Jochen Feucht - Bossa Libre
10.10.2013 10:49 von jazz (Kommentare: 0)

Brasilianisches im Kaisersaal
Saxofonist Jochen Feucht spielte auf der Comburg eine CD ein
www.bossalibre.com
Nicht zum ersten Mal wurde im altehrwürdigen Kaisersaal der Comburg eine CD aufgenommen. Der Saxofonist Jochen Feucht zeigte sich nach einem seiner dortigen Auftritte von Raum, Ruhe und Ambiente so begeistert, dass er an Ort und Stelle unbedingt eine geplante CD einspielen wollte.
Schwäbisch Hall. In mittelalterlichem Gemäuer, in welchem schon der Kaiser (und vielleicht auch Mozart) zu Gast war, erklang Ende August letzten Jahres zunächst ganz „unöffentlich“ Brasilianisches. Allesamt Kompositionen des Pianisten Antônio Carlos Brasileiro de Almeida Jobim (1927 – 1994), der ja durch “The Girl from Ipanema“, „Desafinado“, „One Note Samba“ und „Água de beber“ weltberühmt und reich wurde. Diese Hits präsentiert Jochen Feucht zwar gerne in Konzerten, doch auf dem Silberling sind diese nicht zu hören. Also kein gieriges Schielen auf kommerziellen Erfolg mittels unausweichlicher Ohrwürmer. Stattdessen wurden Titel wie „Só Tinha De Ser Com Você“, „Chora Coração“, „Por Toda Minha Vida“, „O Grande Amor“ und “Anos Dourados“ bearbeitet, interpretiert und improvisatorisch abgerundet.
Der ebenfalls aus der Region Stuttgart kommende Gitarrist Boris Kischkat vollführt mit dem Holzbläser Feucht ein bestens eingespieltes Duo mit dem Namen „Bossa Libre“, doch für ihre Digitalproduktion auf der Comburg konnten die beiden Schwaben noch zwei originale Brasilianer gewinnen, nämlich die – an Astrud Gilberto erinnernde – Vokalistin Viviane de Farias mit dem typischen Timbre einer fein gehauchten Mädchenstimme und den stets dezent agierenden Perkussionisten Mauro Martins. Die diversen Quartett-Variationen sorgen für reichliche Klangfarben und für viel Abwechslung.
Bossa Nova entstand ja vor einem halben Jahrhundert aus der Verbindung mit Samba und Cool Jazz und bestach von Anfang an durch Leichtigkeit des Seins, durch graziles Feeling und durch Transparenz. Zu Markennamen hierfür wurden der Komponist Antônio Carlos Jobim und der US-amerikanische Saxofonist Stan Getz, der jedoch keineswegs von Jochen Feucht imitiert wird.
Überragende und munter improvisierende Figur auf der CD mit dem Titel „Por Toda Minha Vida“ („Für mein ganzes Leben“) ist Jochen Feucht (41) auf Tenor- und Sopransaxofon, Querflöte und Bassetthorn, einer Tenorklarinette also. Weltmusikalisch erfahren ist Feucht schon, bereiste er doch bereits als Mitglied vom Landesjugendjazzorchester wiederholt Südostasien und war so auch 1990 auf der indonesischen Insel Bali. Als kongenialer Gitarren-Begleiter fungiert bei Konzerten und auf dieser Compact-Disc der einfühlsame Boris Kischkat, der ansonsten seine Brötchen als Musikschullehrer verdient.
Auf der Plattenhülle bedankt sich Jochen Feucht extra bei „Hans-Reiner Soppa, der uns spontan und unbürokratisch die Räume in der Comburg, einem wunderschönen romanischen Kloster bei Schwäbisch Hall, zur Verfügung gestellt hat“. Als Tonmeister fungierte übrigens Adrian von Ripka, bekannt durch die renommierten „Bauer Studios“ in Ludwigsburg.
Jochen Feucht hat seine CD im Eigenvertrieb heraus gebracht, und bei ihm direkt kann man diese auch bestellen: info@jochen-feucht.de. Weitere Informationen über diese Scheibe und mp3-Hörbeispiele sind im Internet unter www.bossalibre.com abzurufen.
(haku)


