Bill Ramsey / Jean-Louis Rassinfosse - Send in the clowns
09.10.2013 17:29 von jazz (Kommentare: 0)

Swingland records 0004
Ein Jazzlexikon über Bill Ramsey: „Er hatte einigen Erfolg als Schlagersänger, ist aber im Grunde ein beachtlicher Jazz- bzw. Blues- und Folk-Sänger.“ Das ist gelinde gesagt eine Untertreibung. Bill Ramsey kann einfach singen. Seine themenangepasste Intonation, die stilsichere Phrasierung, das einfühlsame Timbre, der respektable Tonumfang und das präzise Time bestechen. Der in Deutschland lebende Amerikaner ist ebenso ein sensibler Balladensänger wie kraftvoller Bluesshouter und singender Scatter.
Duos sind intime Begegnungen, die schonungslos offen legen, wenn einer der Partner indisponiert oder gar unfähig ist. Und sie verlangen in dieser Kombination ein präzises Fortschreiten in Time. Die Duo-CD von Bill Ramsey und dem Bassisten Jean-Louis Rassinfosse belegt, dass sich zwei Künstler von Rang gefunden haben, die einfühlsam aufeinander eingehen.
Da ist die Stimme, die ausdrucksstark und modulationsfähig sich an die Texte anpasst, die rund und warm, ein wenig heiser, ausgereift und souverän interpretiert auf der einen Seite und ein Bass, der stets ebenso warm und swingend, flexibel und melodiös, mit reizvollen harmonischen Exkursen der Stimme ein ebenbürtiger Partner ist.
Bill Ramsey hat seiner Lebensgefährtin Petra viel zu verdanken. Die Freunde des Jazzgesangs verdanken ihr indessen nicht weniger: nämlich die vorliegende CD, die Ramsey auf ihre Initiative hin, sich zu einem Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk gemacht hat.
Das Titelstück „Send in the clowns“ mit der sanften Bass-Intro, der sensiblen Balladenstimmung ist jenseits von allem Kitsch anrührend. „Making Whoopee“, die Scat-Einleitung von „Just one of those things“ sowie das reine Doppel-Scat-Vocal „Jumping with Symphony Sid“ belegen die Bandbreite, der insgesamt 17 Song-Preziosen. Es bereitet Spaß und Entspannung, zuzuhören.
(km)


