und groovenden Rhythmen. Mal melancholisch und lyrisch wie in in der Ballade „Bee Lee“, dann wieder attackierend mit Latin-Einflüssen wie in „Chili Kiss“, mit Sounds experimentierend wie in „Ground Control“ oder funky treibend wie im Titel-Stück „Shark Race“. „Slide-O-Mania“ bewegt sich zwar immer im Mainstream, aber doch mit der Fähigkeit, auch frei spielen zu können. Die Individualität der fünf Posaunisten und die stete Rückbesinnung auf das Piano als verbindendes Instrument sowie die solide Basis mit dem Bassisten Florian Werther und dem Schlagzeuger Florian Hermann machen den besonderen Reiz dieser Einspielung aus.

 

(km)

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