Yoichi Murata Solid Brass: What's Bop?

15.03.1998 18:00 von jazz (Kommentare: 0)

 

 

 

JVC, rec. 1996

 

Die Solid Brass Band begibt sich in die gute Gesellschaft der "neuen" Marching Bands á la "Dirty Dozen Brass Band". Das rasante New-Orleans-Revival, seit Mitte der 80er Jahre ein erfrischendes Element in der Jazzszene, vereint die New Orleans Tradition mit Elementen aus Bop, Funk und Soul - und das alles mit Vorliebe in aberwitzigem Tempo.

 

Die schelmische Frage des CD-Titels beantwortet "Solid Brass", die Gruppe um den Posaunisten Yoichi Murata gleich einmal mit einigen Takten aus Dizzy Gillespie's "Bebop". Die läßt Murata locker in seine eigene Komposition "What's the matter" übergehen.



Solid Brass - daraus besteht diese Band in der Tat. Das solide Fundament mit Tuba und Baritonsaxophon, untertrommelt von reichlich "Marching Bass Drums", "Marching Toms" und "Marching Snare drums" gibt den Solisten reichlich Raum für ihre launigen Improvisationen. Ein druckvoller rhythmischer Background, der vor allem dem federndem Spiel vom Leader Yoichi Murata an der Posaune entgegenkommt. Das Spektrum der Stücke reicht über 2 Kompositionen von Jaco Pastorius, einer Verneigung gegenüber Meister Ellington mit dessen "Come Sunday" zu einer Reihe von gekonnten Eigenkompositionen.

 

Echte Märsche sind die Sache der Solid Brass Band nicht - ein kurzer Ausflug im "Ponta-March" ist gewollt kläglich gestaltet - sofort konterkariert mit dem swingend-schwungvollen "Acute Angels". 

 


Als Gast fügt sich Michael Brecker bei einigen Stücken perfekt in die Gruppe ein - abgesehen natürlich von seinen gekonnten Soli ;-).

 

 

Zum Abschluß der CD gönnt sich der Leader - die Technik macht's möglich - ein melancholisch angehauchtes Quartett mit sich selbst an Posaune(n) und Bass-Posaune.

 

 

(fs) März 1998

 

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