SWR 2 - Jazzprogramm April 2014
10.03.2014 18:33 von jazz (Kommentare: 0)

SWR 2 Jazzprogramm
April 2014
Dienstag, 1. April, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Jazzfest Berlin 2013 (1)
Mit Dafnis Prietos „Proverb Trio“ und John Scofields „Überjam Band“
Am Mikrophon: Günther Huesmann
Um zwei ganz unterschiedliche Ansätze das Phänomen Groove zu beleuchten, geht es heute in der SWR2 Jazz Session. Der in New York lebende Kubaner Dafnis Prieto hat beim JazzFest Berlin 2013 afro-kubanische Pattern auf das klassische Schlagzeug-Set übertragen und diese Beats in einen mitreißend frei improvisierten Trio-Jazz transformiert, Bereiche aus Hip-Hop, Rap und Techno streifend.
Dagegen vertritt der ex-Miles-Davis-Gitarrist John Scofield mit seiner Band „Über Jam“ eine eher klassische Groove-Philosophie, die aber nicht minder spannend ist. Herausgefordert von einem zweiten Gitarristen und dem Sampler-Spieler Avi Bortnick, phrasierte Scofield hinreißende Soli in einem Mix aus Jazz, Funk, Soul und Afro-Beat.
Donnerstag, 3. April, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Magazin
Von Julia Neupert
Neues aus der Welt des Jazz wird im NOWJazz Magazin von SWR2 regelmäßig präsentiert. Wie immer erwarten Sie in dieser Sendung Informationen über bevorstehende Events, Rezensionen über Festivals, Buchbesprechungen und jede Menge brandneuer CDs. Wir rezensieren die gerade im Reclam-Verlag erschienene Charlie-Parker-Biographie von Wolfram Knauer. Wir werfen ein Schlaglicht auf den bald anstehenden Neuen Deutschen Jazzpreis 2014 in Mannheim. Und wir bringen einen Nachbericht vom diesjährigen Festival „Maerz Musik“ in Berlin.
Freitag, 4. April, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Session: Konsequent komplex
Das Michael Wertmüller Special im Wiener Club
„Porgy & Bess“ im November 2013
Am Mikrophon: Nina Polaschegg
Die einen kennen Michael Wertmüller als Komponist komplexer, meist hochenergetischer Partituren, die anderen als kraftvollen, ideenreichen und energiegeladenen Schlagzeuger, u.a. in der Free-Jazz-Formation „Full Blast“ gemeinsam mit Peter Brötzmann und Marino Pliakas. Zu Hause ist er in mehreren Sphären der Musik, Inspirationen erhält er beim Hören von Beethoven oder Schubert genauso wie vom Free Jazz oder Rock. Michael Wertmüller war im November ein Jeunesse-Special gewidmet, drei Konzerte in unterschiedlicher Besetzung mit Musik von und mit ihm. Die heutige NOWJazz Session präsentiert Ausschnitte aus zwei Konzerten. Als Jazzkomponist schrieb Wertmüller Musik für die Band „Johnny La Marama“. Und vorwiegend kammermusikalische Werke interpretierten das Ensemble „Nikel“, das Trio „Steamboat Switzerland“ und Michael Wertmüller als Schlagzeuger selbst.
Samstag, 5. April, 9.05 – 10.00 Uhr
Musikstunde: Jazz across the border
Von Günther Huesmann
Die letzten Jahre haben gezeigt: Das Stildelta des Jazz ist immer breiter und tiefer geworden. Längst sind es nicht mehr nur Improvisatoren aus dem Mutterland des Jazz, den USA, sind es nicht mehr Musiker nur aus Europa, welche die improvisierte Musik prägen. Zunehmend spielen auch Improvisatoren aus Lateinamerika, Asien und Afrika eine wichtige Rolle. Welche musikalischen Antworten geben sie? Wie sehen ihre Beiträge aus? Ein Blick weit über die Tellerränder der Gattungen und Stile hinweg.
Samstag, 5. April, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Große Streicher-Persönlichkeiten
Jazzgeiger aus Polen
Von Thomas Loewner
Unter den Jazzinstrumenten ist die Violine seit jeher ein Exot. Auffällig ist dagegen die vergleichsweise hohe Dichte herausragender Violinisten aus Polen. Begründet haben diese Tradition Zbigniew Seifert und Michal Urbaniak, die in den 1970er Jahren internationale Bekanntheit erlangten. Seifert, der 1978 im Alter von nur 32 Jahren verstorben ist, hat mit seinem von John Coltrane beeinflussten Spiel bleibende Spuren in der Szene hinterlassen. Und Urbaniak hat es mit seinem elektrischen Violinen-Spiel bis in die Band von Miles Davis geschafft. Nicht nur international bekannte Jazzviolinisten wie Jean-Luc Ponty, Didier Lockwood oder Mark Feldman beziehen sich seitdem auf die beiden Musiker. Letztere dienten auch als Vorbild für einige ebenfalls erfolgreiche Kollegen aus Polen: darunter Krzesimir Debski oder ganz aktuell Adam Baldych, zur Zeit einer der virtuosesten und meist gefragten Musiker seines Instruments.
Dienstag, 8. April, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Jazzfest Berlin 2013 (2)
Christian Scott und Hans Lüdemanns „Trio Ivoire“
Am Mikrophon: Harry Lachner
Mit den Auftritten der beiden Ensembles von Trompeter Christian Scott und Hans Lüdemann markierte das Jazzfest Berlin 2013 einen kleinen Afrika-Schwerpunkt. Auf sehr präsente Weise griff Pianist Lüdemann die Bezüge auf die Klangwelt der Elfenbeinküste in seinem "Trio Ivoire" auf, reflektierte sie an den Möglichkeiten aktueller Elektronik und der Improvisationslust des Jazz. Weniger direkt erschien dagegen der Bezug zum Schwarzen Kontinent in den Oktett-Sounds des Trompeters Christian Scott, der seine Bezüglichkeiten über den Umweg der New Orleans-Tradition nahm. Dennoch: Obwohl die Gestalt eine jeweils andere war, der Ansatz beider Musiker, einen Weg der Metamorphosen und Reflexionen mit aktuellen künstlerischen Mitteln darzustellen, hat einen gemeinsamen inneren Kern - und der enthält nicht nur eine große Portion Euphorie und Emphase, sondern auch eine große strukturelle Gestaltungskraft.
Donnerstag, 10. April, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Bizzar und groovy
Das schweizer Klaviertrio „Vein“
Von Hans-Jürgen Schaal
Seit 2006 sind die Brüder Michael und Florian Arbenz (Piano und Schlagzeug) mit dem Bassisten Thomas Lähns als Klaviertrio unterwegs. Und die drei Schweizer sind dabei vor allem eines: originell. Bei „Vein“ schließen Oldtime-Anklänge und bizarre Dissonanzen einander nicht aus. Wilde Hochgeschwindigkeits-Grooves wechseln sich ab mit liebevollen Verfremdungen der Jazztradition. Es gibt in dieser Musik eigenwillige tonale und rhythmische Entwicklungen zu entdecken, Umbrüche, Umschwünge und groteske Übertreibungen. Wer von „Vein“ als Gastsolist eingeladen wird, muss daher erstens Flexibilität und zweitens Humor mitbringen. Der Posaunist Glenn Ferris und die Saxophonisten Greg Osby und Dave Liebman haben den Test bestanden.
Freitag, 11. April, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update
Von Harry Lachner
Das NOWJazz Update ist zumindest einmal im Monat zumeist halbstündig auf der nächtlichen Freitagsschiene platziert und dient der Präsentation neuester Tendenzen der improvisierten Musik. Es erlaubt den Moderatoren, besonders wichtige Neuerscheinungen eingehender vorzustellen, als dies im NOWJazz Magazin möglich ist. Was gespielt wird, entscheiden die SWR2-Jazzautoren erst kurz vor dem Sendetermin.
Samstag, 12. April, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Universalität am Kontrabass
Erinnerungen an Ray Brown
Von Bert Noglik
Er bildete ein imaginäres Zentrum des modernen Jazz mit dem Bass als Basis: Ray Brown. Auf die Frage, was einen guten Bassisten auszeichne, antwortete er einmal: "ein gutes Timing, eine gute Intonation und ein großer Ton". Ray Brown verkörperte diese musikalischen Tugenden, erwies sich als ein verlässlicher Begleiter und inspirierender Solist. In seiner mehr als ein halbes Jahrhundert umspannenden Laufbahn arbeitete er mit unzähligen Prominenten zusammen – mit Bebop-Musikern wie Dizzy Gillespie und Charlie Parker, mit "Jazz At The Philharmonic"-Tournee-Besetzungen, an der Seite von Sängerinnen wie Ella Fitzgerald und viele Jahre im Trio mit dem Pianisten Oscar Peterson.
Dienstag, 15. April, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Jazzfest Berlin 2013 (3)
„Luten“ lädt ein
Das Ernst-Ludwig-Petrowsky Jubilee in der Akademie der Künste
Am Mikrophon: Julia Neupert
Achtzig Jahre alt ist er im Dezember vergangenen Jahres geworden – der Saxophonist Ernst-Ludwig Petrowsky, dem man gerne die Rolle „Vaterfigur“ des ostdeutschen Free Jazz zuschreibt. Er selbst findet diesen Begriff zwar einigermaßen seltsam („Man kann kein Vater sein einer ganzen Musikrichtung!“) und auch anderen Lobhudeleien steht der gebürtige Mecklenburger eher skeptisch gegenüber – die Einladung zu einem Jubilee-Abend beim Jazzfest Berlin aber hat er gerne angenommen. Mit ihm auf der Bühne standen langjährige Weggefährten wie seine Kollegen vom legendären „Zentralquartett“, außerdem die Working-Band „Ruf der Heimat“ und nicht zuletzt „Ornette et cetera“, ein Projekt, dass Petrowsky gemeinsam mit Uschi Brüning ins Leben gerufen hat. Apropos Leben: Am Abend dieses 1. November 2013 bewies „Luten“ einmal mehr, welche ungemein vitale Energie vom Jazz ausgehen kann, wenn man diese Musik, wie er es tut, als „Inbegriff von Freiheit“ versteht.
Donnerstag, 17. April, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: „Young Brits“
Unterwegs mit der jungen britischen Jazzszene
Von Odilo Clausnitzer
Der junge britische Jazz sprüht vor Energie. Dafür stehen nicht nur herausragende Solisten wie die Pianisten Gwilym Simcock und Kit Downes, die mittlerweile auch bei uns bekannter geworden sind. Combos wie „Empirical“ oder das „Phronesis Trio“ haben ein außerordentliches Niveau des Zusammenspiels entwickelt. Bands wie das Portico Quartet und Kairos 4tet kratzen mit atmosphärischer Musik am Pop-Erfolg. Freiere Gefilde durchstreift dagegen der Pianist Alexander Hawkins mit seinen Projekten. Und mit „Beats & Pieces“ hat sich eine junge Big Band internationale Reputation erspielt. NOWJazz unternimmt einen Streifzug durch die aktuelle britische Jazzszene.
Freitag, 18. April, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Session: Nachtlieder
Michael Thieke’s „Unununium“ 2009 im Jazzclub Karlsruhe
Am Mikrophon: Reinhard Kager
Schon allein der Name dieser Band: „Unununium“! So hieß früher mal die Nummer 111 im Periodensystem, ein strahlkräftiges radioaktives Element (heute: Roentgenium). In Michael Thiekes Septett steht dieser Begriff für eine Musik, die definitiv schwerer zu kategorisieren ist. Nicht wirklich kompatibel mit klassischem Free Jazz, bewegt sich die Gruppe zwischen verschiedenen musikalischen Strömungen wie Improv, Primitive oder Minimalismus. Mit dabei: der Akkordeonist Luca Venitucci, der Bassist Derek Shirley, der österreichische Gitarrist Martin Siewert, der Schweizer Bassist Michael Weber, die Schlagzeuger Eric Schaefer und Steve Heather sowie Michael Thieke selbst an der Klarinette. Aus Aufnahmen, die in einer Studioproduktion beim SWR entstanden waren, ist kürzlich das Album „Nachtlieder“ beim Label „Mikroton“ erschienen. Im Mittelpunkt dieser Sendung aber steht ein Konzertmitschnitt der Gruppe im Jazzclub Karlsruhe am 4. Juni 2009.
Samstag, 19. April, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Der Klangzauberer
Ein Portrait des Pianisten Aaron Parks
Von Ssirus W. Pakzad
Obwohl er relativ spät zu musizieren begann, hat es der amerikanische Pianist Aaron Parks noch zum Wunderkind gebracht. Schon in Teenager-Jahren stieg er in die Band des Star-Trompeters Terence Blanchard ein. Heute zählt der viel beschäftigte Parks, der unter anderem ein Viertel des Quartetts „James Farm“ ist, zu den versiertesten Pianisten der US-Szene.
Sonntag, 20. April, 19.20 – 20.00 (nach dem Hörspiel)
SWR2 Jazz: „Goldene Zeiten voraus“
Der New Yorker Gitarrist Nir Felder
Von Thomas Loewner
Der Gitarrist Nir Felder gehört zu den vielversprechendsten Talenten der New Yorker Szene. Der Absolvent des Berklee College of Music in Boston hat bereits mit Größen wie Jack DeJohnette, John Scofield oder Terri Lyne Carrington zusammen gearbeitet. Mit seinem aktuellen, eigenen Quartett zeigt er nun auf seinem Debüt-Album „Golden Age", das er selbst ein Bandleader mit großem Potential ist. Technische Raffinesse und ein eigenständiger Sound gepaart mit kompositorischem Talent rufen Erinnerungen an den frühen Pat Metheny wach. Nir Felder ist definitiv ein Musiker, den man im Blick behalten sollte.
Montag, 21. April, 19.30 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
Swingende Eleganz: Der Gitarrist Peter Bernstein
Von Gerd Filtgen
Wenn es um modernen Mainstream-Jazz geht, in dem Blues, Swing und Soul Jazz nicht zu kurz kommen, ist Peter Bernstein in seinem Element. In der Spielweise des New Yorker Gitarristen schwingt die Erinnerung an einflussreiche Akteure der 1960er Jahre mit (beispielsweise Wes Montgomery). Darüber hinaus glänzt Bernstein mit einer reichhaltigen eigenen Formensprache. Kennzeichnend dafür sind seine im transparenten Sound phrasierten melodischen Improvisationen. Mit dieser einfühlsamen Konzeption wurde er zum gefragten Sideman. Auf eigenen Platten bestätigt Bernstein das hohe Niveau seiner musikalischen Dialoge im Austausch mit dem Pianisten Brad Mehldau und dem Organisten Larry Goldings.
Dienstag, 22. April, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Jazzfest Berlin 2013 (4)
Beats & Sounds
Jaimeo Brown „Transcendence“ und „Sons Of Kemet“
Am Mikrophon: Thomas Loewner
New York trifft auf London in dieser Ausgabe der SWR 2 Jazz Session: mit Jaimeo Brown und Shabaka Hutchings hatte das Jazzfest Berlin letztes Jahr zwei interessante Vertreter der beiden Szenen ins Programm geholt. Das Projekt „Transcendence“ des Schlagzeugers Jaimeo Brown ist ein Schmelztiegel afroamerikanischer Musiktraditionen, angereichert mit indischen Elementen. Gospel und Spirituals treffen darin auf Soul, HipHop und freie Improvisation. Der britische Saxophonist und Klarinettist Shabaka Hutchings hat karibische Wurzeln, weswegen Reggae in seiner Musik eine zentrale Rolle spielt. Mit seinem Quartett „Sons of Kemet“ interpretiert er sein musikalisches Erbe auf sehr freie und kraftvolle Weise. Für entsprechende Dynamik sorgt die ungewöhnliche Besetzung der Band mit Saxophon, Tuba und zwei Schlagzeugen.
Donnerstag, 24. April, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: „Potsa Lotsa“-Klangwerkstatt
Die Saxophonistin und Klarinettistin Silke Eberhard
Von Bert Noglik
Seit ihrem Studium an der Berliner Musikhochschule zählt Silke Eberhard, Jahrgang 1972, zu den kreativen Kräften der hauptstädtischen Jazzszene. Sie arbeitet mit eigenen Bands – (überwiegend Trio- und Quartettformationen) sowie in Duo-Konstellationen mit der Pianistin Aki Takase, dem Schlagzeuger Alex Huber, auch mit den Pianisten Dave Burrell und Ulrich Gumpert zusammen. Individuell profiliert in der Sprache zeitgenössischer Improvisationsmusik, hat sich die Altsaxophonistin und Klarinettistin wiederholt intensiv mit dem Werk großer Wegbereiter auseinandergesetzt. Mit Aki Takase spielte sie das Album "Ornette Coleman Anthology" ein, mit einem von ihr geleiteten Quartett gelangen ihr frische Neuinterpretationen der Kompositionen von Eric Dolphy.
Freitag, 25. April, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Session: Jazzfest Berlin 2013 (5)
Elektrisiert
Food + Fennesz, Christopher Rumble und Gebhard Ullmanns „Berlin Suite“ in der Akademie der Künste
Am Mikrophon: Julia Neupert
Jahrzehntelang hatte es in der Westberliner Akademie der Künste mit dem Total Music Meeting ein alternatives Parallelprogramm zum großen Jazzfest gegeben, bei dem die experimentelleren Facetten der improvisierten Musik ein Podium fanden, die auf dem großen Festival kaum zu hören waren. Unter der künstlerischen Leitung von Bert Noglik wurde diese Spielstätte nicht nur reaktiviert, sondern sogar in das offizielle Jazzfest integriert. Ein zugleich traditionsbewusster und programmtisch mutiger Schritt, denn Noglik brachte hier auch 2013 Bands und Projekte auf die Bühne, die Jazz mit der Spielhaltung „Abenteuerlust“ verbinden. Eindrücke davon gibt es in dieser Sendung mit Ausschnitten aus Gebhard Ullmanns „Berlin Suite“, sowie der Auftritte des Duos Christopher Rumble und der britisch-norwegisch-österreichischen Formation Food + Fennesz.
Samstag, 26. April, 22.15 – 23.00 Uhr
Jazztime: „A Latin Family Jazz Affair“
Die kubanischen Pianisten Bebo und Chucho Valdes
Von Gerd Filtgen
Die Story ist filmreif: Während einer Tournee in den 1960er Jahren traf Bebo Valdés in Schweden die Frau seines Lebens. Er vernachlässigte die kubanische Musik und schlug sich mit Evergreens als der „Mann am Klavier“ in Restaurants und Hotels in Skandinavien durch. Rund dreißig Jahre später holte der Altsaxophonist Paquito D’Rivera den legendären Son-Pianisten aus der Versenkung zurück ins Latin-Genre.
Chucho Valdéz - Bebo‘s Sohn aus erster Ehe - blieb in Kuba. In Havanna wurde er mit seinem fantasievollen Pianospiel zu einer prägenden Musikerpersönlichkeit der Insel. Wie sein Vater verbindet er kubanische Musik mit Jazz. Aber nicht ausschließlich: In der vom ihm mitgegründeten Band „Irakere“ fließen auch Pop-Anklänge mit ein. Seit einigen Jahren realisiert Chucho Valdés seine vielschichtigen musikalischen Impressionen mit seinen „Afro-Cuban Messengers.“
Sonntag, 27.April, 19.33 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
„Jazz ‘n‘ Jodel“
Alpenländische Jazzmusik
Von Anja Buchmann
Die Alpenregionen in Schweiz, Österreich und Deutschland verbindet man landläufig mit glücklichen Kühen, saftigen Weiden und Trachtenvereinen, die Musik mit traditionellen Blaskapellen und fröhlichen Jodlern. Und das gilt insbesondere bei jüngeren Menschen als rückwärtsgewandt und altbacken. Aber – auch Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker spielen bereits seit Jahren mit verschiedenen alpenländischen Traditionen, nehmen sie auseinander, setzen sie neu zusammen und improvisieren darüber: "Servus, Grüezi und hallo" zu einer Sendung mit der schweizer Sängerin Erika Stucky, dem bayerischen Trompeter Matthias Schriefl, dem österreichischen Pianisten David Helbock u.v.a.
Dienstag, 29. April, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Jazzfest Berlin 2013 (6)
„Abraham Inc.“ feat. David Krakauer, Fred Wesley, Socalled und die Monika Roscher Big Band
Am Mikrophon: Günther Huesmann
Klezmer und Funk sind zwei sehr verschiedene musikalische Welten. Wie viel sie aber gemeinsam haben können – und das nicht nur in Sachen Euphorie und Emphase - das bewies beim JazzFest Berlin 2013 das Projekt des New Yorker Klarinettisten David Krakauer mit dem ex-James-Brown-Posaunisten Fred Wesley. Unterstützt von dem Keyboarder Socalled entfachte ihr Ensemble so viel rhythmischen Druck und Groove-Energie, dass es die Menschen im Haus der Berliner Festspiele nicht lange auf den Sitzen hielt.
Mit der Big-Band der Newcomerin Monika Roscher ging das Jazz-Fest 2013 fantasievoll zu Ende. Die Münchener Komponistin und Gitarristin überraschte mit Witz und Ironie in einer originellen Mischung aus Singer-Songwriting und prallem Orchester-Jazz.
Weitere Informationen finden Sie im Internet:
www.swr2.de/jazz



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