Festival „off the record“ in Marquardt
05.09.2005 12:11 von jazz (Kommentare: 0)
Am Samstag, dem 10. und am Sonntag, dem 11.9.2005 findet jeweils in der Zeit von 17.00 Uhr bis 19.30 Uhr die erste Ausgabe des oben genannten Festivals in der Ev. Kirche Marquardt statt. Auf dem Programm stehen Kompositionen der [Wiener] Klassik (Stamitz, C.P.E. Bach, Mozart u.a.) und der [klassischen] Moderne (Satie, del Rosario, Corbett, Hosokawa). Interpretiert von namhaften Flötisten, wie Christian Lau (Potsdam) und Jeff Cloke (London) am 10.9.2005, sowie von Sabine Vogel (Potsdam) und Klaus Schöpp (Berlin) am 11.9.2005. Nach den 30minütigen Solokonzerten schließen sich Improvisationen der Solisten an, die im ebenfalls halbstündigen zweiten Teil von Duopartner begleitet werden. In der chronologischen Reihenfolge handelt es sich dabei um die Gitarristen Axel Elter (Potsdam) und Andreas Willers (Kleinmachnow) am 10.9.2005 und am darauf folgenden Tag spielen der Bassist Axel Haller und der Saxophonist Ulrich Krieger (beide Berlin).
Die Idee, ein solches Festival im Norden Potsdams zu veranstalten, reicht zurück bis an das Ende des 18. Jahrhunderts. 1795 erwarb Bischoffwerder, väterlicher Freund Friedrich Wilhelm II., ein stattliches Anwesen in Marquardt und gab dem märkischen Dorf und dem dort gelegenen Park eine Reihe von kulturellen Impulsen, die im weiteren Verlauf der Ortsgeschichte bis heute dessen idyllisch-mystischen Charakter geprägt haben. Der König selbst, war passionierter Cellist, der seiner eigenen Hofkapelle angehörte. Verbunden waren sich Bischoffwerder alias Farferus (seit 1779) und Friedrich Wilhelm II. alias Ormeus Magnus (seit 1781) auch als Rosenkreutzer. Traditionell absolvierten beide zuvor verschiedene Grade der Freimaurer, denen z.B. seit 1738 Friedrich der II. angehörte, nach dessen Tod im Jahre 1786 Friedrich Wilhelm II. (sein Neffe) Thronfolger wurde. Die Sitzungen der Rosenkreutzer fanden in der eigens dafür gebauten Blauen Grotte statt, die sich im Park unterhalb des damaligen Herrenhauses befand. Am Rande des Parks – mitten im alten Dorfkern – befindet sich die Evangelische Kirche. Die von Bischoffwerder errichtete Kirche musste Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen werden. Der seit 1892 im Park lebende Louis Ravenné stiftete den Neubau einer neobarocken Patronatskirche, die im Jahr 1901geweiht werden konnte. Bis heute dient sie der evangelischen Kirchgemeinde für Gottesdienste. Seit vielen Jahren sind auch Musiker in den unterschiedlichsten Besetzungen zu Gast gewesen, um hin und wieder Konzerte zu geben. Bereits das 2003 in der Kirche stattfindende Solokonzert des schottischen Cellisten Tony Moore stand in direktem Zusammenhang mit einem kulturgeschichtlich intendierten Projekt. Vor zwei Jahren stand die „Blaue Grotte“ im Blickpunkt hauptsächlich bildkünstlerischer Reflexionen. Das Gastspiel des Cellisten fand große Aufmerksamkeit unter den einheimischen und auswärtigen Gästen und bildete eine Art Brücke für die nächste Initiative, die aus einem vergleichbaren Bezugsfeld heraus entstanden ist.
Das diesjährige Festival widmet sich der Flöte. Ausgehend von der (Wiener) Klassik bis zu zeitgenössischen Kompositionen wird gerade in den Solokonzerten der Interpreten die Entwicklung des Flötenspiels deutlich. Bestimmten in der (Wiener) Klassik vorwiegend weltliche Themen die Kompositionen, waren diese von einer äußerst kontrastreichen Empfindungssprache geprägt. Dem Solokonzert wurde große Aufmerksamkeit geschenkt. Komponisten, wie Mozart, Beethoven und Haydn mögen dafür als Beispiel genügen. In der weiteren Entwicklung erweiterten sich die Klangsprache und der Facettenreichtum. Dies hatte z.B. mit der handwerklichen Entwicklung des Flötenbaus zu tun. Zu hören sind neben der Altblockflöte verschiedene Querflöten, wie die Alt-, die Kontrabassflöte und auch die so genannte Böhm-Flöte. Gerade in den beiden Eröffnungskonzerten des Festivals stehen mit den Solisten Christian Lau aus Potsdam und Jeff Cloke aus London allein technisch zwei unterschiedliche Spielhaltungen aufeinander. Lau bevorzugt die traditionelle Spielweise und interpretiert ausschließlich notierte Musik. Jeff Cloke hingegen kommt aus dem Umfeld der britischen improvisierten und experimentellen Musik. Für sein Soloprogramm favorisiert er die folgende Idee: „I am thinking maybe of a piece from the 18th century with variations increasingly modern, eventually with much electronic processing.” Spannend und reizvoll wird auch der zweite Festivaltag sein, den zwei Solisten der jüngeren Generation, Sabine Vogel und Klaus Schöpp, bestreiten. Die Duopartner des jeweils zweiten Konzertteils, Axel Elter, Andreas Willers, Axel Haller und Ulrich Krieger sind selbst als Solisten tätig und besitzen ein regionales wie internationales Renommee. Der Eintritt ist frei. Um Kartenreservierung wird gebeten.
Ort: Ev. Kirche Marquardt b. Potsdam
Zeitraum: 10. und 11.9.2005
Veranstalter: Geheime musikalische Gesellschaft (GmG)
Programm:
10.9.2005
17 Uhr bis 18 Uhr
Christian Lau (Flöte solo)
Duo Christian Lau/Axel Elter (Gitarre)
18.30 Uhr bis 19.30 Uhr
Jeff Cloke (Bassblockflöte solo)
Duo Jeff Cloke/Andreas Willers (Gitarre)
11.9.2005
17 Uhr bis 18 Uhr
Sabine Vogel (Flöte solo)
Duo Sabine Vogel/Axel Haller (Bassgitarre)
18.30 Uhr bis 19.30 Uhr
Klaus Schöpp (Flöte solo)
Duo Klaus Schöpp/Ulrich Krieger (Saxophone)
Im Rahmen des Festivals stellt Bernd Krenkel in der Kirche
seinen Zyklus „Partituren“ – Arbeiten auf Papier – aus.
Eintritt frei
Auf Grund der begrenzten Platzkapazität wird um Reservierungen gebeten!
Tickets und Programminformationen unter 033208.22822 / E-Mail: tkumlehn@web.de
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