Ensemble Chanchala - The Day the Swallows came
09.10.2013 18:07 von jazz (Kommentare: 0)

Klangräume 3085
Mit „Spirit of the house“ haben der Flötist Charles Davis und das Ensemble Chanchala einen Weg eingeschlagen, den sie nun mit „The Days the Swallows came“ konsequent fortsetzen. Die Verbindung des multiphonen Jazz mit der arabischen Rhythmik und den indischen Stimmungen. So beginnt die CD natürlich mit einer Raga und der Titel „Almost Raga“ zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Einspielung. Ob nun rein percussiv auf den Tablas und Tonkrügen wie in „Banjaran“, das Sandip Bhattacharya mit einem Sprechgesang einleitet, ob melodiös swingend wie in „Mein Hang zum Elfter“ oder mit der im Vibrato schwebenden Bassflöte in „Waiting“ – die fernöstliche Exotik bestimmt die Stimmung der Stücke, wobei die Jazzimprovisation die strenge Formensprache der indischen Ragas aufbricht. Ein steter Wechsel zwischen ruhiger Melancholie und drängender Vitalität belebt die Musik des Ensembles. Buba Davis-Sproll sorgt mit dem feinen Saitenklang der Tanpura, der bundlosen Langhalslaute, für einen durchlaufenden Grundton. So entsteht eine vielfarbige Tonwelt mit kammermusikalischem Timbre und fernöstlicher Tiefe, die Charles Davis mit seinen Flöten grenzüberschreitend auslotet. „Chanchala“ bedeutet in der Hindu-Sprache so viel wie hüpfen, springen, flackern, aber auch rastlos, wie die Suche nach neuen Klangerfahrungen. Dies gilt für „Tuva Hang“, wenn der Percussionist Andieh Merk im OM-Tradition die Bass-Stimme grummeln lässt oder für „Kiwani, wenn Davis seine sanften Flötenlinien über der Tanpura-Basis entfaltet – leicht wie der Flug der Schwalben - und die Mitmusiker mit steigender Intensität und Tempo einsteigen. „The Day the Swallows came“ fasziniert mit einem insgesamt meditativen und rhythmischen sowie melodischen Charakter von nicht beschreibbarer Eindringlichkeit. Das ist eine Musik, in die sich der Zuhörer völlig versenken kann.
(km)


