Bingen swingt 2010
26.06.2010 18:37 von jazz (Kommentare: 0)

„Bingen Swingt“
Eine ganze Stadt im Jazz-Fieber
Es gibt Konzerte und Festivals mit großen Stars auf gigantischen Bühnen. Ein Muss für alle Fans, ein Happening, das man nicht versäumen darf, ein Riesen-Hype – die ganz große Nummer. „Bingen Swingt“ ist anders: Top Stars hautnah, Nachwuchstalente, neue Sterne am Jazzhimmel, Altmeister und Menschen, die Jazz-Geschichte geschrieben haben: Sie alle treffen sich ein Wochenende lang in Bingen am Rhein. Bereits zum 15. Mal macht die kleine Stadt sich fein für ein Event, das aus den Kalendern vieler Jazzfreunde nicht mehr wegzudenken ist. Vom 25. bis 27. Juni swingt ganz Bingen im Jazz-Fieber. Über dreißig Bands und Interpreten haben sich angesagt. Die Preise sind erfreulich niedrig. Der Festival-Button für EUR 15,- sorgt für freien Zugang an allen Tagen zu allen Bühnen.
Mit Latin Jazz und Salsa Cubana von der Band „SonRicoSon“ geht’s am Freitag um 18.00 Uhr los. Der Schluss-Akkord erklingt am Sonntag um 17.30 Uhr. Für das Abschluss-Konzert konnte diesmal das „Martin Weiss Ensemble“ gewonnen werden. Dazu stößt Biréli Lagrène. Schon in frühen Jahren wurde er als musikalisches Wunderkind gefeiert. Heute gilt er als legitimer Nachfolger der Stilikone Django Reinhardts. Meisterhafter Sinti-Jazz, Saitentanz auf der Violine, magische Gitarrenklänge, mitreißend bis zum letzten Ton, das erwarten die Zuhörer am Rhein-Nahe-Eck. Ein virtuoser Abschluss mit großen international anerkannten Künstlern.
Typisch Bingen: Junge Künstler und alte Hasen
Viele junge Künstler bereiten sich bereits seit Monaten auf ihren Auftritt in Bingen vor. Im Rahmen des Festivals wird diesmal der Wettbewerb „Jugend jazzt für Jazzorchester mit dem Skoda Preis“ ausgetragen. Deutsch-lands beste Nachwuchs-Jazzer treten hier an. Für die Traditionalisten gibt es eine Begegnung mit Hugo Strasser. Mit der Klarinette im Gepäck reist die 88-jährige Swing-Legende an. In seiner Festivalband schart er Freunde aus vielen Jahrzehnten aktiver Musikgeschichte um sich. Auch Emil Mangelsdorff, mittlerweile weit über 80, lässt es sich nicht nehmen, nach Bingen zu kommen. Der Meister am Altsaxophon steht mit dem Niederländischen Star-Trompeter Ack van Rooyen, ebenfalls über 80, auf der Bühne. Beide sind sich freundschaftlich verbunden, was neben der musikalischen Darbietung den besonderen Reiz dieser Begegnung ausmacht.
Der Bingen Mix: Saxophone geben den Ton an
„Man müsste mal all‘ die vielen Saxophone zählen, die während des Festivals in Bingen versammelt sind“, sagt Ute Hangen, Erfinderin von „Bingen Swingt“. Und tatsächlich kommt hier in Bingen eine große und eine berühmte Versammlung zusammen. Da ist zum Beispiel Nicole Johänntgen mit ihrer Band „Nicole Jo needs 2B funky 4ever“.
Das Altsaxophon hat es ihr angetan. Sie spielt es unverwechselbar sexy und gekonnt. Vier Saxophonisten haben sich unter dem Namen „Tenor Sax Battle“ zusammen geschlossen: Heinz von Hermann, Leiter der Jazz-Abteilung am Landeskonservatorium in Klagenfurt, Peter Weniger, künstlerischer Direktor des Jazz-Instituts Berlin, Jürgen Seefelder, Professor an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim, und Wilson de Oliveira aus Uruguay, lange Zeit Saxophon Solist der HR Bigband. In Bingen sind sie mit dabei. Ein besonderes Highlight wartet mit „Deep Schrott“ auf die Festival-Besucher. Vier (!) Bass-Saxophone live – das ist einzigartig auf der ganzen Welt. Und auch ein echter Prinz steht in Bingen auf der Bühne: Karl-Friedrich Erbprinz von Hohenzollern – in Jazz-Kreisen besser bekannt als „Charly and the Jivemates“. Das Quintett bringt viel Spielfreude auf die Bühne, die schnell aufs Publikum überspringt. Der Prinz selbst agiert als Leadsänger, Saxophonist und Gitarrist.
Bingen Spezial: Zum Beispiel der „Vibraphone Summit“
Doch was wäre „Bingen Swingt“ ohne seine Frauen. Nur eine sei stellvertretend für ihre Schwestern im Geiste hier genannt: Harriet Lewis, die schon einmal den Hof der altehrwürdigen Burg Klopp zum Kochen brachte, kommt wieder. Gleicher Ort, doch diesmal ist sie zusammen mit der Gregor Hilden Band zu hören. Und weil es zum besonderen Reiz des Festivals gehört, dass hier stets Jazzformationen zu hören sind, die nur hier und nirgend wo sonst auf der Welt in dieser einzigartigen Besetzung erlebt werden können, seien noch zwei ganz besondere Leckerbissen genannt: Beim „Vibraphone Summit“ treffen sich Martin Breinschmidt aus Wien, Frits Landesbergen aus Holland und Dizzy Kirsch aus Deutschland.
Wie Wilson de Oliveira so ist auch Eurique Elleria in Uruguay zu Hause. In „The Spirit of Tango and Cantombe“ sind die beiden in Bingen zu hören, zusammen mit dem Wilson de Oliveira Quintett und dem Binger Bassist Ralf Cetto. Und noch eine Verbindungslinie führt mitten hinein ins Herz von Bingen. Die Schülerbigband „Losin‘ Groove“ vom Binger Stefan-George-Gymnasium feiert im Rahmen von „Bingen Swingt“ ihren 20. Geburtstag.
Alle Veranstaltungen sind nach Erwerb des Festival-Buttons frei zugänglich. Anmelden muss man sich nur für das Jazz-Frühstück mit dem Jazzer Patrick Artero und dem „Center piece Quintett“ am Festival-Sonntag um 11.00 Uhr in der „Binger Rheinresidenz“.
Bingen-Kicks: Swingen mit Atomsphäre
Die Bühnen sind in der Stadt verteilt und haben ihren ganz besonderen Reiz. Mal kuschelig und klein ducken sie sich zwischen die Häuser der Altstadt, mal luftig mit großartigem Blick auf den Rhein. Sogar ein alter Burghof ist mit dabei. Auch die Künstler lieben die besondere Atmosphäre. Manchmal tauchen sie ab ins Festival-Geschehen und suchen den Austausch mit ihren Fans und all‘ den guten Freunden, die „Bingen Swingt“ zu einem festen Faktor in der Geschichte der kleinen Stadt Bingen gemacht haben.
Weitere Informationen, sowie Zimmerreservierungen, die dringend empfohlen werden, im Jazzbüro „Bingen Swingt“, Tel. 06721 184 206. News auch im Internet unter www.bingen-swingt.de



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