SWR 2 - Jazzprogramm Dezember 2013
04.12.2013 10:22 von jazz (Kommentare: 0)

SWR 2 Jazzprogramm
Dezember 2013
Sonntag,1.Dezember,15.05 – 17.00 Uhr
Zur Person: Wynton Marsalis
Günther Huesmann im Gespräch mit dem Jazztrompeter
Er gehört zu den herausragenden Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit. Als Interpret klassischer Trompetenkonzerte wird Wynton Marsalis genauso bewundert und gerühmt wie als virtuoser Improvisator, Bandleader und Komponist mit seinen verschiedenen Jazzgruppen und dem Lincoln Center Jazz Orchestra. Geboren wurde er 1961 in New Orleans. Zum ersten Mal ging sein Stern 1980 auf - in der Band des legendären Schlagzeugers und Bandleaders Art Blakey. Seitdem hat sich Marsalis besonders konsequent für die Wiederentdeckung und Neubewertung der Jazztradition eingesetzt. Der Gewinner des musikalischen Pulitzer-Preises 1997 ist ein ebenso meinungsstarker wie kreativer Wortführer für die Wertschätzung der afroamerikanischen Musik als Kunstmusik.
Sonntag, 1. Dezember, 19.40 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
Eclypso: Das Tommy Flanagan Trio
Von Gerd Filtgen
Wegen seiner dezenten Pianistik, die dennoch stets mit außergewöhnlichen Feinheiten überrascht hatte, erntete Tommy Flanagan von Fans und Kollegen höchstes Lob. Liebevoll nannte ihn Ella Fitzgerald "Our Professor“. Aber nicht nur die lange Zeit als musikalischer Begleiter der Vokal-Ikone unterstreicht die Bedeutung des sympathischen Pianisten. Sein Name taucht auf vielen Platten auf, die wie John Coltranes "Giant Steps“ und Sonny Rollins' "Saxophone Colossus“ Jazzgeschichte schrieben. Als Leader debütierte Tommy Flanagan mit "Overseas". Die fantastische, 1957 eingespielte Platte - im Trio mit Wilbur Little (Bass) und Elvin Jones (Drums) - wurde zum Maßstab für sämtliche Nachfolger.
Dienstag, 3. Dezember, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Six, Alps & Jazz
Matthias Schriefl & Band bei den Ludwigsburger Schloßfestspielen 2013
Am Mikrophon: Günther Huesmann
Als Jazztrompeter genießt er heute im Euro-Jazz einen hervorragenden Ruf. Früher aber war der heute in Köln lebende Matthias Schriefl in ganz anderen musikalischen Bereichen unterwegs. Als Kind hatte der gebürtige Allgäuer in den Kapellen der volkstümlichen Schlager- und Heimatmusik mitgewirkt. Mit seiner Band „Six, Alps & Jazz“ setzte sich Schriefl bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen 2013 auf ebenso humorvolle wie ironisch-liebevolle Weise mit seinen alpinen musikalischen Wurzeln auseinander.
Freitag, 6. Dezember, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Update
Von Harry Lachner
Das NOWJazz Update ist zumindest einmal im Monat zumeist halbstündig auf der nächtlichen Freitagsschiene platziert und dient der Präsentation neuester Tendenzen der improvisierten Musik. Es erlaubt den Moderatoren, besonders wichtige Neuerscheinungen eingehender vorzustellen, als dies im NOWJazz Magazin möglich ist. Was gespielt wird, entscheiden die SWR2-Jazzautoren erst kurz vor dem Sendetermin.
Samstag, 7. Dezember, 9.05 – 10.00 Uhr
SWR2 Musikstunde: Jazz Across The Border (12)
Von Günther Huesmann
Die letzten Jahre haben gezeigt: Das Stildelta des Jazz ist immer breiter und tiefer geworden. Längst sind es nicht mehr nur Improvisatoren aus dem Mutterland des Jazz, den USA, sind es nicht mehr Musiker nur aus Europa, welche die improvisierte Musik prägen. Zunehmend spielen auch Improvisatoren aus Lateinamerika, Asien und Afrika eine wichtige Rolle. Welche musikalischen Antworten geben sie? Wie sehen ihre Beiträge aus? Ein Blick weit über die Tellerränder der Gattungen und Stile hinweg.
Samstag, 7. Dezember, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Out Of Somewhere
Die Altsaxophonisten Gary Bartz und Kenny Garrett
Von Gerd Filtgen
Die Wandlungen von Gary Bartz und Kenny Garrett setzten Zeichen innerhalb der improvisierten Musik. Beide Altsaxofonisten wirkten in Miles Davis' experimentellen Electric-Jazz-Formationen mit: Bartz in den 1970er, Garrett in den 1980er Jahren. Zuvor hatte Bartz seine Erfahrungen bereits in prominenten Bop-Gruppen gemacht. Der zuvor unbekannte Garrett trumpfte hingegen bei dem charismatischen Trompeter mit einer Mischung von lässigem Neobop und originellen Funk-Bezügen auf. Nach der musikalischen Feuertaufe bei Davis gingen beide Altisten eigene Wege. Mit elektrisierenden Altsaxlinien erkundete Gary Bartz – assistiert von seiner Band „Nu Troop“ – neue Fusion-Gefilde, arbeitete als Komponist und Schauspieler, und wandte sich dann wieder dem Mainstream Jazz zu. Und in jedem Ton, den Kenny Garrett spielt, steckt ein kreatives Potential, das sich ungezwungen zwischen Tradition und Gegenwart der afro-amerikanischen Musik bewegt.
Sonntag, 8. Dezember, 19.20 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
Bebop Bariton
Der amerikanische Baritonsaxophonist Serge Chaloff
Von Odilo Clausnitzer
Als „Vater des modernen Baritonsaxofonspiels“ wird gerne sein Kollege Gerry Mulligan apostrophiert. Dabei gebührt die Ehre eigentlich dem heute viel weniger bekannteren Serge Chaloff. Als erster übertrug er die flüssige Sprache des Bebop auf das behäbige Rieseninstrument. Ende der 40er Jahre gehörte Chaloff zu den sogenannten „Four Brothers“, dem illustren Saxofonsatz der progressiv orientierten Woody Herman Big Band. Seine wenigen Soloalben zeigen ihn als wendigen, ideenreichen Virtuosen und als bewegenden Balladeninterpreten. Nicht zuletzt sein exzessiver Drogenkonsum führte zu seinem frühen Tod mit nur 33 Jahren. SWR2 Jazz stellt markante Aufnahmen seiner kurzen Karriere vor.
Dienstag, 10. Dezember, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: My Favorite Discs 2013 (1)
Von Julia Neupert
Persönliche Lieblingsalben aus der älteren oder jüngeren Jazzgeschichte werden in "My Favorite Discs" regelmäßig vorgestellt: von den Autorinnen und Autoren unserer SWR2-Jazzredaktion. Am Ende des Jahres zieht diese Reihe nun - wie immer bekennend subjektiv! - Bilanz über die Veröffentlichungen der vergangenen zwölf Monate. Welche Überraschungen hat es gegeben, welche Neuentdeckungen und vielleicht auch welche Enttäuschungen?
Donnerstag, 12. Dezember, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Singing Drums
Der Schlagzeuger und Perkussionist Pierre Favre
Von Thomas Loewner
Der Schweizer Pierre Favre ist der Klang-Poet unter den Jazz-Schlagzeugern. Am Anfang seiner musikalischen Karriere spielte er noch klassischen Bebop und sogar Dixieland- und New Orleans-Jazz. Doch zunehmend erweiterte er sein Schlagzeug-Set um ein vielfältiges Arsenal an Perkussions-Instrumenten: Cymbals und kleine Gongs gehören seit Jahren ebenso selbstverständlich zu seinem Instrumentarium wie Snaredrum und Hi-Hat. Favre hat darauf einen ganz eigenen, ebenso rhythmischen wie melodischen Stil entwickelt. So vielfältig wie sein Instrumentarium ist auch die Liste der bisherigen Projekte Pierre Favres: darunter zahlreiche Duos etwa mit Irène Schweizer oder Michel Portal; reine Perkussions-Ensembles oder Band-Projekte wie die Formation "Singing Drums".
Freitag, 13.Dezember, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update
Von Nina Polaschegg
Das NOWJazz Update ist zumindest einmal im Monat zumeist halbstündig auf der nächtlichen Freitagsschiene platziert und dient der Präsentation neuester Tendenzen der improvisierten Musik. Es erlaubt den Moderatoren, besonders wichtige Neuerscheinungen eingehender vorzustellen, als dies im NOWJazz Magazin möglich ist. Was gespielt wird, entscheiden die SWR2-Jazzautoren erst kurz vor dem Sendetermin.
Samstag, 14. Dezember, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Mehr als nur ein Pink Panther
Jazzmusiker interpretieren Mancini
Von Harry Lachner
Ob Quincy Jones oder Tony Coe: Die Liste der Musiker, die sich ausführlich und hingebungsvoll den Kompositionen von Henry Mancini widmeten ist schier endlos – und nicht selten sind die Ergebnisse wenig mehr als belanglos. Aber jenseits der Merkmale, die Mancinis Songs so erfolgreich machten, suchen Jazzmusiker etwas, das unter der glatt-schönen Oberfläche verborgen ist. Denn gerade in der Aufrauung, dem Aufbrechen dieser Glätte, zeigt sich die wahre Qualität der Musik: Sie erhält in diesen Interpretationen eine Tiefe, die viele Alltagsinterpreten nicht aufspüren können. So leichthändig dahinkomponiert erscheint die Musik – und doch ist es ja gerade das Leichte, das so schwer zu gestalten ist.
Sonntag, 15. Dezember (nach dem Hörspiel)
Zeit stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest
Dienstag, 17. Dezember, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: My Favorite Discs 2013 (2)
Von Günther Huesmann
Persönliche Lieblingsalben aus der älteren oder jüngeren Jazzgeschichte werden in "My Favorite Discs" regelmäßig vorgestellt: von den Autorinnen und Autoren unserer SWR2-Jazzredaktion. Am Ende des Jahres zieht diese Reihe nun - wie immer bekennend subjektiv! - Bilanz über die Veröffentlichungen der vergangenen zwölf Monate. Welche Überraschungen hat es gegeben, welche Neuentdeckungen und vielleicht auch welche Enttäuschungen?
Donnerstag, 19.Dezember, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Der Klangphantast
Ein Portrait des Gitarristen David Torn
Von Harry Lachner
Man könnte ihn locker als "Freigeist der Gitarre" bezeichnen. Denn all die Klänge, die David Torn erzeugt, lassen sich meist nicht mehr so leicht auf ihren Ursprung schwingender Saiten zurückführen. Zahlreiche Effektgeräte dienen ihm seit seinen Anfängen bei der „Everyman Band“ als Mittel, nicht nur über das musikalische Material, sondern mit dem Klang an sich zu improvisieren. Über die Jahre radikalisierte er seinen Ansatz, Musik als eine Organisation von Sound-Partikeln darzustellen, die fragmentiert, verfremdet und neu zusammengesetzt werden. Wesentliche Impulse dafür lieferte allerdings eher die experimentelle Rockmusik als die Tradition der "klassischen" Jazzgitarristen, die einem einmal gewählten Ton, einer für sie charakteristischen Farbe treu blieben. David Torn dagegen klingt kaum wie ein Gitarrist, sondern eher wie ein Arrangeur divergierender Klangfarben.
Freitag, 20. Dezember, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update
Von Thomas Loewner
Das NOWJazz Update ist zumindest einmal im Monat zumeist halbstündig auf der nächtlichen Freitagsschiene platziert und dient der Präsentation neuester Tendenzen der improvisierten Musik. Es erlaubt den Moderatoren, besonders wichtige Neuerscheinungen eingehender vorzustellen, als dies im NOWJazz Magazin möglich ist. Was gespielt wird, entscheiden die SWR2-Jazzautoren erst kurz vor dem Sendetermin.
Samstag, 21. Dezember
Jazztime entfällt
Sonntag, 22. Dezember
Jazz ach dem Hörspiel entfällt
Montag, 23.Dezember,23.03 – 24.00 Uhr
SWR2 Xmas Jazz
Von Gerd Filtgen
Vorfreude ist die schönste Freude. Von allen festlichen Anlässen zieht das Weihnachtsfest am stärksten dieses positive Gefühl von Spannung auf sich. In „X’mas Jazz“ interpretieren Improvisatoren auf spontane Weise Christmas Songs und Instrumentalstücke aus (fast) allen Jazzstilen, wobei die Reise (nicht nur im Schlitten!) von den USA auch nach Europa führt. Überraschung! Mehr wird nicht verraten.
Dienstag, 24.Dezember, 12.30 – 12.59 Uhr
SWR2 Xmas Jazz: Schnee auf dem Klavier
Der norwegische Pianist Bugge Wesseltoft
Von Odilo Clausnitzer
Mit „It’s Snowing On My Piano“ hat der norwegische Pianist Bugge Wesseltoft wohl den Klassiker unter allen Weihnachtsalben des zeitgenössischen Jazz aufgenommen. Während er sich sonst vor allem neuen Mischungen aus improvisierter und tanzbarer elektronischer Musik widmete, spielt er hier ausschließlich den Konzertflügel. Mit sparsamer Melancholie nimmt er sich dabei vor allem europäische Weihnachtslieder vor: „Es ist ein Ros entsprungen“ und „Stille Nacht“ klingen bei Wesseltoft anrührend unkitschig. „It’s Snowing On My Piano“, erschienen 1997, war sein erstes Klavier-Solo Album. Es wurde zur erfolgreichsten Veröffentlichung in der Geschichte seiner Plattenfirma.
Dienstag, 24. Dezember
SWR2 Jazz Session entfällt
Mittwoch, 25. Dezember, 17.05 – 17.55 Uhr
Nordpol-Radio: Rentier, Elf und Weihnachtsmann…
Eine musikalische Phantasiereise
Von Gaby Beinhorn und Günther Huesmann
Na? Lange nichts mehr von Rudolf, dem Rentier, gehört? Oder von seinen fliegenden Kumpels vorm Geschenke-Schlitten? Und was treiben überhaupt die Elfen so den lieben langen Tag? Ganz zu schweigen vom Boss dieses mächtigen Präsente-Konzerns, dem Weihnachtsmann. Nicht nur die Sterne glitzern am Nordpol schöner als anderswo, sondern auch all' die anderen geheimnisvollen Facetten einer ziemlich künstlichen Weihnachtswelt. Im Nordpol-Radio erwartet Sie eiskalte Musikpoesie, ohrenzwinkernd serviert.
Dienstag, 25. Dezember,19.18 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
We Remember Clifford
Erinnerungen an den Trompeter Clifford Brown
Von Bert Noglik
Er war einer der großen Gestalten des Jazz mit einer tragischen Vita: der Trompeter Clifford Brown, geboren 1930, gestorben 25jährig bei einem Autounfall. Der Trompeter gilt als Inbegriff des Hard Bop. Anfänglich inspiriert von seinem Vorbild Fats Navarro ebenso wie von Charlie Parker und Dizzy Gillespie, entwickelte er einen eigenen Stil, der Robustheit und Lyrismus miteinander zu verbinden vermochte. Er formierte eine legendär zu nennend Band mit Max Roach am Schlagzeug, nahm gemeinsam mit Sängerinnen wie Sarah Vaughan und Helen Merrill auf und schrieb zahlreiche Jazztitel. Zum Andenken an Clifford Brown komponierte Benny Golson ein Stück, das in das Standard-Repertoire des Jazz eigegangen ist: "I Remember Clifford".
Donnerstag, 26. Dezember,19.16 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
Der Souveräne
Ein Portrait des Freiburger Bassisten Dieter Ilg
Von Thomas Loewner
Nur wenige deutsche Jazzmusiker genießen ein vergleichbar internationales Renommée wie der Freiburger Bassist Dieter Ilg. Früh entdeckt durch den Münchner Saxofonisten Joe Viera, studierte Ilg zunächst in Freiburg und später an der Manhattan School of Music. Die Zeit in New York war sein Ticket für die internationale Karriere: Randy und Michael Brecker waren die ersten, die seine Virtuosität und sein ausdrucksstarkes Spiel schätzten und ihn in ihr Quintett holten. Seitdem hat Dieter Ilg mit zahlreichen nationalen wie internationalen Jazzgrößen zusammen gespielt, unter anderen Charlie Mariano, Marc Copland oder Nguyên Lê. Mit seinen Bearbeitungen deutscher Volkslieder oder dem Projekt "Otello", inspiriert von Giuseppe Verdis Oper, hat Ilg aber auch immer wieder gezeigt, dass er selbst ein einfallsreicher Konzeptualist und Bandleader ist.
Donnerstag, 26.Dezember, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Seattle träumt
Grunge-Einflüsse im Jazz
Von Thomas Loewner
Der Geist von Kurt Cobain lebt! Auch zwanzig Jahre, nachdem der Gitarrist und seine Band „Nirvana“ ihr letztes Album „In Utero“ veröffentlichten, ist Grunge aus der Musik-Szene nicht mehr wegzudenken. Zwar ist der Hype um diesen Musikstil, der Ende der 1980er Jahre in Seattle im Nordwesten der USA durch Bands wie „Nirvana“, „Pearl Jam“, „Soundgarden“ oder „Mudhoney“ populär wurde, spürbar abgeebbt. Trotzdem hat dieser Stil, der Einflüsse aus Hard- und Punkrock sowie Heavy Metal verbindet viele Bands beeinflusst. Auch im Jazz hat der „Seattle-Sound“ deutliche Spuren hinterlassen. So etwa beim New Yorker Schlagzeuger Jim Black, der übrigens in Seattle aufgewachsen ist. Mit seiner Band „AlasNoAxis“ hat er überzeugend Grunge und Jazz zusammengeführt. Längst sind auch andere Kollegen aus Brooklyn auf den Zug aufgesprungen, darunter der Gitarrist Hilmar Jensson, Schlagzeuger Ches Smith oder auch Gitarren-Querdenker Marc Ribot. Doch auch jenseits des Atlantiks ist der Seattle-Sound seit einiger Zeit fester Bestandteil des Jazz-Vokabulars, wie Produktionen etwa von deutschen Musikern wie Frederik Köster, Tobias Hoffmann oder John Dennis Renken zeigen.
Freitag, 27. Dezember, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Glück auf!
Das Label gligg records
Von Julia Neupert
Als "miner label" für "mining" artists beschreibt Martin Schmidt sein Unternehmen selbst anspielungsreich: Der "echte" Bergbau hat im Saarland ja bekanntermaßen seine besten Zeiten hinter sich, aber warum nicht auf kreative Weise diese Tradition aufnehmen? Das neue Label gligg-records sieht sich also als ein Bergwerk für Kunst-Arbeiter, in dem nicht oberflächlich, sondern im hauseigenen "Spielraum Studio Heilgenwald" tief gegraben wird nach bisher unerhörten Vorkommen aus den Revieren experimenteller Improvisation, Jazz, neuer Musik, Wort und Bildende Kunst.
Samstag, 28. Dezember, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Progressive Jazz
Die Big-Band-Visionen von Stan Kenton
Von Bert Noglik
Er war einer der experimentierfreudigsten Big-Band-Leader, die aus der Swing-Ära hervorgingen. Stan Kenton (1911 - 1979) sprengte die Dimensionen des orchestralen Jazz - sowohl mit gigantischen Besetzungen als auch mit kühnen Konzeptionen. Er befreite die Big Band von der Bindung an die Tanzmusik und wagte Schritte in Richtung einer Synthese von Jazz und Neuer Musik. Mitunter verwechselte er Bombast mit Bedeutung, doch er gab Anstöße, die weit über seine Zeit hinaus bedeutungsvoll erscheinen. Bill Russo, einer seiner Arrangeure, hatte es treffend so formuliert: "Stan Kentons Irrtümer waren wichtiger für den Jazz als die großen Erfolge anderer."
Sonntag, 29. Dezember, 19.16 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
In A Silent Way: Der Keyboarder Joe Zawinul
Von Günther Huesmann
Gleich mehrmals hat der österreichische Keyboarder, Komponist und Bandleader Joe Zawinul (1932-2007) die Jazzgeschichte beeinflusst. Im Soul- Jazz des Altsaxophonisten Canonball Adderley hatte er Ende der 1960er Jahre das Fender-Rhodes-Piano in den Jazz eingeführt. Ähnlich wichtig wurde er Anfang der 1970er Jahre als Pionier des Electric Jazz in der Band von Miles Davis. Gemeinsam mit dem Saxophonisten Wayne Shorter gründete er 1970 die Gruppe „Weather Report“, die er zur erfolgreichen Band der Fusion-Ära machte. Zawinuls große Kunst besteht darin, dass er den zur damaligen Zeit als „kalt’“ und „mechanisch“ angesehenen Synthesizer zu einem Medium hoch-personalisierter, „humaner“ Sounds gemacht hat. SWR2 Jazz erinnert an einen Magier der Klangfarben und Rhythmen.
Weitere Informationen finden Sie im Internet:
www.swr2.de/jazz



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