Torsten Krill´s frimfram collective - Reality Music / Vol. 2

09.10.2013 17:51 von jazz (Kommentare: 0)

 

rimfram production ff 04

Kaputte und heile Grooves, schöne und schräge Melodien, Harmonien, die provozieren, Vibrationen, die aufreiben. Aspekte, mit denen der Schlagzeuger Torsten Krill seine eigenes Verständnis von „reality music“ zu beschreiben versucht. Eine Entdeckungsreise durch den Musikdschungel dieser Welt ist es in der Tat, was Krill gemeinsam mit Carsten Netz an Saxophon, Klarinette und Flöte, der Gitarrist Jo Ambros und der Kontrabassist Uwe Lange in 18 Kompositionen durchmisst. Das reicht von swingender Lyrik und verspielten Melodielinien, einer klassischen, akustischen Bass-Intro und zartem Single-Note-Spiel auf der Gitarre in „Wink des Glücks“, über coole, schwebende Sounds im kurzen „Winter“ sowie singenden Saxophon-Läufen und brasilianischen Samba-Rhythmen in „Mika“ oder einem melodischen, swingenden „Avishai“ bis zu attackierenden Sound-Collagen mit Geräusch-Fetzen mit Stimm-Einspielungen in „Alte Heulsuse“ oder Free-Explosionen des Saxophons vor rasenden Schlagzeug-Drives samt Unisono-Kollektiven in „Jule im Mai“. 

Dennoch folgt das breite Spektrum der musikalischen Aussagen und der Stile glücklicherweise nicht dem Prinzip der Beliebigkeit, sondern dient sowohl im Gesamtkonzept, wie auch innerhalb der Kompositionen (so wiederum bei „Jule im Mai“) dem Spannungsaufbau und einer Logik der Abwechslung. Belebt werden die Stücke zudem von einem hintergründigen Humor, wie er sich schon in den Titeln (etwa „Hallo, Herr Zeitgeist“, „Bye-bye, Herr Zeitgeist“ oder „Der Molch auf Reisen“) wiederfindet sowie von überraschenden Wendungen. 
Torsten Krill ist dieses Jahr Träger des Jazzpreises des Landes Baden-Württemberg, das damit auch seine Tätigkeit als Produzent und Gründer des frimfram-Labels anerkennt. Er hätte den Preis aber auch schon allein als Komponist und Musiker verdient.

 

(km)

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