Spaniol 4 - Loon
09.10.2013 17:58 von jazz (Kommentare: 0)

Klangraum-Records KRR 031
Der Zuhörer sollte sich von der Leichtigkeit des musikalischen Seins auf dieser CD des Quartetts von Frank Spaniol nicht täuschen lassen. Hat der Saxophonist schon mit seiner Einspielung „Acoustic Jazz“ bewiesen, dass akustischer Jazz in der Bebop-Tradition durchaus frisch und zeitgemäß klingen kann, so setzt er mit der neuen CD „Loon“ dies fort, aber bereichert mit ungewöhnlichen Sounds auf dem Saxophon wie im Opener „Another One“, mit feinen, harmonisch reizvollen Bass-Soli wie in „Newark Experience, pulsierendem Schlagzeug sowie ebenso perlenden wie verqueren Piano-Läufen. Die vertrackten Kompositionen stammen überwiegend aus der Feder Spaniols, andere vom Bassisten Markus Bodenseh, dem Pianisten Ulf Kleiner und der Schlagzeuger Sebastian Merk.
Spaniol beherrscht die Bandbreite des Saxophonspiels von der Sonorität Coleman Hawkins bis zum hellen Aufschrei eines Wayne Shorter. Die Musik swingt auch ohne konventionell durchlaufendem Beat, steckt voller Energie und Spielfreude, was durch den homogenen Gruppensound des Quartetts gefördert wird. Es sind die kleinen Interaktionen von Saxophon mit Piano oder Bass und das flexibel reagierende Schlagzeug, die überzeugen. Zwar klingt die Musik vertraut, dennoch - siehe oben - steckt sie voller überraschender Klangfarben und rhythmischer Wendungen. Mal balladesk, mal nervös flatternd, mal einfach funky swingend – wie in „Medion Swing“ mit schnellen Piano-Läufen und straight marschierendem Bass - oder groovend.
„Loon“ ist kein anstrengend aufregender, sondern ein leichtfüßiger, eingängiger Modern-Jazz mit Aha-Effekten und viel Spielwitz.
(km)


