WDR Jazzpreis 2006 für Florian Ross und Matthias Schriefl

01.07.2006 12:39 von jazz (Kommentare: 0)

 



Der Westdeutsche Rundfunk hat zum dritten Mal den WDR Jazzpreis für herausragende Leistungen in der Jazzszene NRW vergeben: In der mit 10.000 Euro dotierten Kategorie „Komposition und Arrangement“ konnte sich der Pianist, Komponist und Arrangeur Florian Rossdurchsetzen. Preisträger in der ebenfalls mit 10.000 Euro bewerteten Kategorie „Jazz Improvisation“ ist der Trompeter Matthias Schriefl. 


Der mit 5.000 Euro dotierte „Ehrenpreis“, der in diesem Jahr für den Bereich Jazz-Fotografie ausgeschrieben wurde, geht an den Kölner Fotografen Lutz Voigtländer. Außerdem wurde 2006 erstmals ein zusätzlicher Preis im Wert von 5.000 Euro für den „Jazz-Nachwuchs“ ausgelobt. Diese Auszeichnung bekommt die von Saxofonist Elmar Frey geleitete Big Band der Kunst- und Musikschule Brühl.


Die Preisträger wurden von einer Fachjury ausgewählt, der nordrhein-westfälische Jazzkritiker und die Jazz-Fachredaktion des WDR angehören. 

Der WDR Jazzpreis 2006 wird am 27. Oktober im Rahmen eines Jazzpreis-Konzerts im Klaus von Bismarck-Saal des WDR-Funkhauses in Köln an die Preisträger überreicht. Am gleichen Abend wird auch eine Ausstellung mit Bildern von Lutz Voigtländer eröffnet. Den Rahmen für den WDR Jazzpreis 2006 bildet das Festival WDR 3 jazz.cologne mit einer zehnstündigen WDR 3 Jazznacht, die am 28. Oktober im Funkhaus und im Kölner Stadtgarten stattfinden wird. Innerhalb dieser Jazznacht wird auch die Veranstaltung zur Preisverleihung ausgestrahlt. 


Informationen zu den Preisträgern:

„Komposition und Arrangement“: Florian Ross


Florian Ross, Jahrgang 1972, konnte sich im letzten Jahrzehnt international einen Namen als vielseitig interessierter und raffiniert schreibender Komponist und Arrangeur machen. Mit seinem kompositorischen Werk gelingt es ihm stets, Brücken zwischen der weit verzweigten Jazzgeschichte und einer multistilistischen Avantgarde zu schlagen. Als „Leader“ hat der Pianist mittlerweile sechs CDs aufgenommen, deren Besetzung vom Trio bis zur Big Band reicht. Im Herbst will Florian Ross mit seinem Jazz-Piano-Trio mit Saxofonquintett neue Studioproduktionen einspielen.

Info: www.florianross.de



„Jazz Improvisation“: Matthias Schriefl

Trompete spielte Matthias Schriefl bereits, als er sechs Jahre alt war. Mit elf folgte der Bundessieg beim Wettbewerb „Jugend musiziert“, mit 15 war er jeweils das jüngste Mitglied im Landesjugendjazzorchester Bayern und im BundesJazzOrchester. Der heute 25-Jährige gehört zur Generation junger deutscher Jazz-Musiker, die sich risikobereit durch das „musikalische Dickicht“ jenseits des Jazz-Mainstreams schlagen. So spielt er etwa mit seinem Quartett Shreefpunk eine lärmige, eruptiv-expressive Improvisationsmusik zwischen Bebop und Avantgarde und reichert auf der anderen Seite den am Dancefloor orientierten NuJazz von Spacelab mit digitalen Spielereien aus dem Computer an. 


„Ehrenpreis – Jazz-Fotografie“: Lutz Voigtländer

Lutz Voigtländer hat mit seinen Fotos einen vollkommen eigenen und auch eigenwilligen „Jazz-Look“ gefunden. Der 1965 geborene Fotograf, der sowohl für große Magazine als auch für Jazz- und Musikfachzeitschriften arbeitet, sucht ungewöhnliche Räume und Plätze außerhalb der Bühne, um die portraitierten Musiker in Szene zu setzen: Rapper Biz Markie in kurzen Hosen mit nacktem Oberkörper auf einer Mauer; Saxofonist Chris Potter vor der kühlen Fassade einer Marmorwand; eine schüchtern lächelnde Diana Krall im Schneidersitz auf hellblauem Teppichboden. In Voigtländers Bildern kommt stets die Persönlichkeit durch, und zwar gleichermaßen die des Porträtierten wie die des Fotografen.


„Jazz Nachwuchs“: Bigband der Kunst- und Musikschule Brühl

Die Musikschulen in Deutschland sind mit ihrem breit gefächerten Unterrichtsangebot oft Garanten für gut ausgebildete Amateur- und Profimusiker, auch im Bereich des Jazz. Ein Beispiel dafür ist die Kunst- und Musikschule Brühl. Dort verfolgt der Saxofonist und Jazzpädagoge Elmar Frey im Fachbereich Jazz ein mehrgleisiges pädagogisches Konzept, das Einzel- und Ensembleunterricht ebenso wichtig nimmt wie fundierte theoretische Grundlagen. Einen Schwerpunkt des Unterrichts in Brühl bildet seit mehr als 30 Jahren die Big-Band-Arbeit, die mit Preisen bei zahlreichen Wettbewerben gekrönt wurde - wie zuletzt 2005 mit dem 1. Preis beim „Jupiter Big Band Contest“ in Nürnberg. Tourneen führten die jungen Musiker unter anderem ins Mutterland des Jazz, die USA, und nach China.

Info: www.kums-bruehl.de

 

 

 

 

 

 

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