Eugen Cicero - Swing with Cicero
09.10.2013 18:38 von jazz (Kommentare: 0)

FANCD 7003-2
Sein Spitzname war „Mr. Golden Hands“, seine kommerziellen Erfolge beeindruckend. Eugen Cicero verjazzte Klassiker, bewies als Bewunderer von Oscar Peterson zugleich ungemein swingende Fähigkeiten und übte sich wie Lennie Tristano auch in der Kunst sperriger Verschleppungen. Vor fast genau zehn Jahren verstarb der aus Rumänien stammende Pianist im Alter von 57 Jahren. Von Ragtime bis Swing perlten seine Läufe, teilweise in Hochgeschwindigkeit – wie in „Sunny“auf der ersten CD des vorliegenden Doppelalbums – aus den Tasten des Flügels. Zum zehnten Todestag, aber auch mit dem keineswegs dezenten Hinweis auf den im Swing erfolgreichen singenden Sohn Roger Cicero hat Zyx-Music Aufnahmen Ciceros in verschiedenen Formationen der Jahre 1973, 1976, 1984 und 1988 auf zwei CDs gepresst.
Da finden sich Standards wie „A Night in Tunesia“ von Gillespie neben Interpretationen von Bach, Chopin, Schubert und Schuhmann. Zu hören sind herrliche und mitreißende Stücke im Trio mit dem Bassisten J.A. Rettenbacher und dem Schlagzeuger Ronnie Stephenson, und etwas voluminöser mit den Posaunisten Ake Person und Bob Burges sowie Ack van Rooyen am Flügelhorn, aber auch schwülstige Arrangements mit Orchestern, von denen mir besonders das Jerry Man Orchestra – etwa in „Never Say No“ - missfällt, während das Arrangement von Rodrigos „Concerto Of Aranjuez“ mit dem Berliner Sinfonieorchester wieder ein wenig versöhnt. In allen Fällen aber besticht der Pianist Cicero mit überlegener Technik, atemberaubendem Tempo sowie überschäumendem Ideenreichtum.
(km)


