Sigi Schwab & Ramesh Shotham - On Stage
10.10.2013 10:42 von jazz (Kommentare: 0)

MelosMusik 0000802 GSM
Sigi Schwab zaubert mit seiner Gitarre ferne Welten in einen Klangkosmos, der auf der neuen CD „On Stage“ im Duo von dem aus dem südindischen Madras stammenden Ramesh Shotham vollendet wird. Der Gitarrist und der Percussionist scheinen zu klanglich verschmelzen. Der eine spielt seine Gitarren percussiv, der andere sein vielfältiges Instrumentarium mit mehreren indischen Trommeln, Schellen, Gong und Glöckchen melodisch. Und so können sie unauffällig die Rollen in der Melodieführung und im Rhythmus wechseln. Es entstehen dichte Duos, die hin und wieder nahezu unisono erklingen oder oftmals in ein aufregendes Ruf-Antwort-Spiel münden. Sigi Schwab war schon immer ein faszinierender Erzähler mit assoziativen Klanggemälden. In Ramesh Shotham hat er einen Partner gefunden, der seine Trommeln parlieren lässt und so die Geschichten Schwabs subtil und unaufdringlich ausmalt.
Seit 1994 spielen die beiden Künstler mit Unterbrechungen zusammen. Sigi Schwab, der sich schon immer von der Folklore ferner Länder von Südamerika bis Indien gefangen nehmen ließ, und Ramesh Shotham, der sich mit dem Jazz eingelassen hat, ohne jemals seine musikalischen Ursprünge aus den Augen zu verlieren, präsentieren eine rhythmisch vielschichtige Klangfülle, die keines weiteren Instrumentes bedarf und selbst in langen Stücken wie den Suitesätzen „Memento – Kalkutta-Blues“ oder „African Colours“ bis zum letzten Akkord die Spannung hält.
Sigi Schwab vermag in seinen rasenden Akkordfolgen und flirrenden Läufen ebenso wie in meditativen Single-Note-Einwürfe Kraft und Emotion, Zorn und Rücksicht, Wehmut und Freude auszudrücken. Sein Spiel ist selbst in den hart angerissenen Saiten stets filigran und sensibel. Ramesh Shotham trifft mit seinem Handspiel auf der südindischen „dholak“ und der „mridangam“ die Stimmung Indiens ebenso wie die Afrikas. Dass er in „Parvati“ der hinduistischen Göttin und Gattin Shivas mit instrumental scattender Kehlkopfakrobatik huldigt, liegt in der Natur der Sache und darf in keinem Konzert fehlen. Das Publikum des live mitgeschnittenen Konzertes belohnt die beiden musikalischen Weltenbummler mit reichem Applaus.
(km)


