Friedel Keim - Das große Buch der Trompete
09.10.2013 17:36 von jazz (Kommentare: 0)

Schott-Verlag Mainz ED 9863, 42,95 Euro, ISBN 3-7057-0530-4
Wer noch nie von einer Büchsentrompete oder einer Stocktrompete gehört hat, wer nicht die Frage nach den „gewichtigsten“ Trompetern beantworten kann, der sollte unbedingt zu Friedel Keims großem Trompetenbuch greifen und die Seiten 262 sowie 240 aufschlagen. Es mag wohl an der Mainzer Lebensart liegen, dass die Wissenschaft nicht bierernst betrieben, sondern mit Kuriositäten und sogar Musikerwitzen und Cartoons angereichert wird. Doch neben solch unterhaltsamen Kapiteln liegt der Schwerpunkt des vorliegenden, genau 864 Seiten umfassenden Werkes auf den insgesamt 2043 Trompeter-Kurzbiografien, die der Mainzer Autor in einer bewundernswerten, jahrelangen Fleißarbeit zusammengetragen hat.
Bei seinen Recherchen ist es Friedel Keim sogar gelungen, an Daten von früheren Hoftrompetern zu gelangen, die bisher selbst in einschlägigen wissenschaftlichen Werken nicht erwähnt wurden. Der Autor, selbst über viele Jahre Trompeter und Bandleader, ist – und da hat seine Ehefrau recht - ein detailversessener Vollständigkeitsfanatiker. Dass deshalb irgendwann ein Ergänzungsband folgen muss, hat der Keim schon angekündigt.
„Das große Buch der Trompete“ fußt auf dem Trompeter-Taschenbuch, das im selben Verlag erschienen war und dessen Erfolg Friedel Keim so viele Zuschriften und Anregungen bescherte, dass eine Erweiterung unausweichlich schien. Und so sind nun dem lexikalischen Teil mit den Biografien von Trompetern aus der E- und der U-Musik sowie dem Jazz einige Kapitel vorgeschaltet, in denen Keim der Geschichte des Instruments vor allem in der Barockzeit nachgeht, amüsant vom Blasen in hohen Lagen erzählt, über die Trompete im Film, Fernsehen und in der Literatur berichtet.
Dass der Wissbegierige auf der Suche nach einem bestimmten Jazz-Trompeter erst im Kapitel „Trompeter des Jazz“ und dann vielleicht noch unter den “Kurzbiografien der Jazztrompeter“ nachschlagen muss, irritiert im ersten Moment, doch man gewöhnt sich dran. Die Arbeit, die hinter diesem aufwändigen Werk steckt, rechtfertigt jedenfalls dessen Einschätzung als „Bibel für Trompeter“.
(km)


