SWR 2 - Jazzprogramm November 2014
16.10.2014 10:03 von jazz (Kommentare: 0)

SWR 2 Jazzprogramm
November 2014
Samstag, 2. November, 22.05 – 24.00 Uhr
Jazzfest Berlin 2014 – LIVE
u.a. mit Daniel Humairs „Sweet & Sour“, der WDR Big Band feat. Kurt Elling, Johanna Borcherts „Desert Road” und dem Hedvig Mollestad Trio
Am Mikrophon: Ulf Drechsel
Sonntag, 2. November, 00.05 – 06.00 Uhr
Jazzfest Berlin 2014: ARD JazzNacht
Musikalische Höhepunkte der diesjährigen Festivalausgabe
u.a. mit Elliott Sharp „Tribute: MLK Berlin 64“, Francesco Bearzatti Tinissima 4tet, Benny Golson Quartet, Soweto Kinch, Alexander von Schlippenbach & Aki Takase „Celebrating Eric Dolphy“
Am Mikrophon: Ulf Drechsel, Roland Spiegel, Günther Huesmann, Nabil Atassi und Ulrich Habersetzer
An die vierstündige Live-Übertragung vom Jazzfest Berlin 2014 schließt die ARD-JazzNacht ab 00.05 Uhr fast nahtlos an. Ulf Drechsel, Roland Spiegel, Günther Huesmann, Nabil Atassi und Ulli Habersetzer präsentieren in sechs Stunden musikalische Highlights der ersten drei Festivaltage und –nächte und reflektieren die 50jährige Geschichte des Festivals. Aktuelle Interviews mit Musikerinnen und Musikern ergänzen das musikalisch vielschichtige Programm, in dem unter anderem Mitschnitte der Konzerte von Elliott Sharp „Tribute: MLK Berlin 64“, dem Eva Klesse Quartett, dem Francesco Bearzatti Tinissima 4tet „Monk'n'Roll“, dem Benny Golson Quartet, Get The Blessing, Soweto Kinch, Alexander von Schlippenbach & Aki Takase „Celebrating Eric Dolphy“, Potsa Lotsa plus plays „Love Suite“ by Eric Dolphy.
Dienstag, 4. November, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: My Favorite Discs
Kip Hanrahans „Coup de Tête“ von 1982
Am Mikrophon: Harry Lachner
Turbulent wie das Straßenleben in New York – voller Widersprüche, unvermittelter Szenen- und Stilwechsel: So erschien „Coup de Tête“, das Debüt-Album von Kip Hanrahan aus dem Jahr 1982. Es ist ein Meisterwerk des Eklektizismus, bei dem Hanrahan als Regisseur fungiert: Er versammelte einige der besten New Yorker Musiker wie Carla Bley, Bill Laswell, Chico Freeman und Michael Mantler, um ein musikalisches Panorama zu entwerfen, bei dem Latin-Fragmente, Funk-Rhythmen, Filmmusik-Zitate und kapriziöse Klangbilder einander in furioser Weise ablösen.
Donnerstag, 6. November, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Magazin
Von Julia Neupert
Neues aus der Welt des Jazz wird im NOWJazz Magazin von SWR2 regelmäßig präsentiert. Wie immer erwarten Sie in dieser Sendung Informationen über bevorstehende Events, Rezensionen über Festivals, Buchbesprechungen und jede Menge brandneuer CDs. In dieser Ausgabe berichtet Günther Huesmann über das bevorstehende NEWJazz Meeting, Nina Polaschegg stellt den bei Rune Grammofon erschienene diskographischen Führer „Free Jazz And Improvisation On Vinyl 1965-1985“ von Johannes Rød vor und Gerd Filtgen bespricht Richard Havers‘ Buch „Verve – The Sound Of America“.
Freitag, 7. November, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Neues aus dem Böhmerwald
Höhepunkte vom Ulrichsberger Kaleidophon 2014 mit dem Trio Now!, dem Trio Colophony und dem Quartett Léandre/Leimgruber/Stangl/Curran
Am Mikrophon: Nina Polaschegg
Zwei Trios, deren Musiker länger zusammen arbeiten, ein Quartett, das in dieser Zusammensetzung noch nie zu hören gewesen war: Die musikalische Reise in den Böhmerwald verspricht alljährlich alles andere als Provinzielles. Hier treffen sich Musikerinnen und Musiker aus aller Welt – und auch das mit offenen Ohren lauschende Publikum ist zum Teil von weither angereist. Einer der absoluten musikalischen Höhepunkte in diesem Jahr war ein heimisches Trio. Das Trio NOW! aus Ulrichsberg vereint im freien Jazz Abstraktion und Konkretion. Gerahmt wurde dieses Konzert von zwei bekannten hochkarätigen Formationen, dem Trio Colophony und einer neuen All-Star-Besetzung von Joëlle Léandre.
Dienstag, 11. November, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Goldene Grooves
Höhepunkte vom Festival Jazzdor Strasbourg-Berlin 2014
u.a. mit dem Orchestre National de Jazz und dem Quartett „Die Hochstapler“
Am Mikrophon: Tobias Richtsteig
Es ist ein besonderes Festival, dieser Ableger des französischen Jazzdor mitten in der deutschen Hauptstadt. Einerseits natürlich knallbuntes Schaufenster der lebendigen Szene unseres Nachbarlandes, aber Festivalleiter Philippe Ochem nutzt die Bühne auch als Plattform für bemerkenswerte Brückenschläge. Das Quartett „Hochstapler“ etwa lebt und arbeitet in Berlin und Paris und erprobt die längst klassischen Konzepte von Anthony Braxton und Ornette Coleman an den Bedingungen des 21. Jahrhunderts. Der Schlagzeuger Edward Perraud nennt seine Band treffend „Synaesthetic Trip“: Bild- und klangfarbenreich groovt ihre Musik von Afrika bis auf europäische Dancefloors und weit darüber hinaus. Das neue Orchestre National de Jazz schließlich, das gerade frisch unter der Leitung von Olivier Benoit zusammenfand, präsentierte Anfang Juni den ersten Teil einer Reihe von Musik-Portraits europäischer Metropolen: „Europa Paris“ – als Deutschlandpremiere.
Donnerstag, 13. November, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Indie Jazz
Wie der Alternative Rock den aktuellen Jazz beeinflusst
Von Odilo Clausnitzer
Als Ende der 1960er Jahre Jazzmusiker begannen, Elemente zeitgenössischer Rockmusik zu assimilieren, bezeichnete man das Ergebnis als „Fusion“ und „Jazzrock“. Inzwischen sind das weitgehend historische Stilbegriffe geworden. Heute bezieht sich eine jüngere Generation von Jazzmusikern mit ganz anderen klanglichen Ergebnissen auf aktuelle Rockmusik. Es sind zeitgenössische Spielarten des „Alternative Rock“ und „Independent Pop“, die hier die stärksten Spuren hinterlassen. Der Trompeter Martin Auer hat 2007 seinen Fusionsversuch in dieser Richtung unter den programmatischen Plattentitel „Indie Jazz“ gestellt. Die Bezüge zwischen Jazz und Rock gehen dabei heute weit über direkte „Coverversionen“ hinaus, wie sie in Jazzkreisen besonders häufig Songs der britischen Band „Radiohead“ erfahren haben. Auch, was die Klangfarben und das rhythmische Fundament angeht, lassen sich moderne Jazzmusiker von aktueller Rockmusik anregen. Hypnotisch-monotone Gitarrenriffs findet man auch bei dem avancierten Saitenvirtuosen Nir Felder. Die Jazzband Bellbird bezieht sich in konsequent „swingfreien“ Grooves auf durchstrukturierten modernen „Math Rock“. Und schließlich hat die Inspiration durch zeitgenössischen Rock auch Spuren im Klangideal und der Produktionstechnik hinterlassen. Die Berliner Band „snooze-on“ etwa setzt, bei aller improvisatorischen Raffinesse, auf einen kompakten, druckvoll gemischten Studiosound.
Freitag, 14. November, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Songbirds
Ein Portrait der Perkussionistin Susie Ibarra
Von Harry Lachner
Ihre Familie stammt ursprünglich von den Philippinen und so ist es naheliegend, dass die in Kalifornien geborene Susie Ibarra immer wieder die Nähe zur Musik Südostasiens sucht. Zunächst aber galt sie in den 1990er Jahren als eine der ideenreichsten und technisch versiertesten Schlagzeugerinnen in der frei improvisierten Musik. Sie spielte unter anderem in den Ensembles von Matthew Shipp, David S. Ware und William Parker, machte Aufnahmen mit dem Gitarristen Derek Bailey und dem Saxophonisten John Zorn. Bei ihren eigenen Projekten dagegen stellte sie ihre kompositorischen Qualitäten in den Vordergrund, verarbeitete Einflüsse aus der US-Amerikanischen ebenso wie aus der asiatischen Folklore. Zuletzt gründete sie mit dem Perkussionisten Roberto J. Rodriguez das Projekt Electric Kulintang, das die Brücke zwischen traditioneller philippinischer und westlicher Musik und ihren Klangideen zu schlagen versucht.
Samstag, 15. November, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Von Santiago de Chile nach New York
Die Tenorsaxophonistin Melissa Aldana im Portrait
Von Günther Huesmann
Ihr Großvater gehörte zu den ersten Jazzmusikern Chiles, die Plattenaufnahmen in den USA machten. Von ihm hat sie das Tenorsaxophon geerbt, ein antikes Selmer Mark-VI. Das Jazzspielen hat sie freilich von ihrem Vater gelernt, auch er ist Saxophonist und in Santiago de Chile ein anerkannter Jazzlehrer. Der hatte der 7jährigen Melissa Charlie Parker-Soli vorgespielt, die sie nach Gehör nachspielte. Später wurde der Pianist Danilo Perez auf sie aufmerksam und riet ihr am Berklee College in Boston zu studieren. International hat Melissa Aldana 2013 erstmals auf sich aufmerksam gemacht, als sie beim Thelonious Monk Jazz-Wettbewerb vor einer hochkarätigen Jury (Wayne Shorter, Branford Marsalis) den ersten Preis gewann. Ein Novum: Mit der damals 25jährigen Chilenin hatte zum ersten Mal eine Frau in einem Instrumentalfach den international renommiertesten Jazzpreis gewonnen. Was Melissa Aldanas Sounds freilich so aufregend macht: Sie spielt nicht wie die Siegerin eines Jazzwettbewerbs, sondern wie eine große Geschichtenerzählerin.
Dienstag, 18. November, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Aus dem Archiv
World Music!
Das New Jazz Meeting 1984 in Baden-Baden
u.a. mit Karl Berger, Trilok Gurtu und Hozan Yamamoto
Von Joachim-Ernst Berendt (Produktion SWF 1985)
Für das New Jazz Meeting vor dreißig Jahren hatte der damalige SWF-Redakteur Joachim-Ernst Berendt zu einem interkontinentalen musikalischen Treffen gebeten: Die Saxophonisten Charlie Mariano und Alfred Harth, der Geiger Krzesimir Debski, der Shakuhachispieler Hozan Yamamoto, der Bandoneonist Juan José Mosalini, der Bassist Peter Kowald, der Pianist Karl Berger, der Schlagzeuger Barry Altschul und die Perkussionisten Trilok Gurtu, Ken Johnson und Ponda O’Bryan waren eingeladen. Elf Musiker mit sehr unterschiedlichen stilistischen Backgrounds trafen sich in Baden-Baden und entwickelten gemeinsam ein Programm, mit dem es danach auf eine kleine Tournee durch den Südwesten ging. Ausschnitte der damaligen Sendungen von Joachim-Ernst Berendt mit Aufnahmen der damaligen Studio- und Konzert-Sessions werden in dieser Sendung zu hören sein.
Donnerstag, 20. November, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Energie und Poesie
Der Bassklarinettist Thomas Savy
Von Ssirus W. Pakzad
Ein Konzert von Michel Portal und Louis Sclavis hat Thomas Savy die Ohren geöffnet. Der klassisch ausgebildete Klarinettist verliebte sich an diesem Abend in den Klang und den geheimnisvollen Charakter der Bassklarinette. Bis vor ein paar Jahren noch verdiente sich der Franzose seinen Lebensunterhalt im Saxophonsatz diverser Pariser Big Bands. Doch er gab die Jobs auf und ließ sein Tenorsaxophon im Koffer ruhen. Heute konzentriert sich der 42jährige ganz und gar auf das Instrument mit der umfassenden Registerspanne. Er sagt: Die Bassklarinette ist mein Haus, mein Planet. Mit einem New Yorker Trio, einem französischen Dreier und der Formation Archipel Bleu hat sich der Virtuose viel Aufmerksamkeit erspielt.
Freitag, 21. November, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update: Adventurous Reading (2)
Bad Alchemy
Von Julia Neupert
DIN A5-Format, um die 90 eng bedruckte Seiten, schwarzweiß-kopierte Texte und Photos, Heftklammerbindung, das Layout schlicht: Die karge Aufmachung täuscht auf den ersten Blick vielleicht darüber hinweg, dass Bad Alchemy im deutschsprachigen Raum zur spannendsten Lektüre über „unpopuläre Musikformen“ gehört. 1984 vom Würzburger Rigo Dittmann gegründet, widmet sich Bad Alchemy in guter Fanzine-Tradition musikalischen Subkulturen, die in anderen Medien kaum oder überhaupt keine Aufmerksamkeit finden. So berichtet das unabhängige Magazin unter anderem kritisch auch über Neuveröffentlichungen des Free Jazz, der freien Improvisation oder der experimentellen Audiokunst, ebenso bespricht Dittmann regelmäßig Festivals oder Konzerte. 2014 feiert Bad Alchemy sein 30jähriges Bestehen. Herzlichen Glückwunsch!
Samstag, 22. November, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Ein Mann der ersten Stunde
Der Pianist Michael Naura
Von Bert Noglik
Er zählte hierzulande zu den ersten Musikern, die sich nach dem Ende des Krieges für den Jazz begeisterten und gänzlich dessen moderneren Spielformen widmeten: der Pianist Michael Naura. Seit Anfang der 1950er Jahre war er eng mit dem Vibraphonisten Wolfgang Schlüter verbunden. Das Michael Naura Quintett genoss Kultstatus und fand seine Heimat in den Jazzkellern – eine aufreibende Tätigkeit, bei der Michael Naura seine Gesundheit ruinierte. Nach einem Zusammenbruch und einer Phase der Erholung war er dann wieder auf der Szene präsent – seit Mitte der 1960er Jahre vor allem gemeinsam mit Wolfang Schlüter und dem Dichter Peter Rühmkorf. Von 1971 bis 1999 leitete er die Jazzredaktion des Norddeutschen Rundfunks. Neben seinen musikalischen Aktivitäten trat Michael Naura, der im August seinen 80. Geburtstag feierte, auch als scharfzüngiger Autor hervor.

Dienstag, 25. November, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: SWR Jazzpreis 2014
Abenteuer Intuition
Das Pablo Held Trio beim Preisträgerkonzert in Ludwigshafen
Am Mikrophon: Günther Huesmann
Mit Mut zum Filigranen und mit zupackender rhythmischer Verve kreiert es musikalische Dialoge von großer Überzeugungskraft. Das Pablo Held Trio – Gewinner des mit 15.000 Euro gemeinsam vom Land-Rheinland-Pfalz und dem Südwestrundfunk gestifteten SWR-Jazzpreises 2014 – hat eine ganz eigene Art des Zusammenspiels entwickelt. Mithilfe eines Zeichen-Systems und großer Ohren greift es auf zuvor gelernte Stücke völlig spontan und frei zu. Ausschlaggebend für die Wahl des Pablo Held Trios zum SWR-Jazzpreisträger 2014 war für die Jury sein einzigartiger Interaktionsreichtum. Und in der Tat: Die musikalischen Gespräche dieser Band glänzen im Glauben an die Kraft der Intuition und an die Idee, dass man nur gemeinsam, imspontanen Dialog miteinander, an musikalische Orte kommen kann, die man vorher noch nicht besucht hat. In der SWR2 Jazz Session bringen wir heute Ausschnitte vom Preisträgerkonzert, das vor wenigen Wochen im Rahmen des internationalen Festivals „Enjoy Jazz“ stattfand.
Donnerstag, 27. November, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Brotherhood Of Brass
Die Brüder und Trompeter Matthias und Magnus Schriefl
Von Thomas Loewner
Ob Emil und Albert Mangelsdorff, Rolf und Joachim Kühn oder die Wasserfuhr-Brüder – im Laufe seiner Geschichte hat der deutsche Jazz immer wieder erfolgreiche Geschwisterpaare hervorgebracht. In dieser Tradition stehen auch die beiden Brüder Matthias und Magnus Schriefl. Was die beiden gebürtigen Allgäuer jedoch von den meisten anderen Jazz-Geschwistern unterscheidet: Beide haben sich für Trompete und Flügelhorn als Hauptinstrument entschieden. Man könnte jetzt vermuten, dass sich in solch einem Fall ein ausgeprägtes Konkurrenzverhalten zwischen den Geschwistern entwickeln würde. Doch haben die beiden längst ihre eigenen Nischen besetzt und laufen keine Gefahr, sich gegenseitig ins Gehege zu kommen. Matthias Schriefl lebt seit Jahren in Köln und ist dort zu einer der schillerndsten und erfolgreichsten Jazz-Persönlichkeiten der letzten Jahre gereift. Magnus zog es dagegen nach Berlin, wo er sich ebenfalls längst einen Namen als Bandleader und gefragter Sideman gemacht hat.
Samstag, 29. November, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Tastenpower
Die Pianistin Hiromi
Von Hans-Jürgen Schaal
Es ist unüberhörbar, dass Hiromi Uehara in jungen Jahren eine gewissenhafte klassische Klavierausbildung bekam. Die Japanerin verfügt über eine sagenhafte, sensationelle Super-Super-Technik an den Tasten. Mit 17 Jahren aber ist sie Chick Corea begegnet – und das war’s dann mit der klassischen Pianisten-Karriere. Seitdem spielt Hiromi ein hyperschnelles Hochleistungs-Jazzpiano und muss sich vor anderen improvisierenden Tastenhexern – etwa dem genannten Chick Corea – keineswegs verstecken. Was sie spielt, ist eigentlich Fusion-Jazz, aber meist rein akustisch am Flügel. Das fetzt und groovt und funkt unwiderstehlich – trotz häufig komplexer Stückstrukturen und abgefahrener Metren. Hiromi begeistert Jazz-, Rock- und Klassikfans gleichermaßen.
Sonntag, 30. November, 19.28 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
Way Out West
Die Wardell Gray Story
Von Gerd Filtgen
In Los Angeles zählte Wardell Gray in den 1940er Jahren zum Kreis der Modernisten. Durch seine geschickten Passagen vom Swing zum Bop, die zum einen von der lässigen, in Richtung Cool Jazz verweisenden Spielweise Lester Youngs geprägt war, darüber hinaus aber auch die richtige Dosis Bop in sich trugen, war Gray der perfekte Tenorist für die unterschiedlichsten Aufnahmesituationen. Das verschaffte ihm Engagements bei Benny Goodman und Count Basie, aber auch bei Bop-Giganten wie Charlie Parker. Seine stets melodiös verlaufende Improvisations-Architektur ist in der Eigenkomposition „Twisted“ besonders gut nachvollziehbar. Was immer Wardell Gray auch spielte, es bekam stets eine swingende Ausrichtung.
| Mehr Infos im Netz unter www.swr2.de/jazz



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