Gunnel Mauritzon - Silhouette, Music by Lars Gullin

09.10.2013 17:58 von jazz (Kommentare: 0)

 

Laika-Records/Rough Trade 3510220.2

Lars Gullin, schwedischer Komponist und Baritonsaxophonist, der leider im Alter von 48 Jahren schon 1976 verstarb, habe in seiner stilistisch eigenständigen Verbindung von Folkore und Jazz „die Melancholie der Unendlichkeit“ ausgedrückt, bestätigen nicht nur seine Bewunderer. Sein warmer und subtiler Ton auf dem Instrument war von mitreißender Ausdrucksstärke und Sensibilität. Gunnel Mauritzon, eine klassisch ausgebildete Gotländerin mit Faible für Folklore ist schon vor zehn Jahren beim Graben in der Tradition ihrer Heimat auf den Jazzmusiker Lars Gullin gestoßen und hat 1996 seine Kompositionen mit einem Ensemble eingespielt, das die mystische Kraft und Eindringlichkeit der Gullin-Kompositionen auch in den Neu-Interpretationen mit einfühlsamem Gespür trifft. 

Zwar spielt Sanders Hagberg nicht so cool vibratolos und kultiviert wie Gullin, doch seine extrovertierte Expression steht in reizvollem Kontrast zu der klaren und reinen Stimme der Folksängerin. In den instrumentalen Parts verleihen die Musiker mit Ola Bäckström (Violine), Hans Eriksson (Bass), Johan Lövcrantz (Schlagzeug, Percussion), Roger Tallroth (Gitarre, Bouzouki), Richard Aström (Piano, Keyboards) und Hagberg den Kompositionen rhythmisch und melodisch eine Magie, die den Zuhörer in Trance versetzen kann. Filigrane Violin-Klänge werden durch eine vibratoreichen Flöten-Sequenz abgelöst, perlende Läufe lösen sich aus dem Piano, die Percussion setzt sanfte Akzente, dann wiederum füllt die Gruppe den Sound mit expressiver Wucht, die den Körper zum Schwingen bringt. Und über allem schwebt die wundervolle Stimme von Gunnel Mauritzon. „Silhuette“, der jetzt von Laika-Records neu aufgelegte Tribut Mauritzons an den großen Lars Gullin kann ebenso süchtig machen wie der Komponist und Saxophonist selbst es konnte. 

 

(km)

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