Jason Seizer - Time Being

09.10.2013 18:50 von jazz (Kommentare: 0)

 

Pirouet PIT 3027

Das ist eine jener Einspielungen, die das Zeug zum Klassiker haben. Kammermusikalischer Jazz von zeitloser Schönheit sowie sensibel-kommunikative Interaktionen von vier Musikern, die eine dichte, aber nuancierte Klangmalerei erlauben, kennzeichnen die neue Produktion „Time Being“ des Münchner Saxophonisten Jason Seizer. Klangprägend ist vor allem das Zusammenspiel des sich am Balladenmeisters John Coltrane orientierenden Seizer und des impressionistisch angehauchten und dennoch mit sperrigen Akkorden Spannung erzeugenden amerikanischen Pianisten Marc Copland, der bereits im Trio mit Gary Peacock und Billy Hart sowie an der Seite von Randy Brecker seine Kreativität beweisen konnte. Seizers Saxophonlinien sind von singhafter Eingängigkeit, Copland kann mit hingetupften Single-Notes begleiten oder in den Soli mit perlenden Läufen und hinhaltender Gegenläufigkeit. Hinzu kommen der Schlagzeuger Tony Martucci, der in Soli, etwa in „Corrections“ oder „All The Things...“, mit einem filigranen und austarierten Spiel überzeugt sowie der Bassist Matthias Pichler mit fundierten und harmonisch wendungsreichen Linien in „Time Being“ oder „Trip to the stars“ besticht. Die Kompositionen stammen aus den Federn von Seizer und Copland – mit Ausnahme des Kern-Hammerstein-Standards „All the things you are“. Sie betonen einmal die balladeske Sanftheit, im anderen Fall wiederum - wie in „Requiem“ eine ausdrucksstark-expressive Intensität. Die Promotion zur CD betont zu Recht ein „klangliches Feingewebe“, das das Quartett besonders ausgeprägt nicht nur in dem mitreißend swingenden Standard pflegt.

 

(km)

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