NEWJazz Meeting 2013

13.11.2013 22:12 von jazz (Kommentare: 0)

 

 

Living Being Extended
in Tübingen, Mainz und Karlsruhe

 

Vincent Peirani, Akkordeon

Mathias Eick, Trompete

Leila Martial, Vocals

Emile Parisien, Sopransaxophon

Tony Paeleman, Piano, Fender Rhodes

Julien Herné, Elektro-Bass

Yoann Serra, Schlagzeug

  

 

„Das 1966 gegründete New Jazz Meeting gehört zu den wichtigsten Foren des europäischen Jazz.“, schreibt ein Fachmann. Seit der Jazzredakteur des Südwestfunks, Joachim-Ernst Berendt, diese Reihe ins Leben rief, hat das jährlich stattfindende Jazz-Klanglabor des SWR sein Gesicht kontinuierlich verändert. Geblieben aber ist die Grundidee: improvisierenden Musikern Austauschmöglichkeiten im Rahmen eines Rundfunkstudios zu eröffnen. In einer einwöchigen Arbeitsphase entwickeln Musiker im radiophonen Kontext ein Programm, das sie dann öffentlich präsentieren. So unterstützt das SWR NEWJazz Meeting Improvisatoren dabei, neue Denkanstöße zu entwickeln: Indem es ihnen die Gelegenheit gibt, im spontanen Dialog Ideen zu verwirklichen, die im herkömmlichen Jazzumfeld nur schwer zu realisieren sind.

  

In diesem Jahr zieht der Jung-Star des aktuellen französischen Jazz, der Akkordeonist Vincent Peirani, die kreativen Fäden beim NEWJazz Meeting. Er präsentiert ein Septett, das er auf eigenen Wunsch und in Zusammenarbeit mit der Jazzredaktion des SWR für das NEWJazz Meeting neu zusammengestellt hat. In seinem Projekt „Living Being Extended“ finden einige der wichtigsten Protagonisten der jungen französischen Jazzszene zusammen. Es dokumentiert die Frische und die kreativen Aufbruchsstimmung des zeitgenössischen gallischen Jazz.

 

Mathias Eick - Schindelbeck Photo

 

Darüber hinaus bringt das NEWJazz Meeting 2013 einen Dialog der aktuellen französischen Jazzszene mit einem großen Nordlicht des skandinavischen Jazz: mit dem norwegischen Trompeter Mathias Eick. Der war in den letzten Jahren immer dort, wo es im Euro-Jazz besonders spannend wurde: im Elektro-Projekt der Band „Jaga Jazzist“ genauso wie im erfolgreichen Quintett des Schlagzeugers Manu Katché. Mediterranes Temperament trifft auf nordisches Flair.

  

„Um Himmels willen! Bitte nicht so was!“ Mit 12 Jahren bekam Vincent Peirani von seinem Vater ein Akkordeon geschenkt. Das war damals wohl das Letzte, was sich der Junge gewünscht hatte. Heute zählt Peirani zu den glühenden Fans und kreativsten Protagonisten des Knopfakkordeons. Schon im Teenageralter, zwischen 1994 und 1998, gewann er zahlreiche internationale Preise und Wettwerbe für klassisches Akkordeon. Eine Krebserkrankung zwang den 16jährigen, eine Pause einzulegen. Im Krankenhaus entdeckte er den Jazz, und er schwor sich: „Sollte ich hier jemals wieder gesund rauskommen, werde ich mein Spiel dieser Musik widmen.“ Seitdem tut er das extrem erfolgreich: als festes Mitglied im Daniel Humair Quartet genauso wie als Duopartner mit dem legendären Klarinettisten Michel Portal, als Gastmusiker auf den Alben von Richard Bona genauso wie mit seinem eigenen Quintett, „Living Being“.

  

Dass sich das Image des Akkordeons im Jazz in den letzten Jahren fulminant verbessert hat, daran hat Peirani tatsächlich entscheidenden Anteil gehabt. Für ihn ist das Akkordeon nicht Quetschkommode, sondern eine „Thrill Box“, eine Kiste voller Überraschungen – ein Instrument, das gerade wegen seiner mobilen, globalen Möglichkeiten wie geschaffen dafür scheint, dem multistilistischen Jazz neue Dimensionen zu erschließen. Zu den Vorlieben des 33jährigen gehören neben dem Neuen Jazz, Französische Folklore, Heavy Rock, Musette, skandinavische Moods, die brasilianische Musik Hermeto Pascoals, Olivier Messiaen, balinesische Musik...

  

Peirani sieht sich bei „Living Being Extended“ freilich nicht als Chef, sondern als ein Netzwerker in einem Ensemble gleichwertiger Mitstreiter. Sie stellen sich folgende Fragen: Wie steht es um den aktuellen Euro-Jazz? Wie global ist er vernetzt? Wie stellt er sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts? Das Ergebnis lässt sich – das liegt in der Natur des Laborgedankens des NEWJazz Meeting – nicht vorhersagen. Eines aber ist sicher: es wird extrem bunt, lebendig und spannend zugehen. Denn das macht ja das Besondere des SWR NEWJazz Meeting aus: das Faszinierende an ihm ist, einen musikalischen Wachstumsprozess hautnah mitzuerleben.

  

Günther Huesmann, SWR

  

   

SWR NEWJazz Meeting 2013 live in concert

  

Freitag, 22. November 2013, 20 Uhr 
Karlsruhe, Tollhaus
  
Samstag, 23. November 2013, 20.30 Uhr
Tübingen, Sudhaus
  
Sonntag, 24. November 2013, 20 Uhr
Mainz, Frankfurter Hof

 

 

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