Eric Plandé - Between the lines

09.10.2013 18:48 von jazz (Kommentare: 0)

 

Cristal records CR CD 0707


Ein Konzert im Darmstädter Jazzinstitut Anfang 2008 mit dem Pianisten Bob Degen, dem Basisten Jürgen Wuchner und dem Schlagzeuger Janusz Stefanski hat bereits einen Eindruck davon vermittelt, zu welcher Hochform der französischer Tenorsaxophonist Eric Plandé auflaufen kann. Im Duo mit dem Pianisten Joachim Kühn kann Plandé seinem pulsierenden, ekstatischen und ungebundenen Spiel noch stärker und intensiver freien Lauf lassen. „Le Horla“ ist so ein aufwühlendes Stück. Seine Stakkati-Läufe, hochenergetisch mit einer Spur von Lyrik, mal sonor „hinausgerotzt“ oder im Duo mit dem Altsaxophon von Joachim Kühn nervös überblasen über dem „Pulse“ von Schlagzeug und Percussion, reißen mit. Plandé hat Charlie Parker zutiefst verinnerlicht, dann aber einen eigenständigen Weg gefunden. Auf der CD sind einige kurze Unisono-Passagen von melodischer Schönheit, die dann aber von eruptiven Saxophonläufen oder komplexen Akkordschichtungen auf dem Piano aufgebrochen wird. Joachim Kühn reduziert sich hin und wieder auf leise Single-Note-Sequenzen oder begleitet wie in „Für dich – wider dich“ die Sängerin Moina Erichson sowie den intensiv aufspielenden Plandé mit sparsamen Einwürfen, bevor er zu einem perlenden und zugleich widerspenstigen Soloausflug aufbricht. Auf „Between the lines“ ist in dieser Formation mit Kühn, Plandé, Erichson sowie dem Schlagzeuger Jacques Mahieux und dem Percussionisten Francois Verly eine ungeheuer emotionale und aufregende Musik zu hören. Zeitgemäßer Jazz zwischen Hardbop und Free in hoher Virtuosität dargeboten. Die Kompositionen, die alle von Plandé stammen, werden dem Können der Interpreten gerecht, fordern sie geradezu.

 

(km)

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