Rabih Abou-Khalil - Songs For Sad Women

09.10.2013 18:48 von jazz (Kommentare: 0)

 

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Warum haben die armenische Duduk und der arabische Oud nicht schon längst zusammengefunden? Der näselnde und dennoch weiche, mit reichem Vibrato irgendwie Hilfe suchende Ton der zur Oboenfamilien gehörende armenischen Flöte und der ebenso weiche, aber beschützende Ton des kurzhalsigen Vorgängers der europäischen Lauten und Gitarren bilden ein Traumpaar, wenn es um melodische Ästhetik und reiz- sowie geheimnisvolle Exotik geht. Wenn dann noch das aus der mittelalterlichen Zinken-Familie stammende Serpent mit seiner ostinaten Bass-Grundierung sowie eine sensible Percussion hinzukommen, dann ist ein Grad der Vollkommenheit erreicht, den der aus dem Libanon stammende und in München lebende Kulturversöhner Rabih Abou-Khalil in seinen früheren hochkünstlerischen Einspielungen noch nicht erreicht hatte. Schönheit, Liebe, Zärtlichkeit und Lust sind vereint


Duduk-Virtuose Gevorg Dabaghyan, Rabih Abou-Khalil mit der Oud, Michel Godard mit Serpent und Jarrod Cagwin an der Percussion legen mit „Songs For Sad Women“ eine CD von zeitloser Schönheit vor. Sie steckt voll tiefer Emotionalität, optimistischer Melancholie sowie tänzerischer Leichtigkeit. Abou-Khalils Kompositionen entrücken den Zuhörer in eine andere Welt, verzücken Ohr und Gemüt gleichermaßen. Den vier Musikern gewähren die Stücke Zeit für ausladende, makellose Soloausflüge, aber auch für Duosund Kollektive, in denen die unterschiedlichen Klangfarben zu einem anrührenden Pastellgemälde zusammengeführt werden. Jazz ist dies nur in einem weit gefassten Sinn.

 

(km)

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