"Jazzfest Hannover" mit Gunter Hampel und Barbara Thompson
20.10.2005 11:44 von jazz (Kommentare: 0)
"Jazzfest Hannover" mit Gunter Hampel und Barbara Thompson
LAG Jazz Niedersachsen feiert 25-Jahre-Jubiläum: Förderung von Breite und
Spitze
Als im Herbst 1980 Niedersachsens Jazzmusiker zu einem ersten landesweiten
Festival im Schulzentrum Barsinghausen zusammen trafen, dachte noch niemand
daran, dass dies der Beginn einer 25jährigen Erfolgsgeschichte sein würde.
Die Besetzung war hochkarätig, auf der Bühne standen Jazz-Größen wie Gunter
Hampel, Dieter Glawischnig, Axel Prasuhn und Otto Wolters sie und ihre
Kollegen läuteten ein Vierteljahrhundert höchst wirkungsvoller konzertanter
wie pädagogischer Jazzarbeit ein. Am 5. und 6. November 2005 feiert die LAG
Jazz Niedersachsen ihr Jubiläum, authentisch mit klingenden Noten und
Improvisationen im Pavillon und in der Apostelkirche in der Innenstadt der
Landeshauptstadt Hannover.
Voller musikalischer Höhepunkte ist das Jubiläumswochenende, das
niedersächsische wie internationale Musizierkunst gleichermaßen präsentiert.
Am Samstag, 5. November, dem eher "akustischen" Tag, musiziert zunächst um
19.00 Uhr in der hannoverschen Apostelkirche an der Ecke Celler Straße /
Gretchenstraße das Trio "Songful" mit Frank Wöste (Kirchenorgel), Uwe
Steinmetz (Sopransaxophon) und Eric Schaefer (Schlagzeug). Um 20.00 Uhr geht
es im Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4, weiter mit einem zweiten
"JazziN"-Preisträger 2005, nämlich dem Quartett von Andy Mokrus (Klavier und
Akkordeon) mit Stephan Abel (Tenor- und Sopransaxophon), Peter Schwebs
(Bass) und Matthias Meusel (Schlagezug). Hieran schließt sich das
diesjährige niedersächsische "Jazz Art Ensemble" mit "Jazz In Motion" unter
Leitung des Multiinstrumentalisten Gunter Hampel an. Schlusspunkt des
Samstags ist die "International Skoda All Star Band" mit acht Musikern aus
fünf Ländern, unter ihnen Trompeter Uli Beckerhoff, Vokalistin Norma
Winstone und Schlagzeuger Bruno Castellucci.
Sonntag geht es vornehmlich "elektrisch" im Pavillon weiter, und zwar um
19.00 Uhr mit dem dritten "JazziN"-Preisträger, dem Keyboarder und
Komponisten Jürgen Friedrich und seiner Gruppe "Bits & Pieces" (Norbert
Scholly, Gitarre; Philipp Rehm, Bass; Christian Thomé, Schlagzeug) sowie um
21.00 Uhr mit der legendären Jazz-Rock-Band "Barbara Thompson¹s
Paraphernalia" feat. Jon Hiseman auf ihrer "Never Say Goodbye"-Tour 2005.
Thompson und Hiseman gehören auch der Band "Colosseum" an und waren
Mitglieder im ehemaligen "United Jazz & Rock Ensemble".
Der als "Landesarbeitsgemeinschaft der Jazzmusikerinitiativen und
selbstständigen Jazzmusiker in Niedersachsen" gestartete Verein leistete
erhebliche Pionierarbeit, als er systematisch und landesweit
Jazz-Ausbildungsprogramme für alle Niveaustufen aus der Taufe hob, noch
bevor es an Deutschlands Musikhochschulen Studiengänge für Jazz oder
Popularmusik gab und die niedersächsischen Musikschulen Popularabteilungen
einrichteten. LAG-Dozenten reisten nach Norden und Northeim, nach Hameln und
Hitzacker, um jugendliche wie erwachsene Interessenten mit "Blue Notes",
Improvisationen und Latin-Rhythmen in Kontakt zu bringen. Mit dem 1989 durch
die Stiftung Niedersachsen ermöglichten Ankauf eines laderaumstarken
Transporters konnte das Programm "Musikmobil" starten, das heute "Jazzmobil"
heißt, und nicht mehr nur die Lehrer, sondern auch vielerlei Instrumente in
die Regionen schickt. Mehrere Hundert Tages-, Wochen- und Wochenendworkshops
haben auf diese Weise durch die LAG Jazz in allgemein bildenden Schulen,
Musikschulen, Kirchengemeinden, Jugendzentren, Behinderteneinrichtungen und
Kulturvereinen Jazzmusiker aller Standards und Facetten herangebildet.
Gleichwohl lag der LAG das professionelle Jazzmusik-Schaffen im Lande am
Herzen. So erfolgte mit Unterstützung des Landesmusikrates und des
Kulturministeriums 1985 der Startschuss für das Konzertförderprogramm
"Jazzpodium Niedersachsen", das jedes Jahr auf der Entscheidungsgrundlage
einer unabhängigen und anonym arbeitenden Jury die gesamte stilistische
Bandbreite mittels einer Handvoll ausgewählter Bands auf die Bühnen
engagierter Veranstalter brachte. So wurde der "Jazz made in Niedersachsen"
zum Begriff, Formationen wie "Quartet and Brass", "Havana", "Shesh" und
"Blow Up" sowie Musikernamen wie Stephan Abel, Andreas Burckhardt, Bernd
Homann, Hervé Jeanne, Lars Kuklinski, Ulli Orth, Otto Wolters, Rolf Zielke
und viele mehr erreichten überregionale Bekanntheit. Aus dem "Jazzpodium"
wurde jetzt im Jubiläumsjahr der Wettbewerb "JazziN" mit stärkerem
Musikpreis-Charakter, weiterhin jedoch mit Akzent auf Livedarbietungen im
Heimatland.
Ein weiteres I-Tüpfelchen in der Profijazzförderung ermöglichte
Niedersachsens Kulturministerium der LAG Jazz im Jahre 2004 mit der
Hinzunahme eines jährlich neu zu gründenden Jazz Art Ensembles. Im
Gründungsjahr spielte ein Oktett Ulli Orths Programm "Jazz Goes Praetorius",
in diesem Jahr entwickelt Gunter Hampel Musik und Tanz unter dem Motto "Jazz
In Motion".
Im Schnittpunkt zwischen Nachwuchsarbeit und Professionalität liegt der
niedersächsische Landeswettbewerb "Jugend jazzt", den die LAG in Kooperation
mit dem Landesmusikrat und einem wechselnden lokalen Ausrichter seit 1989
bisher sieben Mal im Rahmen eines Jazztreffs mit konzertantem
Rahmenprogramm, Jam Sessions und pädagogischem Begleitprogramm durchführte.
Die "Jugend jazzt"-Landessieger vertreten Niedersachsen auf Bundesebene. Die
Gruppen "Groove Conspiracy" (2001) und "Tee mit Sahne" (2005) haben dabei
nicht nur den niedersächsischen "Jazzspatz" errungen, sondern auch
deutschlandweit erste Plätze belegt und jeweils eine CD-Produktion beim
Deutschlandfunk eingeheimst.
Nähere Informationen zur LAG Jazz Niedersachsen gibt es im Internet unter
www.lag-jazz.de
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