Peter Bolte - Keeping
09.10.2013 18:05 von jazz (Kommentare: 0)

JazzHausMusik JHM 155 CD
Wie Sheets flattern die Tonkaskaden in rasenden Läufen aus dem Altsaxophon, überblasen und expressiv. Dann wiederum fließen singende Linien, lyrisch fast, aus dem Instrument. Peter Bolte ist ein technisch virtuoser und künstlerisch äußerst kreativer Musiker. Kongenialer Partner ist ihm bei seinen Ausflügen im zeitgenössischen Jazz der SWR-Jazzpreisträger Achim Kaufmann am Piano mit seinen mal perlenden, dann wiederum in Akkordreihungen frei pulsierenden Läufen. Eher im Hintergrund, aber solide stützend und immer wieder treibend bilden die beiden Amerikaner Paul Imm am Bass und Alan Jones am Schlagzeug die rhythmische Basis. „Köln 100“ ist eines der Up-Tempo-Stücke mit den attackierenden Stakkati auf dem Saxophon und schnellen Piano-Läufen aus flirrenden Tontrauben, das folgende „Keeping“ dagegen eher relaxed im melodischen Bereich.
Bolte scheint in im trügerischen Titel „Sweetness in the dark“ geradezu vor Energie zu bersten, bläst intensiv und zupackend. Kaufmanns Finger gleiten mit schneller Eleganz im filigranen Spiel über die Tasten. Das Stück enthält verhaltene und retardierende Passagen eingebettet in den voraneilenden Fluss. „3rd ending“ wiederum eröffnet nahezu balladesk, um später in den höchsten Tonlagen des Saxophons zu verweilen und zu einem verspielten Pianolauf überzuwechseln. Ein abwechslungsreiches Spiel über acht Eigenkompositionen belegt die Eigenständigkeit und künstlerische Reife Boltes und seiner Mitmusiker. „Keeping“ ist eine hörenswerte CD, die auch bei mehrmaligem intensiven Anhören immer wieder überrascht und nie langweilt.
(km)


