cresc - Biennale für Moderne Musik Frankfurt Rhein Main von 26.-29.11.2015

20.11.2015 13:07 von jazz (Kommentare: 0)

 

das internationale Musikfestival ›cresc… Biennale für Moderne Musik Frankfurt Rhein Main‹ präsentiert von Donnerstag, 26., bis Sonntag, 29. November 2015 unter dem Motto ›Images of Sound‹ in neun Konzerten, acht Filmkonzerten, einer Klang-Performance, Kinder- und Educationprojekten sowie einem Symposium an verschiedenen Spielorten im Rhein-Main-Gebiet die beiden zeitbasierten Künste Musik und Film in spannungsreichen Wechselspielen. Das Festival hat mit neuen Partnern in Wiesbaden, Frankfurt, Rüsselsheim und Hanau die Zahl der Kooperationen von sieben auf 13 erhöht. Die wechselnden und an Anzahl wachsenden Veranstaltungsorte und Kooperationspartner sowie das Programm selbst markieren den Anspruch des Festivals: exzeptionelle Musik unserer Zeit für das Publikum der Metropolregion. Höhepunkte sind u.a. Stanley Kubricks filmischer Meilenstein ›2001: Odyssee im Weltraum‹ mit dem hr-Sinfonieorchester sowie das Filmkonzert ›Die Weber‹ mit dem Ensemble Modern, ›Quadruplets‹ mit vier Uraufführungen aktueller Film-Musik-Werke, das Abschlusskonzert mit Uraufführungen audiovisueller Werke von Simon Steen-Andersen und Michael Beil sowie die Aufführung von Schlüsselwerken und einer Uraufführung von Helmut Lachenmann. Ihm widmet das Festival zu seinem 80. Geburtstag mehrere Konzerte.

 

Musik und Film

Was können Neue Musik und Film voneinander wollen? Der Film und die Neue Musik sind Kinder des 20. Jahrhunderts, ihre Beziehung gleichwohl zurückhaltend. Ein Problem im Verhältnis zwischen Musik und Film besteht darin, dass in der Wahrnehmung das Visuelle das akustische Geschehen dominiert. Auch ist der Film ein in erster Linie kommerziell ausgerichtetes Medium, während die Neue Musik sich gängigeren Marktmechanismen eher entzieht. Und doch ist die Inbezugsetzung von Musik und Film extrem reizvoll. Im gleichen Zug, wie sich Filmemacher immer intensiver mit dem Thema Musik auseinandersetzen, gewinnt für zeitgenössische Komponisten das Medium Film an Gewicht, das sie in ihre Werke integrieren, mehr noch, das sie gemeinsam mit Filmemachern von Grund auf neu gestalten und dabei Position beziehen. Das Festival ›cresc…‹ zeigt facetten und spannungsreich verschiedene Verbindungen von Musik und Film – sowohl in Musikfilmpremieren junger Komponisten und Filmemacher als auch in live gespielten Film- und Stummfilmkonzerten.

 

Schwerpunkt Helmut Lachenmann

Wenige Komponisten haben die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts so geprägt wie Helmut Lachenmann, sowohl praktisch durch seine Kompositionen, als auch theoretisch durch profunde Texte und Vorträge. Sein Schaffen zeichnet sich durch Hinterfragen von Spielgewohnheiten und Aufrütteln der Hörerwartungen aus. Mit seiner ›musique concrète instrumentale‹, dem instrumentalen Klangkomponieren, hat er das Ausdrucksspektrum der Neuen Musik entscheidend erweitert und prägte damit die nachfolgenden Musikergenerationen. An seinem 80. Geburtstag widmen die beiden Klangkörper der ›cresc…‹-Biennale, das hr-Sinfonieorchester und das auf Orchestergröße erweiterte Ensemble Modern Orchestra, dem Komponisten im Kurhaus Wiesbaden ein Festkonzert, bei dem u.a. die Uraufführung einer Neufassung von Lachenmanns ›Air‹ zu erleben ist. Weitere Begegnungen mit Werken des Künstlers ermöglichen die Konzerte ›Licht und Schatten‹, ›Streichquartette von Helmut Lachenmann‹ und ›Mozart / Lachenmann‹.

 

Begleitprogramm

Begleitend zum Konzertprogramm präsentiert das Musikarchiv des Deutschen Filminstituts einige seiner Schätze aus der Stummfilmzeit in einer Projektion ›Musik zum Stummfilm‹. Originalpartituren, historische Kinoprogramme und Zeitschriftenartikel sowie zahlreiche Hörbeispiele von damaligen Tonträgern wie Edisonwalzen und Schellackplatten lassen die Ära audiovisuell lebendig werden. Angesiedelt im Foyer der Veranstaltungsorte, ermöglicht die Projektion, die technische Zusammenführung von Film und Musik bis zu ihrer Frühzeit zurückzuverfolgen. Im zweiteiligen Symposium in Wiesbaden und Darmstadt sollen Qualität und spezifische Wirkungsweisen der Neuen Musik in der Verbindung mit Film herausgearbeitet werden. Mit renommierten Gastrednern unter Moderation von hr2-kultur-Redakteur Stefan Fricke wird mit Vorträgen, Screenings und einem Round Table eine weitergehende Durchdringung des Festivalthemas geboten.

 

Education-Programm und Kinderkonzerte

Seit 2013 ist auch ein Education-Programm mit Frankfurter Schulen in die Biennale eingebunden. Dieses Jahr beschäftigen sich 100 Schüler der 7. Jahrgangsstufe und des Schulorchesters der Bettinaschule Frankfurt mit Friedrich Cerhas ›1. Keintate‹, die mit ihrem kritischen Blick auf die Gesellschaft einer Großstadt viele Anknüpfungspunkte zur kreativen Auseinandersetzung bietet. Die Ergebnisse der Arbeit, in der die Schüler unter Anleitung der Musiker des Ensemble Modern gemeinsam komponieren, arrangieren, texten und fotografieren, werden in der Aula der Bettinaschule präsentiert. Darüber hinaus veranstaltet ›cresc…‹ erstmals Kinderkonzerte, die insbesondere für Schüler der 1. bis 5. Jahrgangsstufe geeignet sind. In einem Live-Filmkonzert präsentiert das IEMA-Ensemble den Puppentrickfilm ›Die Wunderuhr – Der Zauberwald‹ von Ladislas Starewitch. Die Geschichte um den Uhrmacher Bombastus wird in Frankfurt, Wiesbaden und Hanau aufgeführt.

 

Nähere Informationen www.cresc-biennale.de

 

 

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