SWR 2 - Jazzprogramm November 2013
22.10.2013 12:49 von jazz (Kommentare: 0)

SWR 2 Jazzprogramm
November 2013
Samstag, 2. November, 9.05 – 10.00 Uhr
SWR2 Musikstunde: Jazz across the border (11)
Von Günther Huesmann
Die letzten Jahre haben gezeigt: Das Stildelta des Jazz ist immer breiter und tiefer geworden. Längst sind es nicht mehr nur Improvisatoren aus dem Mutterland des Jazz, den USA, sind es nicht mehr Musiker nur aus Europa, welche die improvisierte Musik prägen. Zunehmend spielen auch Improvisatoren aus Lateinamerika, Asien und Afrika eine wichtige Rolle. Welche musikalischen Antworten geben sie? Wie sehen ihre Beiträge aus? Ein Blick weit über die Tellerränder der Gattungen und Stile hinweg.
Samstag, 2. November, 20.03-24.00 Uhr (LIVE)
JazzFest Berlin 2013
Live-Übertragung aus dem Haus der Berliner Festspiele u.a. mit Abraham Inc. Fest. David Krakauer, Fred Wesley & DJ Socalled
Am Mikrophon: Ulf Drechsel
direkt im Anschluss daran (nach den Nachrichten)
Sonntag, 3. November, 00.05-6:00 Uhr
JazzFest Berlin 2013
ARD-JazzNacht
Musikalische Höhepunkte der diesjährigen Festivalausgabe u.a. mit Christian Scott, Joachim Kühns "Africa Connection" feat. Pharoah Sanders, Gebhard Ullmanns "Berlin Suite" und Ernst Ludwig Petrowskys Jubilee
Am Mikrophon: Ulf Drechsel, Roland Spiegel, Julia Neupert, Ulrich Habersetzer
Sonntag, 3. November, 19.13-20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
Django à la Creóle
Evan Christopher’s New Gypsy Jazz
Von Gerd Filtgen
Ein füllig runder, im hohen Register strahlender Ton, sowie ein mitunter die Klangfülle dramatisierendes Vibrato, gehört zur Charakteristik der kreolischen Klarinetten-Tradition. Dass man deswegen nicht unbedingt aus New Orleans stammen muss, demonstriert Evan Christopher überzeugend. Für den aus Kalifornien stammenden Musiker übte die Stadt am Mississippi-Delta eine solche Anziehungskraft aus, dass er in den 1990er Jahren dorthin zog und in der Szene schnell Anschluss fand. Nicht ohne Grund: In seiner Spielweise kann man im zeitgemäßen Kontext die Echos legendärer Interpreten wie Johnny Dodds und Sidney Bechet hören. 2005, nach der vom Hurrikan Katrina verursachten Katastrophe, lebte Christopher eine Zeitlang in Paris, wo er, inspiriert von den Sounds des legendären Gitarristen Django Reinhardt, dessen Musik einen kreolischen Touch verlieh.
Dienstag, 5. November, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Das Portico Quartet beim Festival Enjoy Jazz 2012 in Heidelberg
Am Mikrofon: Günther Huesmann
Jungen britischen Jazz – quicklebendig oszillierend zwischen Minimal, Ambient, Pop und Dub – macht das aus London stammende Portico Quartet. Bisher war Nick Mulvey mit seinem Hang
(einem melodischen Perkussionsinstrument) prägend für anfangs heiteren Portico-Sound gewesen. Nun hat Keir Vine den Hang-Part übernommen, und auch stilistisch hat sich die
Band, die im Oktober 2012 zum zweiten Mal im Rahmen des Festivals Enjoy Jazz auftrat, verändert. Sie spielt dunkler, spaciger, mehr an den Idealen von Electronica, Ambient und Dub orientiert.
Donnerstag, 7. November, 23.03 -24.00 Uhr
NOWJazz-Magazin
Von Thomas Loewner
Neues aus der Welt des Jazz wird im NOWJazz Magazin von SWR2 regelmäßig präsentiert. Wie immer erwarten Sie in dieser Sendung Informationen über bevorstehende Events, Rezensionen über Festivals, Buchbesprechungen und jede Menge brandneuer CDs. In der November-Ausagbe werfen wir ein Schlaglicht auf das bevorstehende SWR NEWJazz-Meeting 2013 mit dem Akkordeonisten Vincent Peirani und dem Ensemble „Living Being Extended“. Wir rezensieren den gerade zuende gegangenen Jahrgang des JazzFestes Berlin 2013. Und wir bringen einen Vorbericht vom 26. Jahrgang des renommierten österreichischen Festivals für Improvisationsmusik „Unlimited“ in Wels.
Freitag, 8. November, 23.03-24.00 Uhr
NOWJazz: Klick-Klack-Stories
Der Schlagzeuger Erwin Ditzner
Von Julia Neupert
Er gehört zu den vielseitigsten Musikern der Mannheimer Szene: der in Worms geborene Schlagzeuger Erwin Ditzner hat als Rockdrummer begonnen, unter anderem bei der legendären Band „Guru Guru“ gespielt, später war er Mitbegründer der erfolgreichen Brass Band „Mardi Gras bb“ und ist mit dem Ensemble „Les Coleümes“ um die ganze Welt gereist. Ditzner lässt sich stilistisch ungern einengen und schätzt deshalb auch das freie Spiel – unter anderem mit seinem langjährigen Duopartner Lömsch Lehmann, mit Sebastian Gramss oder Rudi Mahall. Vor allem von solchen Projekten und seinem aktuellen Solo-Album „elements“ wird in dieser Sendung zu hören sein.
Dienstag, 12. November, 21.03-22.00Uhr
SWR2 Jazz Session: Interaktion!
Höhepunkte vom Festival Jazzdor Strasbourg Berlin 2013 (1) mit dem Trio Samuel Blaser/Marc Ducret/Peter Bruun, Denis Badaults „H3B“, „Actuum“ und dem Trio Denis Charolles/Maggie Nicols/David Chevallier
Am Mikrophon: Julia Neupert
Austausch – Interaktion! Das ist schon lange das Credo des künstlerischen Leiters vom Straßburger Festival Jazzdor, Philippe Ochem. Seit ein paar Jahren ist es auch das Motto der Jazzdor-Dependance in Berlin, wo Ochem seit 2007 jedes Jahr im Frühsommer ein Festivalwochenende veranstaltet. Vor allem die Begegnung französischer und deutscher Jazzmusikerinnen und –musiker liegt ihm am Herzen, und so kam es im Berliner Kesselhaus auch in diesem Jahr wieder zu spannenden länderübergreifenden Konzerten.
Donnerstag, 14. November, 23.03-24.00 Uhr
NOWJazz: Speed Up - Jazz und Cartoon-Musiken
Von Harry Lachner
Als einen prägenden Einfluss auf seine Ästhetik der schnellen Schnitte benannte der Saxophonist und Komponist John Zorn die Zeichentrickfilme der 1940er und -50er Jahre. Die Musik für die absurd surrealen Cartoons der Serien wie "Merry Melodies" oder "Loony Tunes" lieferten unter anderem Carl Stalling, Raymond Scott und Spike Jones. Heute ist es nicht nur John Zorn, der diese rasante Schnittästhetik wieder aufgreift. Wir finden sie auch bei David Shea oder bei den Musikern des Projekts "Spirou". Was uns schließlich zur Frage führt: Welche Rolle spielt der beschleunigte Humor im Jazz?
Freitag, 15. November, 23.03-24.00 Uhr
NOWJazz: Energie und Präsenz – die Klarinettistin und Stimmperformerin Isabelle Duthoit
von Nina Polaschegg
Energie und Präsenz, das sind zwei Attribute, welche die Musik ebenso wie die Performances der Klarinettistin und Stimmkünstlerin Isabelle Duthoit treffend beschreiben. Ausgebildet als klassische Klarinettistin hat sie sich früh auf die Interpretation zeitgenössischer komponierter Musik spezialisiert, um bald darauf in die Welt der freien Improvisation einzutauchen, die ihr bald zur musikalischen Heimat wurde. Über die Klarinette und klangforschende Experimenten kam sie zur Stimme. Viele Jahre lang übte sie nicht-klassischen Gesang. Nach und nach formte sie Klangfarbliches, Energiefelder, Rauschfarben und Kontrastelemente zu ihrer eigenen Stimmcharakteristik.
Samstag, 16. November, 22.03-23.00 Uhr
Jazztime: „Zum Glück“ – The Power of Positive Swinging: der Trompeter Clark Terry
von Odilo Clausnitzer
Es gibt vielleicht keinen Jazzmusiker, dessen Sound so unmittelbar glücklich klingt wie der des Trompeters und Flügelhornisten Clark Terry. Er ist eine lebende Legende des Jazz. Terry arbeitete mit Count Basie und Duke Ellington, er wurde Mentor von Miles Davis und Quincy Jones, und sogar Louis Armstrong nannte ihn seinen „Lieblingstrompeter“.
Nicht nur als ausgezeichneter Bläser, sondern auch als Vokalist hat Terry einen ganz eigenen Stil geschaffen: mit seinen „Mumbles“, einer witzigen Art des Scat-Gesanges. Noch heute, mit 92 Jahren, gibt er als allseits verehrtes „Internationalheiligtum des Jazz“ Ratschläge an jüngere Generationen weiter.
Terrys Rezept für ein erfülltes Musikerdasein spiegelt sich exemplarisch in seinen Plattentiteln: „The Power Of Positive Swinging“, „The Happy Horns Of Clark Terry“ oder schlicht „Having Fun“. Die Jazztime geht der Lebensphilosophie eines der angesehensten Jazzmusiker aller Zeiten nach.
Dienstag, 19. November, 21.03-22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Interaktion!
Höhepunkte vom Festival Jazzdor Strasbourg Berlin 2013 (2)
mit Heinz Sauers/Daniel Erdmanns "Special Relativity", den Duos Wu Wei/Pascal Contet, Joelle Léandre/Vincent Courtois und Antoine Berjeauts Wasteland feat. Mike Ladd
Am Mikrophon: Julia Neupert
Austausch – Interaktion! Das ist schon lange das Credo des künstlerischen Leiters vom Straßburger Festival Jazzdor, Philippe Ochem. Seit ein paar Jahren ist es auch das Motto der Jazzdor-Dependance in Berlin, wo Ochem seit 2007 jedes Jahr im Frühsommer ein Festivalwochenende veranstaltet. Vor allem die Begegnung französischer und deutscher Jazzmusikerinnen und –musiker liegt ihm am Herzen und so kam es im Berliner Kesselhaus auch in diesem Jahr wieder zu spannenden länderübergreifenden Konzerten.
Donnerstag, 21. November, 23.03-24.00 Uhr
NOWJazz: Power und Präzision
Der Schweizer Schlagzeuger Lucas Niggli
Von Bert Noglik
Er zählt zu den Motoren der vitalen Schweizer Jazzszene, vereint in seinem Spiel Kraft und Sensibilität und schaut mit seinen Projekten immer auch über den Tellerrand des Jazz hinaus. Als Mitglied der Band "Steamboat Switzerland" kombiniert er Einflüsse aus Jazz, Rock und Neuer Musik mit freien Improvisationen. Seit 1999 arbeitet er mit dem eigenen Trio ZOOM, auch in verschiedenen Erweiterungen als "Lucas Niggli Big Zoom", ebenfalls im Schnittbereich zwischen den zeitgenössischen Stilen und Genres. Daneben brilliert er in kammermusikalischen Besetzungen wie dem Trio mit Luciano Biondini und dem Tubisten Michel Godard oder in dem Duo mit der chinesischen Guzheng-Spielerin Xu Fengxia sowie in Schlagzeugensembles wie "Big Beat Bohemia". Lucas Niggli, der auf seiner Website nicht weniger als 15 aktuelle Bands beziehungsweise Projekte aufführt, hat bei aller Vielseitigkeit ein starkes individuelles musikalisches Profil ausgeprägt.
Freitag, 22. November, 23.30-24.00 Uhr
NOWJazz Update
Von Gerd Filtgen
Das NOWJazz Update ist zumindest einmal im Monat zumeist halbstündig auf der nächtlichen Freitagsschiene platziert und dient der Präsentation neuester Tendenzen der improvisierten Musik. Es erlaubt den Moderatoren, besonders wichtige Neuerscheinungen eingehender vorzustellen, als dies im NOWJazz Magazin möglich ist. Was gespielt wird, entscheiden die SWR2-Jazzautoren erst kurz vor dem Sendetermin.
Samstag, 23. November, 22.03-23.00 Uhr
Jazztime: Aufstieg in den Saiten-Olymp – der Gitarrist Kurt Rosenwinkel
Von Günther Huesmann
Ein Sound, so unverkennbar wie seine eigene Stimme. Mit seinem „singenden“, vokalen Ton hat der Gitarrist Kurt Rosenwinkel zu einer ganz eigenen Spielart des zeitgenössischen Jazz gefunden. Nach einem Studium am Berklee College in Boston, tourte der gebürtige Philadelphiaer Anfang der 1990er Jahre in den Bands des Vibraphonisten Gary Burton und des Schlagzeugers Paul Motian auf die großen Jazzbühnen der Welt. Danach machte er
sich mit seinem ausgeprägt melodiösem Spiel selbstständig – mit großem Erfolg. So tief verwurzelt seine Linien in der Jazztradition sind, Rosenwinkel scheut sich nicht, in seinen Band-Projekten ungewöhnliche Wege zu gehen. Auch mit seinen von Musikern hoch gelobten kompositorischen Fähigkeiten hat er viel dafür getan, die improvisatorischen Möglichkeiten der Jazzgitarre zu erweitern.
Dienstag, 26. November, 21.03-22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: SWR Jazzpreis 2013
Hintergründige Klänge - Der Saxofonist Hayden Chisholm beim Preisträgerkonzert in Ludwigshafen im Trio mit Simon Nabatov und Christian Lillinger und im Trio mit Philip Zoubek und Marcus Schmickler
Am Mikrophon: Harry Lachner
Am 11. Oktober fand im Rahmen des Enjoy Jazz Festivals die Verleihung des diesjährigen SWR-Jazzpreises an Hayden Chisholm statt. In zwei unterschiedlichen Trios unterstrich der Saxophonist seine stilistische Offenheit gegenüber ganz unterschiedlichen Spielarten aktueller Musik sowie - nicht zuletzt - seine einzigartige Klangästhetik. "Mit mikrotonaler Dichte und dezenter Expressivität", so die Begründung der Jury, "hat der gebürtige Neuseeländer vor allem auf dem Altsaxophon zu einer unverwechselbaren und höchst originellen Ausdrucksweise gefunden." Zwei Trio-Konzerte, zwei Kapitel eines Selbstporträts: Sie zeigen die Hintergründigkeit im Spiel von Hayden Chisholm, seine beständige Suche nach einem Ausgleich zwischen formaler Strenge und phantasiegetriebener Improvisation.
Donnerstag, 28. November, 23.20-24.00 Uhr
NOWJazz: Physical Groove – das Klaviertrio „The Bad Plus“
Von Hans-Jürgen Schaal
In ihrer Anfangszeit um das Jahr 2000 wurden „The Bad Plus“ als Amerikas Antwort auf das Esbjörn Svensson Trio gefeiert. Geradezu heftig und respektlos gehen die drei Musiker aus Minneapolis mit liebgewonnenen Jazzkonventionen um. Denn Ethan Iverson (Klavier), Reid Anderson (Bass) und David King (Schlagzeug) kennen in ihrer Musik noch ganz andere Bezugspunkte als das American Songbook, zum Beispiel die Rockgeschichte: Black Sabbath, Pink Floyd, Yes, Rush, Queen, Nirvana. Ihre Musik enthält Groove, Wucht und Pathos und liebt sprunghafte und völlig unvorhersehbare Entwicklungen. Rockige Power und freie Improvisation finden bei „The Bad Plus“ zu ganz neuen Mischformen. Mit dem Pianojazz aus der Hotelbar hat das allerdings so viel zu tun wie ein zorniger Grizzly mit einem Kuscheltier.
Samstag, 30. November, 22.03-23.00 Uhr
Jazztime: U30 - Aktuelle junge deutsche Jazzkünstlerinnen und –künstler
Von Anja Buchmann
Natürlich existiert kein Mindestalter als Garant für gute Jazzmusik - auch wenn häufig den älteren Musikerinnen und Musikern eine gewisse Reife und Erfahrung nachgesagt wird, welche die frischen Hochschulabsolventen in der Regel noch nicht haben. Dafür, so heißt es, bringe der Nachwuchs große Experimentierlust und neue Energie. Oder stimmt das gar nicht mehr? Sind etwa viele der jungen Musikerinnen und Musiker eher stromlinienförmig, versuchen alte Jazz-Vorbilder oder neue Pop-Idole zu imitieren und vernachlässigen dabei ihre ganz eigene Stimme? Wir hören nach. Heute gibt’s in der Jazztime ausschließlich Musik von unter 30Jährigen - für sämtliche Altersstufen.
Weitere Informationen finden Sie im Internet:
www.swr2.de/jazz



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