Daniel Messina Trio - Buenos Aires Affairs

09.10.2013 17:27 von jazz (Kommentare: 0)

 

Mulatina Records MR-3703

Man kann diese Einspielung durchaus als ein Liebes-Verhältnis zu Buenos Aires auffassen – jener Stadt in Südamerika, wo die Musik der Welt zusammenkommt. Und das musikalische Kind, das diesem Verhältnis entspringt, ist wiederum so liebenswert, dass man sich nicht von ihm trennen mag. Der aus Argentinien stammende und in Deutschland lebende Schlagzeuger Daniel Messina besitzt ein seltenes Geschick, lateinamerikanische Rhythmik und Folklore mit dem Swing des Jazz zu verbinden.

 

Wie schon auf „El sol sale“ lässt er auch auf seiner neuen CD „Buenos Aires Affairs“ die Becken unter zartem Besenstrich vibrieren, treibt mit dem Double-Bass-Spiel den Groove voran und nutzt die Fülle der Felle für rasende Trommelwirbel oder beinhartes Powerplay. Und dennoch wirkt das Solo-Spiel Messinas – wie in „La rabia“ - stets leicht, federnd, fast elegant und nie aufdringlich. Selbst schlicht wirkende und doch raffinierte Percussionsfiguren, wie in „El sueno del pipe“ nach dem kraftvollen Piano mit den verschleppenden Akkordgriffen beeindruckt. 
Thomas Rotter zupft dazu in „La rabia“ eine knochentrockene, durchlaufende Bass-Grundlinie, kann aber auch wie in „Tan solo un amor“ oder später in „La rabia“ zarte, lyrische Melodien auf den Saiten anreißen. 
Tonangebend in dem Trio ist jedoch neben Messina der dem Jazz am stärksten verbundene Pianist Ull Möck. Er hatte mit seinem unheimlich swingenden Spiel mit perlenden Läufen, sperrigen Gegenläufigkeiten und Akkordschichtungen schon auf seiner eigenen CD „Handling“ beeindruckt. Bei Messina spielt er diese Fähigkeiten voll aus – vom Hochgeschwindigkeitslauf bis zum hingetupften Single-Note-Spiel. Schließlich kommt in „La rabia“und in „El sueno del pipe“ Gustavo Battistessa mit seinem Bandoneon hinzu, um den Latin-Sound genretypisch abzurunden. 

Ob nun in lyrisch verspielten Stücken wie „De nuevo esa palabra“ mit den perlenden Piano-Läufen oder in schnellen und kraftvoll treibenden Kompositionen, das Trio-Spiel weist auf eine Seelenverwandtschaft der Musiker hin, die traumhafte Interaktionen erlaubt – und darauf, wie sehr der Komponist Messina sich in leichtfüßigen Rhythmen und eingängigen Melodien wohl fühlt.

 

(km)

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