Martin Auer Quintet - Reflections
10.10.2013 10:44 von jazz (Kommentare: 0)

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Die Unisono-Passagen von Trompete und Saxophon, die spannungsgeladenen Dynamiksprünge, die Wechsel von Lyrik und Ekstase sowie die Verwurzelung im Bebop mit Ausflügen ins expressive freie Spiel sind seit Jahren charakteristisch für das Spiel des Martin Auer Quintets. Spannungsbögen bauen die fünf Musiker zudem immer wieder durch geschickt eingesetzte Ostinati wie in „Wen Wen“ auf Piano und Schlagzeug. Im Laufe der Jahre sind der Trompeter Martin Auer; Saxophonist Florian Trübsbach, Pianist Jan Eschke, Bassist Andreas Kurz und Schlagzeuger Bastian Jütte stärker zusammengewachsen und haben ihren unverwechselbaren intensiven Band-Sound verdichtend ausgeprägt.
Auf der neuen CD „Reflections“ wechseln sich Up-Tempo-Stücke wie „JIB“ ausgewogen mit Balladen wie „Kassiopeia Reflektion“ (beide von Trübsbach) ab oder kraftvolles Quintett-Spiel und getragene Duos wie das von Bass und Saxophon finden sich kontrastierend in einer Komposition wie in Auers „Snir“. „El Patron“ zeichnet sich durch kraftvolle Akkordläufe auf dem Piano aus, das durch pulsierendes Drumspiel verstärkt wird, bevor Jütte im Solo polyrhythmisch brilliert und das Stück in einem expressiven Bläserduo endet. Den anderen Pol markiert eine lyrische und sanfte Intro auf dem Saxophon im Duo mit verspielten und perlenden Single-Notes auf dem Piano (Kassiopeia) oder ein melancholisch lyrisches Trompetenspiel neben einem harmonisch reizvollen Bass-Solo, das wiederum von hingetupften Tönen auf dem Piano in „Traurige Geschichte“ begleitet wird. Stimmungsmäßig dazwischen liegt ein hymnische Komposition „Ri Tan“.
„Reflections“ reflektiert die Ausdrucksbreite des modernen Jazz. Stärker als früher behaupten sich oftmals gegen- oder querläufige Piano-Power-Läufe neben den beiden Bläsern. Ein vorzüglich eingespieltes Team zeichnet originelle Stimmungsbilder, bewahrt seinen originären Klang ohne auf der Stelle zu treten.
(km)


