Martin Schrack - Mosaic

09.10.2013 17:05 von jazz (Kommentare: 0)

 

Frimfram ff01, LC-09041

„Mosaic“ ist in diesem Fall ein Puzzle verschiedenster Klangformen des zeitgenössischen Jazz – vom romantisch verklärten Lauf auf dem Piano, einer harmonisch reizvollen Basslinie sowie einem singenden Altsaxophon in „Fanny“ oder dem lyrisch verspielten, kurzen „Notturno“ bis zum Free-Crescendo mit voller Bigband-Wucht in den irritierenden Titel „Kleine Etude“. Der Pianist Martin Schrack spannt das Streichquartett des „Ensemble Plus“ ein, um sich in „Star Blues“ mit schrägem Streicherklang jenem Sound zu nähern, der in den Vocal-Summits des SWF-New Jazz Meeting unter J. E. Berendt kreiert wurde, um dann in einen hämmernden Bebop-Lauf auf dem Piano zu verfallen, der von einem straight gezupften Bass und einem swingenden Schlagzeug begleitet wird.

„Mosaic“ lässt aber auch Raum für eine eher ironische Interpretation der Komposition „Schuld war nur der Bossa Nova“, eine jazzig-freie und dennoch nahe am Original befindliche Bearbeitung der Lennon/McCartney-Komposition „She´s a woman“, eine Eigenkomposition „Prelude & Fugue“ mit einem getragenen Streicherteppich und zarten Violinen-Spitzlichtern und klassischem Timbre, die wippende, tänzerische Rhythmik in „Hillbilly“, der verquere, satirische „Music Box Waltz“ mit den experimentellen Bass-Figuren sowie eine eigenwillige Fassung von Ellington´s „Cottontail“.

Diese Verschmelzung von Jazz, Klassik, Avantgarde und Pop lässt keine Langeweile aufkommen, birgt eine ganze Reihe von Überraschungen, die sich beim mehrmaligen Hören nach und nach herausschälen.

(km)

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