Chet Baker / Wolfgang Lackerschmid - Artists Favor

09.10.2013 18:58 von jazz (Kommentare: 0)

 

Hipjazz 004

Wie unaufgeregt spannend Jazz auch nach gut drei Jahrzehnten klingen kann, belegen die Aufnahmen aus der Zusammenarbeit des damals 50 und fast 60-jährigen Trompeters Chet Baker mit dem beim ersten Treffen noch jungen, gerade mal 23-jährigen, deutschen Vibraphonisten Wolfgang Lackerschmid. Die Zusammenstellung von Aufnahmen aus den Jahren 1979 und 1987 dokumentieren eine musikalische Seelenverwandtschaft der so ungleichen Musiker. Auf der einen Seite der typische fragile lyrisch-melancholische Ton des Trompetenspiels, auf der anderen der filigrane, gläserne und transparente Klang des Vibraphons. So entsteht eine Musik von zeitloser Ästhetik, relaxed, beseelt und stimmungsvoll. Sie vereint intellektuelle Logik und emotionale Tiefe. 
Wie groß Vertrauen und Respekt des Älteren in die Interaktionen des Jüngeren waren, belegt die Auswahl der Kompositionen, die bis auf zwei – darunter natürlich eine Version von „Softly, as in the morning sunrise“ – aus der Feder Lackerschmids stammen, „Dessert“ ist sogar eine Gemeinschaftsarbeit von Baker und Lackerschmid. 


Bei den Aufnahmen vom August 1987 sind neben anderen auch die Bassisten Günter Lenz und Rocky Knauer, bei einer Einspielung von 1979 der Gitarrist Larry Coryell, Bassist Buster Williams und Schlagzeuger Tony Williams zu hören. Die weiteren Aufnahmen aus diesem Jahr bestreiten der Trompeter und der Vibraphonist in leisen und traumhaft schönen, melodischen Duos, die die Seele einspinnen. „You don´t know what love is“ war eine spontane Aktion für den Soundcheck und erschien den Musikern so gelungen, dass es für die Veröffentlichung behalten wurde. Es waren, so Lackerschmid, die ersten Noten, die die beiden Musiker zusammen spielten. Ein Glück, dass es nicht dabei diesem Versuch geblieben ist.

 

(km)

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