41. Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2010 - Vorschau
29.06.2010 18:47 von jazz (Kommentare: 0)

Think global, act local – Jazz im globalen Dorf
Der Jazz hat sein Zentrum verloren: War Nordamerika zunächst der Nabel der Jazzwelt, hat später das alte Europa dem Jazz ein neues Gesicht gegeben, so hat sich der Jazz im Zuge der Globalisierung längst über den ganzen Erdball verstreut. Ein paradoxer Effekt hat sich dabei ergeben: Je mehr die Welt zu einem globalen Dorf wird, umso wichtiger werden lokale Kulturen. Je stärker sich der Jazz zur Weltmusik entwickelt, umso mehr wachsen regionale Dialekte und Kolorite dieser Improvisationskunst.
Der japanisch-hawaiianische Ukulelen-Virtuose Jake Shimabukuro versöhnt nicht nur Chick Corea mit Michael Jackson, sondern schöpft auch aus der Folklore des polynesischen Kulturraums. Ein weiterer Viersaiter, der Mandolinen-Artist Sam Bush, wildert durch die Bluegrass-Steppe des amerikanischen Westens, wenn er als Special Guest in der Band des Saxophonisten Bill Evans auftritt oder mit Shimabukuro jammt. Wie in diesem kulturellen Kontext das afrikanische Perkussionsensemble um Lansiné Kouyaté und David Neerman wirkt, wird der Samstagabend des 41. Deutschen Jazzfestivals Frankfurt zeigen.
Weitere Projekte innerhalb des Themenschwerpunkts: Die hr-Bigband lässt sich von Tuva-Musik aus der Mongolei inspirieren. Die “Kinsmen“, ein Septett um die indische Saxophon-Legende Kadri Gopalnath und den New Yorker Altisten Rudresh Mahanthappa, verbindet traditionelle südindische Musik mit westlicher Improvisation. Der Tenorsaxophonist Tony Lakatos lässt mit seinem Projekt “Gypsy Colours“ die Musik der ungarischen Sinti und Roma in ungewohntem Sounddesign aufleben.
Deutsches Jazzfestival, Frankfurt, 28. - 30.10.2010
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