SWR 2 - Jazzprogramm Mai 2014
10.04.2014 12:28 von jazz (Kommentare: 0)

SWR 2 Jazzprogramm
Mai 2014
Donnerstag, 1. Mai, 19.30 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
„The Wildest“
Der Trompeter und Sänger Louis Prima
Von Gerd Filtgen
Das Show-Talent wurde Louis Prima in die Wiege gelegt: Der Sohn italienischer Einwanderer – im French Quarter von New Orleans geboren – wuchs in einem Milieu auf, in dem sich traditioneller Jazz, Folklore, Schlager und italienische Opern zu musikalischem Soul-Food vermischten. Schon als Twen machte er als Trompeter und Sänger in lokalen Bands im Big Easy Furore. Auch in New York sorgte seine instrumentale Meisterschaft dafür, dass sich Prima mit seiner „New Orleans Gang“ um Engagements keine Sorgen machen musste. In den 1950er Jahren war er mit seiner Partnerin, der Sängerin Keely Smith sowie Hits wie „Just A Gigolo“ in den Clubs von Las Vegas die Attraktion.
Donnerstag, 1. Mai, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: „Wenn der nächste Schlag die Musik nicht verändert, dann schlag ihn nicht“
Der norwegische Schlagzeuger und Elektroniker Thomas Strønen
Von Thomas Loewner
Thomas Strønen ist ein Drummer mit hohem Wiedererkennungswert: Er hat einen sehr ökonomischen Stil entwickelt, bei dem nicht nur die Maxime des „Weniger ist mehr!“ einen hohen Stellenwert besitzt, er setzt sein Schlagzeugset tatsächlich ganz anders ein als gewohnt. Die Verwendung kleiner Glöckchen verleiht seinem Sound eine filigrane Leichtigkeit. Unterstrichen wird dies durch präzise, kleine Wirbel auf Snare und Toms, die klare Akzente im musikalischen Fluss setzen, ebenso wie die sparsam platzierten Bassdrum-Kicks. Je nach Situation verwendet Strønen außerdem noch Elektronik, die seine Klangpalette zusätzlich erweitert. All dies und seine stilistische Flexibilität sorgen dafür, dass Thomas Strønen seit Jahren ein gefragter Schlagzeuger ist, der längst auch außerhalb seiner Heimat Norwegen einen sehr guten Ruf in der Szene genießt.
Freitag, 2. Mai, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update
Von Gerd Filtgen
Das NOWJazz Update ist zumindest einmal im Monat zumeist halbstündig auf der nächtlichen Freitagsschiene platziert und dient der Präsentation neuester Tendenzen der improvisierten Musik. Es erlaubt den Moderatoren, besonders wichtige Neuerscheinungen eingehender vorzustellen, als dies im NOWJazz Magazin möglich ist. Was gespielt wird, entscheiden die SWR2-Jazzautoren erst kurz vor dem Sendetermin.
Samstag, 3. Mai, 9.05 – 10.00 Uhr
Musikstunde: Jazz Across The Border
Von Günther Huesmann
Die letzten Jahre haben gezeigt: Das Stildelta des Jazz ist immer breiter und tiefer geworden. Längst sind es nicht mehr nur Improvisatoren aus dem Mutterland des Jazz, den USA, sind es nicht mehr Musiker nur aus Europa, welche die improvisierte Musik prägen. Zunehmend spielen auch Improvisatoren aus Lateinamerika, Asien und Afrika eine wichtige Rolle. Welche musikalischen Antworten geben sie? Wie sehen ihre Beiträge aus? Ein Blick weit über die Tellerränder der Gattungen und Stile hinweg.
Samstag, 3. Mai, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Walking With Giants
Der Saxophonist Jimmy Heath
Von Odilo Clausnitzer
„I Walked With Giants“ – so betitelte der Saxophonist und Komponist Jimmy Heath bescheiden seine Memoiren. Tatsächlich ist er in Gesellschaft einiger der größten Musiker der Jazzgeschichte aktiv gewesen. Als junger Mann arbeitete Heath mit Dizzy Gillespie und Miles Davis; mit seinem Freund John Coltrane feilte er gemeinsam an Technik und Improvisationsvokabular. Zunächst autodidaktisch entwickelte er sich zu einem versierten Komponisten und Arrangeur. Heath-Stücke wie „C.T.A.“ und „Gingerbread Boy“ avancierten zu Klassikern. Später setzte er sich auch mit ausgedehnteren Formen auseinander. Als konzeptionelles Oberhaupt der Familienband „Heath Brothers“, die er zusammen mit seinen Brüdern Percy und Albert betrieb, gelang ihm in den 1970er Jahren sogar ein größerer kommerzieller Erfolg. Heute ist Heath 87 Jahre alt und noch immer aktiv. Die Jazztime porträtiert einen der letzten großen Meister der Bebop-Generation.
Sonntag, 4. Mai, 19.22 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
„Zwischen zwei Wassern“
Die Jazzaufnahmen des Flamencogitarristen Paco de Lucía
Von Katrin Wilke
Der im Februar verstorbene Flamenco-Gitarrist Paco de Lucía gilt angesichts seiner riesigen, ungebrochenen Strahlkraft als bisher wichtigster Instrumentalist in der Geschichte dieser originär andalusischen Musik. Auch deren Brücke zum Jazz schlug er wie kein anderer und auf für beide Seiten bereichernde, nachhaltige Weise. Schon bevor de Lucía mit Improvisatoren wie John McLaughlin und Al Di Meola zusammenarbeitete, unternahm er mit seinem Landsmann, dem Saxophonisten Pedro Iturralde, erste jazzige Annäherungsversuche. Sein Sextett, in dem sich mit Carles Benavent und Jorge Pardo einige der heute zentralen Flamenco-Jazzer profilierten, machte später mit vielen US-amerikanischen Kollegen, etwa Chick Corea, gemeinsame Sache. Eine starke Traditionsverbundenheit ging bei dem gebürtigen Andalusier mit Stiloffenheit einher, mit einer Weltgewandtheit, die sich nicht zuletzt in dieser ausgelebten Neugier auf den Jazz manifestierte.
Dienstag, 6. Mai, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: My Favorite Discs
Von Julia Neupert
Persönliche Lieblingsalben aus der älteren oder jüngeren Jazzgeschichte werden in der Reihe "My Favorite Discs" regelmäßig vorgestellt: von den Autorinnen und Autoren unserer SWR2-Jazzredaktion. Legendäre Klassiker oder weniger bekannte Favoriten – warum gerade ein bestimmtes Album sie so beeindruckt hat, erklären sie in dieser Sendung.
Donnerstag, 8. Mai, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Magazin
Von Bert Noglik
Neues aus der Welt des Jazz wird im NOWJazz Magazin von SWR2 regelmäßig präsentiert. Wie immer erwarten Sie in dieser Sendung Informationen über bevorstehende Events, Rezensionen über Festivals, Buchbesprechungen und jede Menge brandneuer CDs. In der Mai-Ausgabe bereichten wir unter anderem von der diesjährigen jazzahead! in Bremen.
Freitag, 9. Mai, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Respektlos
Der Saxophonist Skerik und sein Umfeld
Von Harry Lachner
The Dead Kenny G's, das Quartett (!) Garage à Trois, Skerik's Syncopated Taint Septet, Critters Buggin: Das sind nur einige der Formationen, in denen der Saxophonist aus Seattle sein Unwesen treibt. Un-Wesen deshalb, weil er sich in den meisten Fällen von den Erwartungen dessen entfernt, was das Wesen eines Saxophonspiels normalerweise ausmacht. Skerik, mit bürgerlichem Namen Eric Walton, kombiniert so virtuos wie kein anderer die Klänge seines Instrumentes mit den Erweiterungsmöglichkeiten der Elektronik. Und zugleich stößt er immer wieder in Bereiche vor, die dem passionierten Jazzhörer vermutlich eher fern liegen – wenn er etwa in einem Konzert einen Song der Proto-Metal-Band Black Sabbath interpretiert oder in einem Titel die Band Melvins zitiert. Skerik ist der große, schwarzhumorige Unangepasste, der sich traumwandlerisch sicher zwischen Jazztradition (ja, auch die beherrscht er!) und provokanter Rockmusik bewegt.
Samstag, 10. Mai, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Hart auf Kante genäht
Der Hardbop des Altsaxophonisten Jackie McLean
Von Thomas Loewner
Jackie McLean kam schon früh in Kontakt mit den kreativsten Jazzern seiner Zeit: Pianist Bud Powell unterrichtete ihn als Teenager in Jazz-Harmonielehre, weitere Nachbarn waren Thelonious Monk oder Sonny Rollins. Erste Bekanntheit erlangte der Altsaxophonist in den Bands von Miles Davis, Charles Mingus und Art Blakey. Doch erst ein Vertrag mit dem Label Blue Note brachte ihm Erfolg als Leader eigener Bands. In den Jahren 1959 bis 1967 produzierte McLean für das Label 21 Alben, auf denen er die Grenzen des Hardbop zunehmend auslotete. Platten wie „One Step Beyond“ oder „Destination... Out!“ gaben schon im Titel die Richtung an, die McLean eingeschlagen hatte: Obwohl auch weiterhin im Hardbop verwurzelt, hatten es ihm die neuen Möglichkeiten der Avantgarde seiner Zeit angetan.
Donnerstag, 15. Mai, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Kollision der Stile
Die Band „Cassiber“ mit Chris Cutler und Heiner Goebbels
Von Michael Rüsenberg
Das Kapitel Cassiber war eines der aufregendsten in der Geschichte der improvisierten Musik. Es begann im August 1982, als sich Heiner Goebbels, Alfred Harth und Christoph Anders aus Frankfurt sowie Chris Cutler aus London zu einer Improvisationssession in einem Schweizer Studio trafen. Es endete im Dezember 1992 mit zwei Konzerten in Lissabon. Die Kollision der Stile, diese einmalige Konfrontation aus Punk, Free Jazz, Soul und Anleihen bei J.S. Bach, aus Pathos und Melancholie; sie war auch Spiegel der Reibung innerhalb der Band, der Debatten um ihre Ausrichtung. Anhand einer Box mit 6 CDs und einer DVD kann man dieses bedeutende Kapitel erneut staunend begutachten, und vielleicht auch beklagen, dass es dafür – auch wenn sich in den Werken von Heiner Goebbels Spuren finden – keine Nachfolger gab.
Freitag, 16. Mai, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Aktualisiert, neu gedacht, transformiert
Boris Haufs Auseinandersetzung mit musikalischen Traditionen
Von Nina Polaschegg
Jazzer? Freier Improvisator? Experimentator? Songschreiber? Fest steht, Boris Hauf ist Saxophonist und ein Musiker mit weit gespannten Interessensfeldern. Ein Musiker zudem, der seine Erfahrungen in verschiedenen Genres stets befragt, sie umdeutet, neu denkt und für seine Musik lebendig werden lässt – und dies dann auch in völlig anderen Kontexten. Seine klangflächen- und geräuschbetonten Experimente der Improvisationsgruppe efzeg zum Beispiel scheinen immer wieder auch in ganz anderen Projekten durch. Boris Hauf, der auf der Bühne vor allem die intensive Auseinandersetzung und Kommunikation mit seinen Mitmusikern schätzt, arbeitet zudem immer wieder auch mit PerformancekünstlerInnen zusammen.
Samstag, 17. Mai, 22.03 – 23.00 Uhr
SWR2 extra: Der Erste Weltkrieg
Jazztime: Fit For Fight
Wie der Jazz seinen Heimathafen New Orleans verließ
Von Julia Neupert
Das Vergnügungsviertel Storyville in der Hafenstadt New Orleans gehört zu den legendenumworbenen Orten der frühen Jazzgeschichte. Wie viel Jazz hier in den Bars, Tanzlokalen und Bordellen wirklich stattgefunden hat, ist heute zwar nicht mehr eindeutig nachzuvollziehen, fest steht aber: Als der Rotlichtbezirk 12. November 1917 von der Bundesregierung geschlossen wurde, weil man nach Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg um die Moral der in New Orleans stationierten Soldaten fürchtete, verlor die Stadt bald ihren Status als exklusives Zentrum der „Hot Music“.
Sonntag, 18. Mai, 18.20 – 19.00 Uhr
„Cool Struttin‘“
Der Bop-Pianist Sonny Clark
Von Hans-Jürgen Schaal
Mit gerade mal 20 Jahren brachte der Pianist Sonny Clark den Bebop nach Kalifornien und wurde dort „auf der Stelle einer der hipsten Begleiter der Welt“, wie es der Saxophonist Frank Morgan formuliert hat. Fünf Jahre später ging Clark zurück an die Ostküste und verzauberte mit seiner melodischen Mixtur aus Bebop, Cool Jazz und Hardbop auch den Produzenten des Plattenlabels Blue Note. Innerhalb von zwei Jahren (1957-1959) wirkte der Pianist bei mehr als 20 Blue-Note-Sessions mit, wovon viele erst Jahrzehnte später veröffentlicht wurden. Nach seinem viel zu frühen Tod – Clark starb mit nur 31 Jahren – geriet seine Musik zunächst in Vergessenheit. Erst in den 1980er wurde sie wiederentdeckt und erreichte teilweise Kultstatus.
Dienstag, 20. Mai, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Magische Momente
Das Trio Benjamin Koppel/Scott Colley/Brian Blade im Sudhaus Tübingen (1)
Am Mikrophon: Günther Huesmann
Kennengelernt haben sich der dänische Altsaxophonist Benjamin Koppel und die beiden Amerikaner, der Bassist Scott Colley und der Schlagzeuger Brian Blade, bei zwei Konzerten des Valby Summer Jazzfestivals 2012. Ihre Auftritte wurden zu umjubelten Highlights des Festivals, so dass sich die drei entschlossen, gemeinsam auf Tour zu gehen. Im Tübinger Sudhaus gab das Trio im vergangenen Oktober nun eine Kostprobe seiner Kunst, wobei die stilistische Palette vom subtilen Balladen-Spiel über mitreißend swingende Passagen bis hin zu Power-Rock-Grooves reichte. Alle drei komponieren für die Band, so dass man es in diesem Trio nicht mit einem Saxophonisten plus Rhythmusgruppe zu tun hat, sondern mit einem Ensemble, in dem alle Mitglieder gleichwertig und intensiv interagieren.
Donnerstag, 22. Mai, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: „Space Is The Place“
Sun Ra zum 100. Geburtstag
Von Bert Noglik
Er zählte zu den bedeutenden Erneuerern des orchestralen Jazz und zu den Visionären der afroamerikanischen Musik: der Pianist, Keyboarder, Komponist und Bandleader Sun Ra. Der am 22. Mai 1914 in Birmingham, Alabama, Geborene, begriff sich als Bürger des Planeten Saturn und setzte sich damit bewusst vom Wertesystem des amerikanischen Mainstreams ab. In seinem Schaffen strebte er nach einer futuristischen Fusion aus Archaik, Jazztradition und Avantgarde. Mit seinem Arkestra – eine Wortkombination aus Arche und Orchestra –schuf er vielfarbig schillernde und von wilden Improvisationen durchzogene Klanggemälde. Der Jazzpianist wandte sich auch den elektrischen Keyboards und dem Synthesizer zu und präsentierte seine Musik in spektakulären musiktheatralischen Performances.
Freitag, 23. Mai, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Sun Ra Dedications
Die Nachfahren einer Legende
Von Harry Lachner
Sun Ra: ein Mythenspieler, ein Utopist – und ein Visionär, was neue Klangmöglichkeiten und die Organisation eines großen Ensembles betraf. Er, der lange schon den Status einer verehrten Legende besitzt, hat in vielen Musikbereichen inspirierende Spuren hinterlassen. Eher dem ambitionierten, elektronischen Pop zuzurechnende Musiker wie etwa Sun Araw berufen sich auf ihn – wenn auch aus einer eher theoretischen Warte. Zu den gelungenen Versuchen, die Ideen Sun Ras in einen völlig anderen Kontext überzuführen, zählt die Anthologie „Dedication – The Myth Lives On“, an der unter anderen Theo Parrish und King Britt beteiligt waren. Weit näher an Sun Ras eigener musikalischer Welterfindung steht dagegen das Exploding Star Orchestra des Kornettisten Rob Mazurek. Er verbindet klug durchdachte kompositorische Vorgaben mit den Entgrenzungsmöglichkeiten der freien Improvisation. Es wird klar: Sun Ras Ideen, ob musikalischer oder interplanetarischer Provenienz, finden eine äußerst vielfältige, Form – über alle Genregrenzen hinweg.
Samstag, 24. Mai, 23.03 – 24.00 Uhr
Jazztime: „Street Of Dreams“
Ein Portrait des Gitarristen Grant Green
Von Odilo Clausnitzer
Das Label Blue Note war in der ersten Hälfte der 60er Jahre die Heimstätte des populären Jazzstils Hard Bop. Der meist aufgenommene Künstler dieser Plattenfirma hieß damals Grant Green. Mit seinem bluesverwurzelten, melodischen Spiel und vor allem mit seinen kochenden Soli definierte der Gitarrist das Genre Hard Bop wesentlich mit. Damit wurde er zum direkten Vorbild des später deutlich erfolgreicheren Instrumentalkollegen George Benson. Besonders Hammond-Organisten wie Jack McDuff und Richard Holmes verließen sich gerne auf Greens Groove-Qualitäten. Als Bandleader arbeitete er mit Größen wie Herbie Hancock, Joe Henderson oder Elvin Jones. 1979 starb er mit 43 Jahren an einem Herzinfarkt. Seine Musik verschwand zunächst in der Vergessenheit, bis sie von DJs der Acid Jazz-Szene wieder entdeckt wurde. Heute gilt Grant Green als einer der stilbildenden Gitarristen des modernen Jazz.
Sonntag, 25. Mai, nach dem Hörspiel
Zeit stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest
Dienstag, 27. Mai, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Magische Momente
Das Trio Benjamin Koppel/Scott Colley/Brian Blade im Sudhaus Tübingen (2)
Am Mikrophon: Günther Huesmann
Vgl. 20. Mai, 21.03 Uhr
Donnerstag, 29. Mai, 19.32 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
Gratwanderung zwischen den Stilen
Der Klarinettist Pee Wee Russell
Von Hans-Jürgen Schaal
Pee Wee Russell (1906-1969) muss ein ziemlich schräger Vogel gewesen sein. Geprägt wurde er ursprünglich durch den Chicago-Jazz der 1920er Jahre, doch für sich selbst lehnte er den Begriff „Chicago Jazz“ immer ab, da er doch in Missouri geboren war. Später vermischte Russell auf kauzige Art die verschiedenen Jazz-Schulen und entwickelte eine ganz eigene, ziemlich unberechenbare, irgendwie labyrinthische Improvisationsweise. Die Kritiker verliehen ihm den Ehrennamen „James Joyce der Klarinette“. Vollends für Verwirrung sorgte Pee Wee Russell in den 1960er Jahren. Da wandte er, der „Traditionalist“, sich sogar der Avantgarde zu und adaptierte auf seine Weise Stücke von Ornette Coleman, John Coltrane oder Thelonious Monk.
Donnerstag, 29. Mai, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Der Glasbläser
Ein Portrait des britischen Trompeters Tom Arthurs
Von Ssirus W. Pakzad
Seit ein paar Jahren residiert der englische Trompeter Tom Arthurs in Berlin, wo er mit seinem transparenten, glasklaren, oft lyrischen Spiel zum gefragten Bühnen- und Studio-Partner für Musiker wie die Pianistin Julia Hülsmann wurde. Der 33jährige Brite pflegt eine Vorliebe für Kammermusikalisches im Grenzbereich zwischen Jazz und zeitgenössischer Klassik und hat schon Werke für Trompete und Streichquartett zu Papier gebracht.
Freitag, 30. Mai, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Session: London Calling
Das Alexander Hawkins Ensemble und Hello Skinny feat. Steve Beresford bei den BBC Monday Concerts 2013
Am Mikrophon: Julia Neupert
Versuche, die Klangwelten von Alter Musik und Jazz zu verbinden, gibt es viele. Selten aber hört man hier wirklich Plausibles oder zumindest spannende künstlerische Statements. Der britische Pianist Alexander Hawkins hat sich für seine Suite „One Tree Found“ von Barockmusik inspirieren lassen, aus diesem Material aber ein Konzept für Improvisatoren entwickelt, die hier eben nicht nur als Interpreten seiner Kompositionen, sondern vor allem als eigenständige Performer agieren. Im zweiten Teil dieser Sendung wird ein Ausschnitt einer anderen exklusiven BBC-Studio-Session zu hören sein: die Kollaboration des Dub-Projektes Hello Skinny mit Steve Beresford, einem der renommiertesten Vertreter der freien britischen Improvisationsszene.
Samstag, 31. Mai, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Die Stimme des Jazz
Ella Fitzgeralds Aufnahmen für das Label Verve
Von Gerd Filtgen
Für Ella Fitzgerald erfüllte sich der amerikanische Traum vom Aufstieg aus bitterarmen Verhältnissen in eine gesicherte Existenz. Sie zählt zu den Jazz-Diven par excellence: Mühelos beherrschte die Sängerin einen Stimmumfang von drei Oktaven. Sobald sie auch nur ansatzweise eine Melodie intoniert, ist man von der Klarheit ihrer Darbietung beeindruckt. Nach ihrem rund zwanzigjährigen Vertrag mit der Plattenfirma MCA wechselte Fitzgerald im Jahr 1955 zu Verve. Bei dem damals neu gegründeten Label bekam ihre Karriere einen weiteren Schub. Das belegen die swingenden Aufnahmen mit den Orchestern von Nelson Riddle, Count Basie und Duke Ellington, aber auch ihre Auftritte mit den Pianisten Hank Jones und Oscar Peterson und dem Trompeter Louis Armstrong.
Weitere Informationen finden Sie im Internet:
www.swr2.de/jazz



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