Laura Fygi - „Live At North Sea Festival” DVD
09.10.2013 16:56 von jazz (Kommentare: 0)

Emarcy / Universal 06024 – 9811207 6
Laura Fygi zählt zu jener Generation von Jazz-Sängerinnen, die mit Hingabe, Einfühlungsvermögen und einer ausdrucksstarken Stimme in die Fußstapfen der großen Jazz-Ladies Ella Fitzgerald, Peggy Lee und Julie London getreten sind. Mit Erfolg, wie die gelungene Aufzeichnung eines Konzertes beim North Sea Festival 2003 belegt. Das Konzert war mit 1 700 Zuhörern ausverkauft. „Das hat mir einen Wahnsinns-Kick gegeben“, sagt die holländische Sängerin Laura Fygi im Interview. Das ist selbst in dem Mitschnitt zu spüren, der von guter Bild- und Tonregie zeugt.
Laura Figy hat ihr Publikum vom ersten Ton an im Griff, animiert es unaufdringlich zum Mitschnalzen, begeistert an wahre Diva im extravaganten Designer-Outfit.
Ein Glück, dass die Stimme mit dem äußeren Erscheinungsbild mithalten kann. Perfekte Phrasierung, großes Volumen, raffinierte Eleganz und Ausdrucksstärke kennzeichnen die Interpretation von Standards wie „Les Feuilles Mortes“ (Autumn Leaves), „Diamonds Are A Girl´s Best Friends“ oder „I Get A Kick“ sowie von brasilianischen Jobim-Kompositionen wie „Triste“ und „Corcovado“, zu denen die Holländerin, die einige Jahre in Uruguay gelebt und dort die prägende Begegnung mit dem Jazz erlebt hatte, eine besondere Beziehung pflegt. 18 Lieder singt sie in diesem Konzert, bezaubert das Publikum mit Small Talk, flirtet mit der Kamera und tanzt ausgelassen auf der Bühne.
Sie bereite sich nicht sonderlich auf Konzerte vor, sagt Laura Fygi im Interview. Schließlich arbeite sie mit dem Pianisten und musikalischen Leiter Hans Vroomans, dem Bassisten Aram Kersberger, dem Gitarristen Maarten van der Grinten, dem Schlagzeuger Marcel Serierse und dem Saxophonisten Jan Menu schon seit zehn Jahren zusammen. Dass dennoch das Spiel der Band nicht zur Routine erstarrt ist, dazu trägt wohl auch die Sängerin bei.
Vorbildlich sind die Möglichkeiten der DVD genutzt. Neben der Konzertaufzeichnung und dem Titel-Verzeichnis gibt es eine Fotogalerie, eine unplugged Version von „Rhythm Is Our Business“ in der Garderobe, Szenen Backstage, von denen allerdings die eine odere andere etwasaufgesetzt wirkt, sowie ein informatives Interview.
(km)


