Charles Davis & Captured Moments - Pathways

09.10.2013 18:54 von jazz (Kommentare: 0)

 

TSEE 408-0025

Die Flöte flirrt in „Blues for Saliba“, das der australische und am Bodensee lebende Flötist Charles Davis dem libanesischen Maler Saliba Douaihy gewidmet hat. Mal überblasen, mal in einem langen Lauf geradeaus voraneilend, treibt Davis den straight marschierenden Kontrabass, auf dem Steffen Hollenweger zwischendurch ein kurzes und harmonisch ausgefeiltes Solo vorlegt, sowie die perlenden Linien der Gitarre von Sven Götz in diesem Up-Tempo-Stück voran. Gleich darauf greift Davis zur Kontrabassflöte, ein Instrument, das eher percussiv, denn als Melodieinstrument eingesetzt wird, um mit überblasenen Harmonien, pfeifenden Lauten und Schleiftönen sowie in grummelndem Bass in „Flendrix“ dem Gitarristen Jimi Hendrix die Ehre zu erweisen. Im Allgemeinen jedoch herrscht auf der CD „Pathways“ kammermusikalische und getragene Stimmung vor – sanfte Lyrik und melodische Verspieltheit.

Charles Davis´ Vorliebe für indische Klassik sowie Balkan-Folklore ist in den Einspielungen der Gruppe „Enchala“ ebenso unüberhörbar und bestimmend wie in dieser neuen Aufnahme seines Trios „Captured Moments“. „Almost a Raga“ steht für die eine Ausrichtung, „Balkan Dance“ für die andere.  Die Flötentöne verschmelzen mit der Gitarre, auf der Götz die in „El Sheik“ Flamenco-Adaptionen mit arabischen Einflüssen anreichert. Davis bläst die Flöten zwar meist in ruhigen und langgezogenen Melodiebögen, setzt die Instrumente aber auch oftmals percussiv akzentuierend ein. Das Fundament liefert mit einer fast zu starken Zurückhaltung der Bass. 


Das Spiel des Flötisten ist ebenso unverwechselbar wie seine Kompositionen, die trotz der musikalischen Kontinuität über viele Jahre hinweg, immer wieder gefangen nehmen.

 

(km)

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