34. Konstanzer Jazzherbst - "Volksmusik & Jazz"
20.09.2012 22:29 von jazz (Kommentare: 0)

Perfekte Brotzeit für offene Ohren - wie sehr sich Volksmusik und Jazz gegenseitig beeinflussen, dieser Spur geht der 34. Konstanzer Jazzherbst nach.
Beide Stile haben sich schon immer beeinflußt. Seltsame Dinge nahmen ihren Lauf seit den Entstehungstagen des Jazz um 1900 in den südlichen USA, als afrikanische Rhythmik und Gesänge, europäische Tradition in Zirkus-, Militär-, Sakral- und Küchenmusik sich auf Erntefeldern, Strassenparaden und Tanzdielen befruchteten. Diese über 100-jährige Geschichte dauert an.
Eine der starken Inspirationsquellen entstammt dem süddeutschen und dem alpenländischen Raum - oder wurde der Blues gar in den Alpen geboren?
Viele der Künstler des diesjährigen Festivals sind in den Musikvereinen ihrer Heimatgemeinden aufgewachsen und haben sich auf dieser Basis ein breites musikalisches Spektrum erschlossen. Sie spielen zusammen mit Symphonikern, Popstars, Punkbands, jazzen und improvisieren grandiose, mit Intelligenz und Ironie. Dabei haben sie ihre Verbindung zur Volksmusik stets behalten und zelebrieren mit allen Mitteln ihre unstillbare Lust am Musizieren.
In diesem Jahr wird ein Protagonist aus dieser Garde mit mehreren Projekten besonders herausgestellt – der im Allgäu geborene Multiinstrumentalist Matthias Schriefl. Er wird als Solist bei Netnakisum einsteigen und seine Band Six, Alps & Jazz vorstellen. Darüber hinaus hat er den Auftrag erhalten, eine Festivalband zusammenzustellen und für sie zu komponieren. Bereits die Zusammensetzung der Band lässt ein grandioses Klangerlebnis erwarten.
Der 34. Konstanzer Jazzherbst präsentiert 7 Ensembles an 4 Festivaltagen.
Mi. 23.10.2013 | Kulturzentrum am Münster, Wolkensteinsaal
GRÜNES BLATT
mit Irina Ungureanu (voc), Matthias Spillmann (tp), Vera Kappeler (p), Urs Vögeli (g), Dominique Girod (b)
«Foaie verde», grünes Blatt - so beginnen viele rumänische Volkslieder, deren Text sich oft nicht an Personen, sondern an die Natur richtet. Rumänische Volksmusik ist auch ein zentrales Element des Quintetts um den Kontrabassisten Dominique Girod. Die Band sucht jedoch bewusst nach einem
neuen und improvisatorischen Umgang mit diesem archaischen Volksgut, nach einem Klang, der dieses auch mit eigenen Lyrikvertonungen zu einer Einheit zu verschmelzen mag.

NETNAKISUM feat. Matthias Schriefl
mit Claudia Schwab (vl), Marie-Theres Härtel (va), deeLinde (clo), Matthias Schriefl (tp)
Wenn die drei temperamentvollen Streichvirtuosinnen aus der Steiermark und ihr nagelneues Programm „Epochale Saitenschreie“ auf Matthias Schriefl treffen, ihren Allgäuer Bruder im Geiste und unseren diesjährigen artist in residence, dürfen wir eine Liebeserklärung an die Musik erwarten. Alle stammen sie aus musikalischen Großfamilien, sind mit der Musik verwachsen, haben viele Instrumente ausprobiert und touren auf der ganzen Welt.
Do. 24.10.13 | K9, Hieronymusgasse 3
HILARIA KRAMER QUARTET
mit Hilaria Kramer (tp), Flo Stoffner (g), Pietro Leveratto (b, Lionel Friedli (dr)
Hilaria Kramer, die aus dem Thurgau stammende Trompeterin, Sängerin und Komponistin, spielt seit ihrem zehnten Lebensjahr Trompete und hat nach einer Ausbildung an der Jazzschule St.Gallen schon früh den Weg zu einer freien Sprache im Jazz gefunden - mit 21 Jahren nahm sie ihr erstes Album mit eigenem Quartett auf. Die zuletzt veröffentlichte CD „La Suite“ des Quartetts enthält Titel wie „Harlem Nocturne“ oder „Crescendo“ und im Zusammenspiel mit ihren Mitmusikern entsteht in diesem Quartett tatsächlich eine vielfältige, auch spannungsgeladene Musik.
SIX, ALPS & JAZZ
mit Matthias Schriefl (tp, flh, euph, bass-flgh, sousaphon, alphorn, voice), Johannes Bär ( tuba, euph, flh, tp, alphorn, tb, horn, voice), Florian Trübsbach (ob, as, fl, cl, picc, schwegeln, voice), Alex Morsey (db, tuba, euphonium, flgh, voice), Gregor Bürger (fagott, bars, ts, cl, voice), Peter Heidl (fl, picc, ts, cl, voice). Special guest: Bodek Janke (dr, perc, voice)
"Perfekte Brotzeit für offene Ohren und eine musikalische Seele“ – so beschreibt Wolfgang Puschnig diese Musik. “Sinfonisches Alphornglühen" wäre auch ein passender Name für das musikalische Spektakel dieser 7-köpfigen Formation aus Multiinstrumentalisten, die mehr als 30 verschiedene Holz-und Blechblas-instrumente mitbringen und spielerisch beweisen, dass Volksmusik auch Jazz und Jazz auch Volksmusik ist. Lustvoll und mit vitaler Virtuosität wird gekonnt jeder Gedanke an Volkstümelei weggespielt. Heimatliche Instrumente von Alphorn bis Schwegel werden in Szene gesetzt und altes Liedgut neben Eigenkompositionen in alpinem Stil in die globale Musik des improvisierten Jazz übersetzt. Matthias Schriefl erweist sich als sicherer Grenzgänger zwischen den musikalischenKulturen und als solcher wurde er von der Jury des Preises der Deutschen Schallplattenkritik 2012 ausgezeichnet.
Fr. 25.10.2013 | Kulturzentrum am Münster, Wolkensteinsaal
Ersatzbrüder
mit Rainer Tempel (p), Matthias Tschopp (barsax), Andreas Tschopp (tb)
Zwei Zürcher Brüder und ein Tübinger Pianist haben sich gegenseitig zu Ersatzbrüdern erkoren, weil die jeweils anderen Brüder aufgehört haben, Musik zu machen. Diese Zusammenführung führte 2011 zu einem deutsch-schweizerischen Trio, dessen von Rainer Tempel komponierte Musik von ihnen selbst als „polyphone Kammerjazzmusik“ beschrieben wird. In ihrem aktuellen Programm „Polyphonic“ trägt jedes Instrument dieser ungewöhnlichen Besetzung gleichberechtigt zum klaren, puren Klang der Musik bei, die bei intelligenter Verflechtung der Stimmen die Form von Fugen und Kanons haben und daher auch an klassische Werke erinnern, aber dabei immer den Jazz heute spielen.
VILLERD / AYLER QUARTET
mit Guy Villerd (sax), Jean-Jacques Avenel (b), Xavier Garcia (sampler), Christian Rollet (dr)
Das Villerd/Ayler Quartett widmet sich der bahnbrechenden Musik von Albert Ayler in ihrem Explosivsound. Noten interessierten ihn nicht, er wollte über sie hinauskommen und reinen Sound spielen, zu den Elementen der Musik zurück, zur Emotion, vollkommen befreit von anti-emotionalen Konzeptionen. Seine Platten waren schön, zunächst erschreckend, denn sie kehrten sich von allem ab, sie waren nicht ein bisschen »vernünftig«, sie pfiffen auf »Erklärungen«.
Sa. 26.10.13 | Kulturzentrum am Münster
KONSTANZER BEGEGNUNGEN: MATTHIAS SCHRIEFL ́sMULTIORCHESTER
mit Matthias Schriefl (tp, flh, euph, tuba, alph), Johannes Bär (tp, flh, tb, euph, tuba, alph), Christoph Moschberger (tp, flh, Euph, thorn), Stefan Konzett (Tb, Euph, atb, alph), Johannes Lauer (tb, bflh), Dominik Stöger (tb, Euph, btb), Cino Palagliésu (trb, vc, ts, b), Peter Heidl (fl, picc, ts, cl), Florian Trübsbach (ob, as, fl, cl, picc, va, Stimme), Gregor Bürger (fag, bars, ts, cl), Simon Rummel (p, keys, organ, via, Stimme), Kalle Kalima (g, eff), Alex Mosley (db, tuba, Stimme), Christian Lillinger (dr), Tamara Lukasheva (Stimme, mel, p)
Eng wird es werden auf der Bühne im Wolkensteinsaal. Alleine schon die Instrumente der Band reichen für ein ganzes Orchester. Die Festivalband, die Matthias Schriefl für uns zusammengestellt hat, lässt keine Wünsche offen. Liebe alte Bekannte treffen sich mit Kollegen, die zum ersten Mal bei uns auftreten, proben das Programm hier in Konstanz und lassen zum Abschluss des Festivals ein grandioses Klangerlebnis erwarten.
Zu allen Gruppen sind Hörproben auf der Webseite www.jazzclub-konstanz.dezu finden.
Eintritte jeweils: 28 € / 23 € ermäßigt / 15 € Mitglieder des Jazzclub Konstanz
Festivalpass: 60 € / 48 € ermäßigt / 30 € Mitglieder des Jazzclub Konstanz
Reservierungen
info@jazzclub-konstanz.de oder Tel. 0049-7531-52639
Ein Veranstaltung des Jazzclub Konstanz
www.jazzclub-konstanz.de



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