SWR2 - Jazzprogramm April 2015
10.03.2015 19:42 von jazz (Kommentare: 0)

SWR 2 Jazzprogramm
April 2015
Donnerstag, 2. April, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Magazin
Von Julia Neupert
Neues aus der Welt des Jazz wird im NOWJazz Magazin von SWR2 regelmäßig präsentiert. Wie immer erwarten Sie in dieser Sendung Informationen über bevorstehende Events, Rezensionen über Festivals, Buchbesprechungen und jede Menge brandneuer CDs. Wir rezensieren die aktuelle Keith-Jarrett-Biografie von Wolfgang Sandner. Und wir berichten von einer neuen Studie zur Situation von Jazzmusikerinnen und – musikern in Deutschland.
Freitag, 3. April, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz entfällt
Samstag, 4. April, 9.05 – 10.00 Uhr
Musikstunde: Jazz across the border
Von Günther Huesmann
Der wohl auffallendste Trend im aktuellen Jazz ist seine fortschreitende Globalisierung. Entstanden um 1900 in den USA als hybride Musik ist der Jazz durch die Idee groß geworden, dass es sich immer lohnt, wenn man sich auch mit etwas Anderem beschäftigt als nur mit sich selbst. Die in der Improvisation angelegte Idee des Dialogs erleichtert es Jazzmusikern, sich anderen Stilen und Musikkulturen zu öffnen. So ist Jazz zu einer "global language" geworden. "Jazz across the border" hört auf unterhaltsam-informative Weise hin: Wie verändern Musikerinnen und Musiker aus Südamerika, Afrika und Asien die improvisierte Musik von heute? Welche Antworten geben sie auf die Frage nach einer Musik in der jeder improvisierende Spieler eingeladen ist, seinen eigenen Sound zu entwickeln, mit seinen ganz eigenen musikalischen Sichtweisen, Statements und kulturellen Färbungen?
Samstag, 4. April, 15.25 – 17.00 Uhr
SWR2 Jazz: Lady Sings The Blues
Billie Holiday zum 100. Geburtstag
Von Bert Noglik
Sie war eine der größten Jazzsängerinnen aller Zeiten. Und alles, was sie sang, spiegelte ihr Innerstes. Billie Holidays Biografie gleicht einer Achterbahnfahrt zwischen Höhenflug und Absturz. Sie schaffte es, sich aus ärmlichsten Verhältnissen hochzuarbeiten, wurde in Musentempel wie der New Yorker Carnegie Hall umjubelt und erreichte weltweit Plattenverkäufe in Auflagen von Millionenhöhe. Die Tiefendimension ihrer Kunst ist nicht abzutrennen von der Abgründigkeit ihres tragisch verlaufenden Lebens. Sie litt unter der Rassentrennung, gegen die sie auch musikalisch Stellung bezog. Sie ließ sich von Managern und Liebhabern ausnutzen und starb im Jahre 1959, 44-jährig, ausgezehrt von Krankheit und Drogenkonsum. Ihre Stimme changierte zwischen Verletzlichkeit und Aufbegehren und bleibt unverwechselbar. Die Aufnahmen mit Billie Holiday gehören zum Jahrhundertschatz des Jazz.
Samstag, 4. April, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Billie’s Erben
Jazz-Hommagen an Billie Holiday
Von Hans-Jürgen Schaal
„Es war gleichgültig, ob sie den richtigen Ton sang oder nicht. Sie hat ihr Herz ausgeschüttet.“ So formulierte es ihr letzter Arrangeur, Ray Ellis. Die Sängerin Billie Holiday, vor 100 Jahren in Philadelphia geboren, wurde zu einer Ikone der Jazzgeschichte. Der schmerzliche Tonfall, die nackte, brüchige Stimme, das bittersüße Vibrato darin, auch die kunstvoll schleppende Phrasierung: Billie Holidays Melancholie hat viele bewegt und viele inspiriert. Nicht nur Jazz-Sängerinnen erkoren „Lady Day“ zu ihrem Vorbild, auch viele Instrumentalisten fühlten sich bereichert. „Ich begann, die Worte der Stücke mitzudenken, und fand plötzlich mehr, über das ich improvisieren konnte“, sagte der Pianist Mal Waldron über seine Zeit bei Billie Holiday. Bis heute hat die Jazzszene nicht aufgehört, sich musikalisch vor der Sängerin zu verbeugen.
Dienstag, 7. April, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: My Favorite Discs
Billie Holiday-Variationen
Von Harry Lachner
Ihre Geburtsurkunde vom April 1915 wies sie als Elinore Harris aus. Als Eleanora Fagan lebte sie bis zum Beginn ihrer Karriere; als Billie Holiday wurde sie zur bedeutendsten Sängerin des Jazz, vom Saxofonisten Lester Young respektvoll-zärtlich "Lady Day" genannt. Obwohl - oder gerade weil - sie nur über einen begrenzten Stimmumfang verfügte, perfektionierte sie eine ungeheure Nuanciertheit in ihrem Gesang. Ihre Musik war immer eine intime, die ohne die großen Gesten auskam. Holiday lenkte dafür den Blick auf die unendlichen Schattierungen des melancholischen Gefühls. Die Sendung versammelt eine Reihe von Widmungen und Coverversionen, sowie Annäherungen von Sängerinnen jüngerer Generation. Ein Versuch, das - in absichtsvoller Vagheit - einzukreisen, was die Essenz von Holidays singulärer Kunst ausmachte.
Donnerstag, 9. April, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Präzision und Individualität
Barry Guys New Orchestra
Von Thomas Loewner
Der 1947 in London geborene Barry Guy scheint dem Begriff des musikalischen Grenzgängers zu ganz neuer Bedeutung zu verhelfen. Als wäre es das Natürlichste der Welt, bewegt sich der Kontrabassist seit mehr als vierzig Jahren zwischen Jazz, freier Improvisation, Alter und Neuer Musik. Guys besonderes Interesse gilt seit langem der Arbeit mit Großformationen. 1970 gründete er das 21 Mann starke London Jazz Composers Orchestra (LJCO). Der Name gibt bereits Auskunft über Guys Ziele mit dieser Formation: ein Gleichgewicht herzustellen zwischen durchkomponierten Passagen und möglichst optimalen Bedingungen für die freie Entfaltung der Musiker. Nach dem Ende dieses Ensembles entstand 30 Jahre später das New Orchestra. Es ist quasi ein verschlanktes LJCO, dem aktuell 12 Musiker angehören. Guy, der für das Ensemble nicht nur komponiert, sondern es auch leitet und gleichzeitig als Bassist mitwirkt, hat es damit leichter, alle Fäden in der Hand zu halten und seinem Ideal näherzukommen: einer Balance zwischen Präzision und Individualität.
Freitag, 10. April, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: freejazzblog on air (5)
Uwaga! Die junge polnische Szene
Julia Neupert im Gespräch mit Martin Schray
Jazz hatte im ehemaligen Ostblock eine kulturpolitische sicher bedeutendere Rolle als im Westen, denn vor allem für Jugendliche wurde er als Merkmal der Rebellion wahrgenommen, auch in Polen. In der post-stalinistischen Periode spielte hier vor allem der zu früh verstorbene Krzysztof Komeda eine wichtige Rolle, später wurden Tomasz Stanko und Zbigniew Seifert zu prominenten Namen. In den letzten Jahren hat sich der polnische Jazz enorm entwickelt, man kann geradezu von einer Renaissance sprechen. Es gibt eine lebhafte Szene in Warschau und Krakau; mehrere Labels (wie zum Beispiel NotTwo oder ForTune) genießen auch international einen hervorragenden Ruf. Freejazzblogger Martin Schray stellt deshalb heute interessante neue Musiker der polnischen Free Jazz-Szene vor.
Samstag, 11. April, 22.03 – 24.00 Uhr
Jazztime: Meister der Vierteltöne
Der französisch-libanesische Trompeter Ibrahim Maalouf
Von Ssirus W. Pakzad
Schon Nassim Maalouf war ein namhafter Trompeter und entwickelte Anfang der 1960er Jahre ein Viertelton-Instrument, mit dem sich die Intervalle der arabischen Musik geschmeidiger erzeugen ließen. Sein Sohn Ibrahim Maalouf ist ein Meister auf der Erfindung seines Vaters und spielte in seiner Jugend sowohl Barockkonzerte als auch Musik, die auf Maqams genannten Skalen basiert. Seine Familie floh vor den Bürgerkriegsunruhen aus Beirut und ließ sich in Frankreich nieder. Dort studierte Ibrahim Maalouf, unter anderem bei Gérard Boulanger. Beeinflusst vom multikulturellen Mix, der in Paris herrscht, begann der Trompeter früh Musik zu schreiben, in der Elemente aus Jazz, Rock und Pop, Melodien aus dem Orient und dem Balkan miteinander verschmolzen. Sein Album „Wind“ empfanden Kritiker als nahöstliche Annäherung an Miles Davis‘ Filmmusik zu „Fahrstuhl zum Schafott“. Ibrahim Maalouf sieht sich trotz aller Trompetenkünste in erster Linie als Komponist. Als solcher hat er für Theater und Film geschrieben oder mit Hip-Hop-Musikern gearbeitet. Sein neuestes Werk basiert auf Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“.
Dienstag, 14. April, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Jazz50Fest Berlin!
Höhepunkte von der Jubiläumsausgabe 2014 (1)
Mit dem Elliott Sharp-Tribut für Martin Luther King und Francesco Bearzattis Tinissima 4tet
Am Mikrofon Gerd Filtgen
Mit seinem Projekt „Tribute: MLK Berlin’ 64“ erinnert der amerikanische Gitarrist Elliott Sharp an Dr. Martin Luther King. Letzterer hatte als charismatischer amerikanischer Bürgerrechtler für die ersten Berliner Jazztage im Jahre 1964 das Geleitwort verfasst. In Sharps aus dreizehn Parts bestehendem Auftragswerk wird die damit verbundene Aufbruchsstimmung und das Freiheitsgefühl in innovativen vom Blues bis hin zum Free Jazz reichenden Sounds reflektiert.
Der italienische Saxofonist und Klarinettist Francesco Bearzatti präsentiert mit seiner Band Tinissima4tet „Monk ’n Roll“. Erfrischend setzt er sich mit der bizarren Klangwelt des Pianisten Thelonious Monk auseinander. Ohne Berührungsängste läßt sein pianoloses Quartett folkloristische und Rock-Elemente in eine zeitgemäße Feier von Monk-Klassikern wie „Trinkle Tinkle“ einfließen.
Donnerstag, 16. April, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: „Ich mache Menschen-Musik“
Erinnerungen an den Komponisten und Saxofonisten
Willem Breuker
Von Bert Noglik
Im vergangenen Jahr wäre er 70 Jahre alt geworden: Willem Breuker, einer der Wegbereiter eines neuen europäischen Jazz. Seine musikalische Sprache brachte er mit ebenso virtuosem wie originellem Spiel auf Saxofonen und Klarinetten, aber auch als Komponist und vor allem mit der geballten Kraft der von ihm mit Langzeitenergie am Leben gehaltenen Band zum Ausdruck. Das "Willem Breuker Kollektief" wirbelte Jazz und Versatzstücke aus Kunst- und Unterhaltungsmusik, in straffen Arrangements, ungezügelten Improvisationen und turbulenten Bühnenaktionen wild durcheinander. Dabei lagen Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung oft dicht nebeneinander. Wie Andere diese mitreißende Mischung und Breukers gezielt eingesetzte Verunsicherungen des guten Geschmacks bezeichnen, war dem Tausendsassa egal. Er spiele, sagte Willem Breuker, nicht für die Linienrichter des Kulturbetriebs, sondern "Menschenmusik".
Freitag, 17. April, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update: Effektvoll ohne Effekte
Der Freiburger Gitarrist Peter Kleindienst
Von Julia Neupert
Für das Cover seiner aktuellen CD hat sich Peter Kleindienst in achtfacher Kopie seiner selbst mit der Gitarre vor dem Kopf fotografieren lassen. Im Mittelpunkt steht auf diesem Solo-Album das Instrument – das macht der Freiburger schon rein optisch klar. Auf „Strings fx“ zeigt Kleindienst sein großes Feingefühl für ungewöhnliche Klänge, Stimmungen und Rhythmen. In dieser Sendung spricht er unter anderem über die Inspiration seiner Improvisationen durch die Neue Musik, den Jazz, Blues und durch die zeitgenössische bildende Kunst.
Samstag, 18. April, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Bebop Big-Bands
Wie der moderne Jazz orchestral wurde
Von Odilo Clausnitzer
Als Mitte der 1940er Jahre der Bebop den Swing ablöste, begann auch der Anfang vom Ende der Big Band-Ära. Der neue, wendige „modern Jazz“ war vor allem eine Combo-Musik. Trotzdem gab es einige Unerschrockene, die sich an eine orchestralen Version des Bebop wagten. Allen voran dessen Startrompeter Dizzy Gillespie. Er leitete nicht nur die in der Nachwelt bekannteste Bebop-Big Band, sondern er verschmolz die Sprache des modernen Jazz dabei auch noch mit komplexen Trommelrhythmen aus Kuba. Aber auch Boyd Raeborn und Billy Eckstine waren Bandleader, die mit ihren modernen orchestralen Konzepten Neuland betraten. SWR2Jazztime begibt sich auf Spurensuche nach den frühen Pionieren des modernen Big Band-Sounds.
Dienstag, 21. April, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Jazz50Fest Berlin!
Höhepunkte von der Jubiläumsausgabe 2014 (2)
Mit den Eric Dolphy Projekten von Alexander von Schlippenbach & Aki Takase und Silke Eberhards POTSA LOTSA plus
Am Mikrofon: Tobias Richtsteig
Das Berliner Jazzfest feierte im vergangenen November sein 50-jähriges Bestehen; und natürlich wurde dabei auch an den Altsaxofonisten, Flötisten und Baßklarinettisten Eric Dolphy erinnert: den FreeJazz-Pionier, der 1964, nur wenige Wochen vor der ersten Ausgabe des Festivals in Berlin gestorben war. 2014 nahmen zwei Konzerte auf unterschiedliche Weise den Faden wieder auf, der damals abgerissen war. „So long, Eric!“ nennen Aki Takase und Alexander von Schlippenbach ihren Dolphy-Tribut, für den sie einige seiner bekanntesten Kompositionen für zwei Klaviere und Septett neu arrangiert haben. Die Saxofonistin Silke Eberhard beschäftigt sich ebenfalls schon lange mit Dolphys Oevre. Bei ihren Recherchen war sie auf Skizzen zu einer „Love Suite“ aus seiner Feder gestoßen, die sie jetzt mit ihrer zum Bläser-Sextett (plus Live-Elektronik) erweiterten Band „Potsa Lotsa“ zur Aufführung brachte.
Donnerstag, 23. April, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Zwischen Groove und Symphonik
Der Pianist und Komponist Sebastian Sternal
Von Günther Huesmann
Es sieht aus wie ein Crossover-Projekt, ist aber keines. Sebastian Sternal, gebürtiger Mainzer, Professor für Jazzklavier an der dortigen Hoschule, verbindet in seiner Kompositionen und Improvisationen zwei Lebenswelten, die ihn besonders geprägt haben: Klassik und Jazz. In seiner 11köpfigen Band, der „Symphonic Society“, trifft ein Streichquartett auf ein improvisierendes Jazz-Quartett – die beide von einer Rhythmusgruppe gestützt werden. Klasssik und Jazz - es geht Sebastian Sternal in seiner
„Symphonic Society“ allerdings nicht um hehre Fusionsideen, sondern um eine sehr persönliche Annäherung an zwei Gattungen, die sich in seinem Leben immer wieder auf aufregende Weise miteinander gekreuzt und verbunden haben.
Freitag, 24. April, 23.03 – 2.00 Uhr
NOWJazz: Ein reflektierter Blick zurück
Michael Mantler’s Jazz Composer’s Orchestra Update
Von Nina Polaschegg
Ein update einer Musik? Nicht irgendeiner, sondern der Musik Michael Mantlers, die er in den 1960er Jahren für das von Carla Bley und ihm gegründete Jazz Composer's Orchestra geschrieben hatte. In dessen Solistenkreis befanden sich Größen wie Cecil Taylor, Roswell Rudd oder Gato Barbieri. 2013 spielte Mantler einige dieser Titel aus den 1960er Jahren erneut ein. Und zwar im Wiener Jazzclub „Porgy & Bess“. Die Musiker: Christoph Cechs „Nouvelle Cuisine Big Band“. Als Solisten waren neben Michael Mantler selbst u.a. das „radio.string.quartet.vienna“, Wolfgang Puschnig, Harry Sokal oder der junge Bassist Manuel Mayr zu hören gewesen. Wie klingt Musik der radikalen 60er Jahre heute, gespielt von völlig anderen Musikern? Der Versuch einer Kopie ist es gewiss nicht. Lebendig klingt sie durchaus. Ein Update.
Samstag, 25. April, 22.30 – 24.00 Uhr
Jazztime: Wild Man Blues
Der Klarinettist Johnny Dodds
Von Harry Lachner
Es mochte ihm vielleicht die Raffinesse und die Eleganz eines Sidney Bechet gefehlt haben; dafür aber kultivierte der Klarinettist Johnny Dodds in seinen eigenen Aufnahmen und mit verschiedenen Formationen anderer Bandleader eine intensive und vitale Blues-Phrasierung. Begonnen hatte er in der Band des Posaunisten Kid Ory, fand seinen Weg über das Ensemble von King Oliver zu Louis Armstrongs Hot Five und Hot Seven. Mit seinem emotional direkten Spiel wurde er ein gefragter Sideman (u.a. bei Jelly Roll Morton und Ida Cox), der in den 1920er Jahren zusammen mit seinem Bruder Baby Dodds eine Reihe von Bands leitete - darunter die Black Bottom Stompers mit Armstrong an der Trompete oder die Chicago Footwarmers. Bis heute assoziiert man den 1940 verstorbenen Johnny Dodds mit seinem Solo im Song "Wild Man Blues", den er 1927 mit Armstrongs Hot Seven eingespielt hat.
Dienstag, 28. April, 21.03 – 22
SWR2 Jazz Session: Jazz50Fest Berlin!
Höhepunkte von der Jubiläumsausgabe 2014 (3)
Mit dem Duo Jasper van't Hof - Archie Shepp und dem Daniel Humair Quartet "Sweet & Sour"
Am Mikrofon: Günther Huesmann
Offiziell stand sein Name gar nicht im Programmheft. Doch dann sprang Archie Shepp spontan ein und bot sich beim Berliner JazzFest sofort als Ersatz an, als wenige Tage vor Festivalbeginn klar war, dass der eigentlich angekündigte Benny Golson aus gesundheitlichen Gründen nicht würde auftreten können. Was aus der Not geboren wurde entwickelte sich zu einem Höhepunkt des Festivals. Shepp reaktivierte nicht nur die Zusammenarbeit mit dem niederländischen Keyboarder und Organisten Jasper van’t Hof, sondern schuf mit ihm zusammen eine Sternstunde der Duo-Kunst. Ein anderes Highlight des JazzFestes 2014 kam aus Frankreich: Daniel Humair, Schlagzeuger und 76jähriger Doyen des kraftvoll-subtilen Euro-Jazz, präsentierte sich mit Musikern, die eigentlich seine Enkel sein könnten. Mit dem Baassisten Emile Regard, dem Akkordeonisten Vincent Peirani und dem Sopransaxofisten Emile Parisien bewies der Drummer wie farbenreich und vital die Dialoge im gallischen Jazz über drei Generationen hinweg gelingen können.
Donnerstag, 30. April, 23.10 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Die ganze Welt zwischen Kick Drum und Snare
Der schwedische Bassist Petter Eldh im Portrait
Von Michael Rüsenberg
Petter Eldh begegnet einem derartig oft, dass man fragen muss, wann er eigentlich Nachtruhe findet. Diese Eigenschaft teilt er mit dem Kölner Schlagzeuger Jonas Burgwinkel - mit dem er prompt im vergangenen Herbst zweimal aufgetreten ist. Beide repräsentieren einen neuen Typus des europäischen Jazzmusikers: handwerklich auf höchstem Niveau, stilistisch breit aufgestellt, gefragt wegen ihres individuellen Ausdrucks, in diesem Falle ein kräftiger, sehr "holziger" Klang auf dem Kontrabass. Petter Eldh, geboren 1983 in Göteborg, lebt in Berlin. Er hat bei Django Bates in Kopenhagen studiert, spielt in dessen "Beloved Bird"-Trio und bildet jetzt mit Drummer Anton Eger den Kern der Band des Saxofon-Überfliegers Marius Neset, allesamt Bates-Schüler. Eldh (schwedisch "Feuer") wird seinem Namen gerecht: er gehörte zum Pop-Jazz-Ensemble Schneeweiß & Rosenrot, er hat in Berlin ein Trio mit Christian Lillinger und Wanja Slavin, in London ein Trio mit Kit Downes (dessen anderes Trio, Troyka, er produziert hat...) und unter eigenem Namen in Cut-up-Technik eine irritierend komplexe EP veröffentlicht, "Love declared Distaster Averted". Was ist es, was das alles zusammenhält? "Ich höre überall boom-pakk, den Klang von kick drum und snare und wie man den Raum dazwischen füllen kann. Dieses Muster kann ich auf alles anwenden."
| Mehr Infos im Netz unter www.swr2.de/jazz



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