Hannes Claus Quartett meets Nairobi City Ensemble - Mama Afrika
09.10.2013 17:28 von jazz (Kommentare: 0)

Mood Records 6762
Begegnungen mit der afrikanischen Folklore, den Gesängen, Chorälen und Tänzen in ihren Klangfarben und Rhythmen haben Jazzmusiker schon immer fasziniert – und das nicht nur, weil der Jazz in Amerika aus der Begegnung Afrikas mit der amerikanisierten europäischen Tradition entstanden ist. Und so freut sich natürlich gerade ein Schlagzeuger und Percussionist wie Hannes Clauss, wenn er auf einer Afrika-Tournee mit einheimischen Künstlern gemeinsam spielen kann.
In diesem Fall ist es das Vocal-Ensemble aus Nairobi, mit dem der Odenburger und sein Quartett einen gemeinsamen musikalischen Weg gefunden haben – ein Weg, von dem Clauss zu Recht sagt, dass jeder seine Identität bewahren konnte und sich gleichzeitig den Partnern geöffnet hat. Das Repertoire reicht von mitreißenden Tänzen, gefühlvollen Songs („Toni) und Anklagen gegen den Krieg (Swali) bis zum elektronisch verfremdeten, widersprüchlichen Liebeslied (Sweet Maria).
Der Zuhörer erfährt nicht, wie die Session im Studio in Nairobi geklungen hat. Was aber aus den Aufnahmen in der Nachbearbeitung in Deutschland geworden ist, besticht vor allem in den Details: den satten Bass-Linien – etwa in „Djonge iyie“ -, den filigranen Gitarrenläufen – so zum Sprechgesang in „Mama Afrika“ -, den selbst in überblasenen Verfremdungen schönen Klarinetten-Bögen – einmal in „Motherland“ und zu anderen in „Sweet Maria“ – sowie den treibenden Percussionskünsten von Hannes Claus. Wenn auch die CD insgesamt nicht gerade mit neuen Konzeptionen und Formen aufwartet, die Überraschungen liegen in diesen später zugespielten und mit den Vocals so einfühlsam sich verbindenden Lautmalereien von Drums, Percussion, Flöten, Klarinetten, Gitarre und Bass – wie beispielhaft in „Nying Wuon“.
Vorbildlich ist das Booklet mit den Texten und Erläuterungen zu den Songs der Afrikaner.
(km)


