Fred Hersch in Bremen und Salzburg, April 2014
26.03.2014 14:31 von jazz (Kommentare: 0)

Solokonzerte mit dem Pianisten Fred Hersch finden in Europa nicht allzu häufig statt. Im April tritt er im deutschsprachigen Raum gerade zweimal auf. Am 23. April im Sendesaal Bremen und am 25. April im Odeion Kulturforum in Salzburg (http://www.odeion.at)
Fred Hersch, einer der innovativsten Klavier-Improvisatoren der letzten 30 Jahre, hat einen völlig eigenständigen musikalischen Kosmos geschaffen, sein Anschlag und Klaviersound sind legendär, sein Spiel ist leidenschaftlich lyrisch und voller Überraschungen.
Geboren 1955 in Cincinnati/Ohio, beginnt Hersch mit vier Jahren Klavier zu spielen, komponiert mit acht, erhält eine klassische Klavierausbildung, entscheidet sich aber früh für das Improvisieren und Komponieren, auch aus mangelnder Lust und Disziplin zu üben.
1977 geht Hersch nach New York, belegt ein „Postgraduales Studium“ in den Jazzclubs von Manhattan, Kontrabass-Legende Sam Jones wird sein Mentor, der Jazzclub „Bradley’s“ sein 2. Wohnzimmer. In den folgenden Jahren arbeitet er mit Stars wie Joe Henderson, Art Farmer, Lee Konitz, Gary Burton, Charlie Haden, Bill Frisell, Toots Thielemanns und Stan Getz. Im Laufe der Zeit entwickelt Hersch ein unverwechselbares Profil als Jazz-Pianist und -Komponist. Er ist der erste Pianist, der eine Woche solo im ausverkauften New Yorker „Vanguard Village Club“ spielt.
Mitte der 1980er der große Einschnitt: Hersch erkrankt an HIV und macht die Erkrankung auch publik. 2008 gelangt das Aidsvirus ins Gehirn, der Pianist fällt für mehrere Monate ins Koma und verliert die motorische Fähigkeit seiner Hände fast völlig. Wie durch ein Wunder ist er heute wieder in der Lage zu spielen.
Herschs Einfluss reicht über mehrere Generationen von Jazzern - von Brad Mehldau bis hin zu Jason Moran oder Aaron Parks. 2011 wurde Hersch von der Vereinigung der Jazz Journalisten zum „Pianisten des Jahres“ gekürt. 2012 erhielt er den „Grand Prix du Disque“ in Frankreich für sein Werk.



Einen Kommentar schreiben