Mariano & Vitold Rek feat. Peter Reiter - Cathedral
09.10.2013 17:39 von jazz (Kommentare: 0)

Taso Music Production TMP CD 611
Sakrale Klänge auf der Orgel, ein choralartig singendes Saxophon und ein melodisch gestrichener sowie warm und erdig gezupfter Kontrabass – das sind die Zutaten für eine wunderbare Einspielung unter dem Leittitel „Cathedral.Die einführende Komposition des Bassisten Vitold Rek, „Elexir“, lebt ganz von dieser Stimmung, der nachfolgende „Love Song“ ist geprägt durch die der menschlichen Stimme so eng verwandte Spielweise des Saxophonisten Charlie Mariano sowie das volksliedhaft schlichte, aber harmonisch raffinierte Bass-Solo Reks – wobei beides von den zurückhaltenden sanften Orgelklängen Peter Reiters unterlegt wird. „Voices“ assoziiert in der Tat mit gestrichenem, sich wellenförmig bewegenden Bass und den Saxophonfetzen ein Stimmengewirr, das irgendwo verklingt.
Mariano hat bereits Weltmusik gespielt, als dieser Begriff noch nicht verbreitet war, und Rek hat die Folklore seiner polnischen Heimat so sehr verinnerlicht, dass sie mehr oder weniger dominierend in all seinen Kompositionen zu Tage tritt. Die dieser Folklore immanente Stimmung passt ideal zur Spielweise Marianos und die Seelenverwandtschaft des Bassisten sowie des Saxophonisten hat schon bei früheren Einspielungen befruchtend gewirkt. Reiter fügt sich mit seinem auf klassischer Ausbildung basierenden Orgelspiel nahtlos ein.
Dass in dieser Kombination aus komponierten Teilen und Improvisation zudem Elemente neuer Musik und des freien Jazz mit einfließen, wie etwa in „In Temptation“, fällt kaum auf, verleiht den Stücken aber einen besonderen Reiz. Dieses Duo von hell timbrierten Saxophon und harmonisch aufregend gezupftem Bass ist ein musikalsicehs Kleinod. Insgesamt bleibt die CD swingend und melodisch in Erinnerung – ein Eindruck, zu dem natürlich auch die eigenwilligen Interpretationen von „“Ain´t Misbehavin´“ und „Memories of You“ beitragen.
(km)


