Polnische Lyrik & Jazz als einheitliches Erlebnis - 4.7. Ludwigsburg

25.06.2007 14:55 von jazz (Kommentare: 0)

 


Klarinettist Kumpf tritt wieder in Ludwigsburg auf
Performance am 4. Juli um 20.30 Uhr im Kulturwerk



LUDWIGSBURG. In Sachen künstlerischer Delikatessen hat sich das junge Kulturwerk Ludwigsburg bereits einen guten Namen gemacht. Am Mittwoch, 4. Juli, gastieren um 20.30 Uhr in der Rheinlandstraße 10 die Eheleute Katarzyna und Hans Kumpf sowie der aus der Slowakei stammende Jan Jankeje mit polnischer Poesie und passender Musik.

Das seit 1992 bestehende Projekt "Polnische Lyrik & Jazz" beschäftigt sich umfassend und vielschichtig mit der modernen polnischen Dichtung, die hier im polnischen Original und in Übersetzungen (von Karl Dedecius, Deutsches Polen-Institut) vorgetragen wird. Unter den namhaften Autoren sind auch die beiden Literatur-Nobelpreisträger Czeslaw Milosz und Wislawa Szymborska. Die mit der eigentümlichen slawischen Atmosphäre und einem unverwechselbaren Esprit erfüllte Dichtung findet in jazzig improvisierter Musik eine kreative Verklanglichung, Ergänzung und Kommentierung. Jeder Auftritt bringt künstlerische Neuigkeiten und gewinnt jeweils eine Eigendynamik.

Für die stimmige Einheit sorgen die studierte Philologin und Übersetzerin Katarzyna Kumpf als Rezitatorin sowie die beiden weltweit renommierten Musiker Jan Jankeje (Kontrabass) und Hans Kumpf (Klarinette, Theremin). Erfolgreiche Performances hatte das Projekt schon in Isny, bei der Reihe „Osteuropa in Donauwörth“, mehrfach an der Akademie Bad Boll, beim "Herbst der Kulturen" in Stuttgart, beim Polen-Forum in Oberursel, bei den Ingolstädter Jazztagen, wiederholt an der Volkshochschule Ulm, beim XVII. Deutsch-Polnischen Symposium in Ravensburg, bei den Baden-württembergisch/polnischen Kulturbegegnungen - und sogar in den Landtagen von Hessen und Baden-Württemberg.

"Polnische Lyrik und Jazz", so schrieb die die Ulmer „Südwest Presse“ über eine Performance in Ulm, sei "ein gelungenes Experiment. Die in den poetischen Vorlagen enthaltenen Stimmungen wurden gleichsam lebendig: Empfindungen wie Schwermut, Befremdlichkeit, aber auch Lebensfreude waren für das Publikum deutlich spürbar. Die Bandbreite der akustischen Ausdrucksmöglichkeiten der beiden Musiker ist faszinierend."

In einer zweistündigen WDR-Sendung über fünf Jahrzehnte Jazz mit Lyrik in Amerika und Europa brachte Werner Wunderlich von Katarzyna Kumpf und ihren Instrumentalbegleitern nicht weniger als drei Beiträge. Sicherlich ein Hinweis, wie hoch von Fachleuten ihre unverwechselbare Version von Polens Poesie mit avantgardistischen Klängen eingeschätzt wird.

Schon seit drei Jahrzehnten improvisieren Jan Jankeje und Hans Kumpf immer wieder zusammen, sei es in Clubs, bei Festivals, auf einer Gastspielreise, die 1991 nach Leipzig und Halle führte - oder gar auf CD („Portrait of Jan Jankeje”, jazzpoint records).

Der nun wieder in Schwäbisch Hall wohnende Klarinettist Hans Kumpf war seit 1970 im Raum Ludwigsburg ansässig und inspirierte über drei Jahrzehnte lang als Musiker, Organisator, Fotograf und Jazzkritiker die hiesige Szene nachhaltig.

 

 

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