Silke Hauck - Frozen Tears

09.10.2013 18:27 von jazz (Kommentare: 0)

 

Starfish Music CD 33342-3

Melodie ist fast zu lieblich für den Text von „Frozen Tears“, ein Lied über die Schneeflocken, die die Autorin liebt und die Menschen, deren Herzen und Gesichter kälter sind als die Eiskristalle. Denn in der gleichen Stimmungslage singt Silke Hauck das auf der CD folgende optimistische Liebeslied „You make me smile“. Die Sängerin aus Mannheim hat eine sanfte, einnehmende Stimme. Schmeichelnd und passend zu den sanften Besenstrichen von Cay Rüdiger auf den Fellen des Schlagzeuges, den gehauchten Trompeten-Sounds des Jazz-Preisträgers Thomas Siffling, dem lyrischen Piano von Michael Quast und den souligen Sounds der Saxophonisten. Bitter-süß wiederum sind Melodie und Text von „Don´t ask for more“. Und rhythmisch wagt Hauck in „Day by day“ sogar eine Samba. 

In ihrem Spektrum vermag Silke Hauck in Ausdruck, Stimmung und Expressivität differenzieren. Darin gleicht sie den skandinavischen Kolleginnen von Rebekka Bakken oder Silje Nergaard. Süffige Balladen und schwebender Swing kennzeichnen diesen Pop-Jazz mit Soul-Touch. Welche Ausdrucksfähigkeit in der jungen Sängerin steckt, zeigt sich ausgerechnet bei sensibler Pianobegleitung in einem Standard, nämlich Gershwins von Melancholie und Blues-Tonalität geprägten „The man I love“. Da wünscht man sich, dass Silke Hauck auch in ihren Liedern mit den vorzüglichen Texten mehr aus sich herausgehen dürfte.

Eingebettet ist ihre Stimme in eine souveräne Formation mit Musikern, die sich auch im Jazz einen guten Namen gemacht haben – neben Siffling, Quast und Rüdiger etwa der Gitarrist Michael Koschorreck. Dass auch das Booklet mit den Texten aller zwölf Lieder das ansprechende (Klang)-Bild abrundet, sollte nicht unerwähnt bleiben.

 

(km)

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