Neuer deutscher Jazzpreis Mannheim 2006

01.02.2006 14:47 von jazz (Kommentare: 0)

 

Gleich die erste Ausschreibung des zum ersten Mal stattfindenden Jazzpreises erfreut sich einer großen Resonanz. Es haben sich 124 Bands aus der Top-Riege der deutschen Jazzszene beworben, aus denen von einer Jury, bestehend aus Jazzkritikern, Veranstaltern und IG-Jazz, in der ersten Runde 16 Bands ausgewählt wurden. Daraus bestimmte der aus Berlin stammende Kurator, Pianist, Komponist und Arrangeur Alexander von Schlippenbach die drei Finalisten themroc3, Lüdemann - Winterschladen und „Der Rote Bereich“. Neben diesen drei hochkarätigen Finalisten freut sich die IG-Jazz über einen ebensolchen Hauptsponsor - nämlich die MVV Energie . Der Konzertraum wird - wie auch in den vergangenen 19 Jahren - die Alte Feuerwache sein.

themroc3 beschreiben sich als 3 wohlerzogene junge Männer (M. Griener, dr; R. Koch, trp; B. Weidekamp, sax), die sich eines Tages zusammengerottet haben, um „Ruhe und Ordnung für immer hinter sich zu lassen“. Mit archaischen Lauten, deren Sinn und zwingende Notwendigkeit sich zwangsläufig auch dem Unbedarftesten erschließt, „suhlen sie sich im Morast der Jazzgeschichte“, stets in der Hoffnung, ihn wieder in fruchtbaren Boden zu verwandeln.

Das Duo Hans Lüdemann (p) & Reiner Winterschladen (trp) bedienen sich aller erdenklichen Inspirations- und Klangquellen. Dabei fließen sowohl Hans Lüdemanns Erfahrungen mit afrikanischer Musik als auch Winterschladens Expressivität ein, die dem Instrument alle vorstellbaren und unvorstellbaren Klangmöglichkeiten entlockt. Fühlen wir uns einen Moment im Weltraum, so sind wir im nächsten Augenblick mitten im Dschungel. 

Nicht dass die Herren mit den komischen Anzügen, den hoch gestellten Krägen und den langen Koteletten mittlerweile ergraute Jubilare wären, aber dennoch: Der „Rote Bereich“ (F. Möbus, git; R. Mahall; b-cl; O. B. Steidle, dr) wird 10 Jahre alt und sie haben allen Grund zum Feiern: Der Rote Bereich gilt nicht erst seit gestern aufgrund seiner eigenwilligen Musik, seines anarchistischen Humors, seiner intelligenten Arrangements und seines originellen Sounds "als wichtigster Vertreter des deutschen Avantgarde-Jazz" (Tagespiegel) - auch wenn die eben erwähnten Herren selbst den Begriff Avantgarde nur akzeptieren würden, wenn man sie damit nicht in irgendeine musikalische Schublade steckt.

Die Macht liegt letztendlich beim Publikum - so dachten die Macher dieses Jazzpreises. Darum entscheidet am Freitag dem 10. März das Publikum, wer den vom Hauptsponsor mit €10000,- dotierten „MVV Energie-Bandpreis“ und den vom Maritim Hotel mit €1000,- dotierten Maritim Solistenpreis erhält.
Am Samstag dem 11. März werden die beiden Preise überreicht, wonach die „Sieger-Band“ zu hören ist. Als zweiter Act spielt das Felix Fromm Sextett (F. Trübsbach, sax; S. Weber, sax; F. Fromm, trb; R. Böhm, p; A. Huber, b; B. Jütte, dr) eine Mannheimer Band mit nationaler Besetzung und internationalen Preisen. Als Höhepunkt des Festivals ist der Kurator Alexander von Schlippenbach Trio zu hören sein. 
An beiden Abenden wird es eine „After-Hour-Session“ im angrenzenden a.f.m* geben.



Programm „Neuer deutscher Jazzpreis Mannheim“



Freitag 10. März, Alte Feuerwache, 20:00 Uhr

themroc3
Duo Hans Lüdemann & Reiner Winterschladen 
Der Rote Bereich
Afterhour-Session a.f.m*
 (Alte Feuerwache)


Samstag 11.März, Alte Feuerwache, 20:00 Uhr

Preisverleihung MVV Energie-Bandpreis & Maritim Solistenpreis
Gewinner des MVV Energie-Bandpreises

Felix Fromm Sextett
Alexander von Schlippenbach Trio
Afterhour-Session a.f.m* (Alte Feuerwache)

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