Composer´s Voice - Wabi-Sabi

09.10.2013 16:41 von jazz (Kommentare: 0)

Nabel Drops 33

"Traumgestalten" heißt eine der Kompositionen, "Der Klang deiner Träume" eine andere. "Wabi sabi" ist der Titel der neuen CD des Mainzer Jazz-Quartetts "Composer´s Voice" – und all dies lässt Rückschlüsse auf die Musik zu, die Andreas Hertel, Komponist Leiter der Formation, Alexander Beierbach, Tenor- und Sopransaxophon, Uli Holz, Bass, sowie Jörg Fischer, Schlagzeug, spielen. Ein paar lyrische Saxophonlinien, einige Single-Note-Trauben, kurze hingeworfene Notenreihen – eine exotische Stimmung. So wird der Hörer mit der "Intro/Wabi-Sabi"in eine Musik eingeführt, die sich im weiteren Verlauf als eine intime und zugleich komplexe sowie intensiv-sinnliche, kammermusikalische und zeitgenössische Form aus der Bebop-Tradition entpuppt. Hertel wechselt im Spiel von romantischer Verklärtheit zu kraftvollem Drive, Beierbach bläst in den balladesken Themen ruhig und hymnisch, wirkt in schnelleren Themen nie aufgeregt, aber stets vital. Uli Holz zupft in einem längeren Solo in "Bassta" aufregende harmonische Verschränkungen, betont in der Begleitung den sonoren, knorrig-warmen Ton des Instruments. Schlagzeuger Jörg Fischer lässt sein Instrumentarium pulsieren und wissen, dass er auch im freien Jazz zu Hause ist - etwa in "Räume".

Die Stücke fließen in einem ständigen Wechsel von Tempi und Dynamik, überraschen mit immer neuen Klangfarben. Dieses Spiel mit Sounds bringt Spannung und Kurzweile. "Composer´s Voice" beweist mit "Wabi-Sabi" einmal mehr, dass es im Rahmen der Tradition einen originären schöpferischen und eigenständigen Ausdruck entwickelt hat – woran die Stimme des Komponisten, aber auch die Einfühlsamkeit der Musiker gleichermaßen Anteil haben.

(km)

Zurück