Water Music - (Colin Dunwoodie, Frank Willi Schmidt, Günter Bozem)

09.10.2013 17:29 von jazz (Kommentare: 0)

 

DAD 008 (Dadoua/Indigo)

Ein Vogel zwitschert, Regentropfen fallen, Wasser rauscht. Ein gestrichener Kontrabass in den tiefsten Lagen zaubert mystische Stimmung, die Bassklarinette schwingt periodisch, die Percussion treibt in wechselnden Metren. Dann wieder spielt die Flöte eine reizvolle Melodie über einem ostinaten Bass-Grundton. Der Percussionist greift zu ausgefallenen Klangkörpern wie Waterdrums und Cajones. Die Flöte umspielt auf einem „Strange place“ die straight geführten Basslinien. Im „Wadi“ scheint es einen afrikanischen Tanz der Percussion mit dem Bass zu geben, in dem das Saxophon melodisch den Ton angibt. Die Musik weckt tausenderlei Assoziationen. Klangfarben fügen sich zu einem collageartigen Gemälde zusammen. Von einem Fluss, dem Niger, der sich träge durch den afrikanischen Dschungel wälzt, an manchen Stellen an den Ufern plätschernd in Wellen anrollt.

„Water Music“ nennt sich das Trio mit dem schottischen Multiinstrumentalisten Colin Dunwoodie, dem Mainzer Schlagzeuger Günter Bozem und dem Frankfurter Bassisten Frank Willi Schmidt. „Water Music“ ist auch der Titel dieser Einspielung mit 17 abwechslungsreichen, originellen und ausgefallenen Short-Storys, die inspiriert sind von jenen mitreißenden Schilderungen, mit denen der Romancier T.C. Boyle die abenteuerliche Geschichte des schottischen Arztes Mungo Park bei der Erforschung des Niger nachvollzieht.

Dunwoodie und Bozem, die bereits mit den Klang-Experimenten des Rothengrund Art Ensembles oder beim Film-Musik-Projekt Metropolis gezeigt haben, zu welchen Überraschungen Jazz-Interpretationen fähig sind, kosten die Klangsuche in Water Music voll aus – auch wenn die Kompositionen von einigen Ausflügen in den freien Jazz abgesehen, durchaus im Hauptstrom fließen. Dass Schmidt unter anderem auch die singende Säge ohne peinliche Effekhascherei zur Färbung nutzt, rundet das Bild ab.

 

(km)

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