Julia Hülsmann - Come Closer

09.10.2013 16:57 von jazz (Kommentare: 0)

 

ACT


Seit 1994 überrascht der aus Münster stammende Gitarrist Gregor Hilden in regelmäßigen Abständen mit erstklassigen Blues-Jazz-Soul-Produktionen. Sein aktuelles Werk „Blue Hour“ liegt gerade im CD-Regal.

Mr. Newman – Zyniker vor dem Herrn, Das böse Genie, Der Understandmen Gentleman – is back!

Diesmal stellen wir jedoch kein eigenes neues Werk des Künstlers vor, sondern vielmehr eine Hommage an den unvergessenen amerikanischen Songwriter. Das dies ohne weiteres im improvisierten Jazz-Style möglich ist, dafür sorgt die in Berlin lebende Pianistin Julia Hülsmann. Schon in frühester Jugend, quasi in der Klavier-Lern-Periode, vielen Julia Hülsmann zufällig Noten dieser seltsamen Type Randy Newman in die Hände, von denen sie bis heute nicht mehr lassen konnte. Anstatt sich klassischen Konzerten zu widmen, sog sie Randys Songs vorbehaltlos ein. Der Beginn einer langen Liebesgeschichte.

Mit „Come Closer“ veröffentlicht Julia Hülsmann nun ihre persönliche Lovestory. Mit im Gepäck Marc Muellbauer am Bass, sowie Heinrich Köbberling am Schlagzeug. Das Projekt vervollkommnt Anna Lauvergnac – Vienna Art Orchestra – am Gesang. Unvergleichlich ihre Stimme; rau, rockig, mit sanftem, kratzigem Timbre impliziert. Dies wirkt sich exzellent aufs Gesamtbild aus. Auch wenn wir eher die Jazzschiene befahren, so finden sich, trotz gepflegtem improvisiertem Spielwitz, immer mal wieder Elemente aus Folk-Rock und Boogie, ferner eine Reihe Balladen. Dank Julia Hülsmanns galantem Spiel am Fender Rhodes Piano, werden nicht nur die Geschmacksnerven wahrer Jazzpuristen gekitzelt, auch Liebhaber anderer Genres finden einen hervorragenden Einstieg ins Jazzfach.

Ein kleines Manko: Die Eigenkomposition „Come Closer“ wäre nicht nötig gewesen. Undiskutabler Text etc. pp.

Fazit: Julia Hülsmann führt Regie und hält das Script in Händen; an den Kameras zwei weitere exzellente Musiker; im Scheinwerferlicht, ohne jedoch erstgenannte vergrämen zu wollen, Anna Lauvergnac. Des Meisters berühmte Songs gehen unter die Haut. „Keep The Spirit Of Randy Newman´s Music”.

 

(Rainer Molz)

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