Saltacello - Rosenzeit

09.10.2013 17:03 von jazz (Kommentare: 0)

 

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"Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte" - gibt es Schüler, die nicht wenigstens die ersten zwei Zeilen des Mörike-Gedichtes im Gedächtnis behalten haben? 

Am 9. September kann Eduard Mörikes 200. Geburtstag gefeiert werden. 

Die Formation SaltaCello macht ihm mit ihrer CD "Rosenzeit" ein besonders schönes Geschenk. Vorwiegend die Liebesgedichte Mörikes wurden vom Cellisten Wolfgang Schindler neu vertont. Zu SaltaCello gehören neben Wolfgang Schindler, Peter Lehel (sxs,cls,fl), Mini Schulz (b), Herbert Wachter (dr), Peter Schindler (p), auf dieser Aufnahme ergänzt durch die Sängerin Sandra Hartmann und den Gitarristen Dieter Fischer. 

"Chansons nach Gedichten von Eduard Mörike" ist der Untertitel der CD und es liegt in der Natur der Sache, daß Gesang und Vortrag auf dieser CD eine überragende Rolle spielen. Mit Sandra Hartmann hat SaltaCello eine eine grandiose Interpretin der Gedichte gefunden. Sie lotet das Spektrum der Texte aus, singt mal mädchenhaft fröhlich, meist sensibel und behutsam, dann wieder voller Leidenschaft. Wolfgang Schindlers musikalische Umsetzung ist so gelungen, daß man eigentlich nur staunen kann, wie sich die moderne Musik den alten Texten anschmiegt. 

Von den weiteren Musikern mag ich keinen besonders herausheben, sie sind alle exzellent. Daß ich es mit Peter Lehel trotzdem tue mag man mir nachsehen. Er war der erste Musiker mit einer Site auf den Jazzpages und seine Entwicklung konnte ich seit 1997 daher etwas intensiver verfolgen. Es ist faszinierend, mit welcher scheinbaren Mühelosigkeit er sich mittlerweile alle Spielarten von Jazz bis zur Klassik erschlossen hat. Daß er genauso stilsicher lateinamerikanische (diese Platte ist BTW hervorragend ;-) oder ungarische Musik spielt, wie er Coltrane interpretiert oder eben auch glaubwürdig Mörike begleitet ist bemerkens- und vor allem hörenswert.

 

(fs)

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