SWR2 - Jazzprogramm Dezember 2014
28.10.2014 11:15 von jazz (Kommentare: 0)

SWR 2 Jazzprogramm
Dezember 2014
Dienstag,2. Dezember, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Aus dem Archiv
Lost & Found
Am Mikrofon: Gerd Filtgen
Die Sessions, die Chet Baker zwischen den Jahren 1955-1959 im SWF-Studio Baden-Baden und in Mainz aufnahm, präsentieren ihn in Bestform. Sein melodisches Trompetenspiel besticht in der Bigband von Kurt Edelhagen genauso wie in dem von Rolf-Hans Müller geleiteten Tanzorchester des Südwestfunks. Einen noch stärkeren Eindruck hinterlässt Bakers legendäres Quartett mit dem Pianisten Dick Twardzik. Mit dieser Formation entpuppt sich der ansonsten vorwiegend cool und im relaxten Tempo agierende Trompeter auch als aktionsreicher Bop-Musiker. Ähnlich spannend verlief die Begegnung des Klarinettisten Tony Scott im Jahr 1957 mit exzellenten deutschen Musikern wie dem Trompeter Conny Jackel, dem Saxofonisten Helmut Brandt, dem Pianisten Horst Jankowski u.a. Fünf Jahre später machte Jazzredakteur Joachim-Ernst Berendt für den SDR mit einem tragbaren Tonbandgerät und nur einem Mikrofon Konzertmitschnitte von Tony Scott in Singapur und in Honkong. Einer der Höhepunkte war „Blues For Charlie Parker“, denn „Bird“ zählte zu Tony Scotts Idolen.
Donnertag, 4. Dezember, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Magazin
Von Harry Lachner
Neues aus der Welt des Jazz wird im NOWJazz Magazin von SWR2 regelmäßig präsentiert. Wie immer erwarten Sie in dieser Sendung Informationen über bevorstehende Events, Rezensionen über Festivals, Buchbesprechungen und jede Menge brandneuer CDs.Wir berichten vom aktuellen Jazzforum der UDJ (Union Deutscher Jazzmusiker) in Köln. Und wir rezensieren das Buch „Jazzdebatten“, das gerade im Wolke-Verlag erschienen ist.
Freitag, 5. Dezember, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Musik als komplexes Mysterium
Der österreichische Komponist und Pianist Oskar Aichinger
Von Nina Polaschegg
Geboren 1956, aufgewachsen in Oberösterreich, Musik studiert in Salzburg, lebend in Wien. Aus drei Ingredenzien (mindestens) besteht auch die Musik des Pianisten und Komponisten Oskar Aichingers. Er spielt Jazz und Wiener Lied oder aber in aktuellen Third-Stream-Projekten Franz Koglmanns. Dann wiederum schreibt er für das „Klangforum Wien“ oder bezieht sich in einem Soloprojekt auf die Musik des Komponisten Witold Lutoslawski. Oskar Aichinger versucht in seiner Musik verschiedene Inspirationsfelder zu verbinden, wobei mal der Jazz, dann wiederum das Wiener Lied oder abstraktere Klänge im Vordergrund stehen, um das jeweils andere nicht zu verdrängen, sondern aus unterschiedlichem Blickwinkel klanglich zu beleuchten.
Samstag, 6. Dezember, 9.05 – 10.00 Uhr
SWR2 Musikstunde: Jazz Across The Border
Von Günther Huesmann
Die letzten Jahre haben gezeigt: Das Stildelta des Jazz ist immer breiter und tiefer geworden. Längst sind es nicht mehr nur Improvisatoren aus dem Mutterland des Jazz, den USA, sind es nicht mehr Musiker nur aus Europa, welche die improvisierte Musik prägen. Zunehmend spielen auch Improvisatoren aus Lateinamerika, Asien und Afrika eine wichtige Rolle. Welche musikalischen Antworten geben sie? Wie sehen ihre Beiträge aus? Ein Blick weit über die Tellerränder der Gattungen und Stile hinweg.
Samstag, 6. Dezember, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Die neue Lust am alten Jazz
Aufnahmen mit Steven Bernstein, Jason Moran, Bria Skonberg und Mostly Other People Do The Killing
Von Bert Noglik
Die musikalischen Helden zeitgenössisch orientierter und in Bereiche der Avantgarde vorstoßender Musiker waren bislang vor allem Ikonen des modernen Jazz wie Thelonious Monk, Eric Dophy oder Charles Mingus. In jüngster Zeit nun ist ein neues Interesse am "alten" Jazz zu verzeichnen. Dabei geht es weder um eine Modewelle noch um Nostalgie, sondern um das Aufspüren der Explosivkraft in der frühen Geschichte des Jazz. Der Trompeter Steven Bernstein beschäftigt sich mit Klassikern aus dem Repertoire von Bessie Smith, Jelly Roll Morton und Fats Waller. Der Pianist Jason Moran entdeckt, dass Fats Waller zu seiner Zeit ein Provokateur war. Die junge Multiinstrumentalistin Bria Skonberg revitalisiert den Hot Jazz, und die Band „Mostly Other Poeple Do the Killing“ bezieht sich mit "Red Hot" explizit auf das (Subversions-)Potential im Jazz der späten 1920er und frühen -30er Jahre.
Dienstag, 9. Dezember, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Life In Four Parts
Das Paul Dunmall Sextet 2013 im MAC in Birmingham
Am Mikrofon: Julia Neupert
Der britische Saxophonist Paul Dunmall gilt hierzulande wohl immer noch eher als ein Geheimtipp, obwohl er seit Jahrzehnten eine beständige Größe des europäischen Free Jazz ist. Stark beeinflusst von der Spielweise John Coltranes, hat Dunmall schon in den 1980er Jahren zu einer höchst expressiven und unverwechselbaren musikalischen Sprache gefunden. Zu seinem 60.Geburtstag im Jahr 2013 „beschenkte“ ihn die BBC mit einer Auftragsarbeit: Die Suite „Life In Four Parts For Sextet“ bildet das weite Spektrum der improvisierenden und komponierenden Künstlerpersönlichkeit Dunmall ab, an seiner Seite der Trompeter Percy Pursglove, der Altsaxophonist Mike Fletcher, der Pianist Mike Hurley, der Bassist Chris Mapp und der Schlagzeuger Mark Sanders.
Donnerstag, 11. Dezember, 23.03 – 23.00 Uhr
NOWJazz: Ist das noch Thirdstream oder wie oder was?
Der Saxofonist Roger Hanschel und das Auryn Quartett
Von Michael Rüsenberg
Eines der besten Alben des Jazz-Jahres 2014 stammt von einem Musiker, den viele nicht auf dem Monitor haben, und der doch immer wieder mit konzeptions-starken Projekten überrascht (z.B. mit dem Jazzrock von Heavy Rotation): Roger Hanschel, 50.
Sein jüngstes Album „Niederschlagsmengen“ führt Streichquartett und Altsaxophon in einer nie gehörten Weise zusammen. Dabei klingen weite Passagen gar nicht nach Jazz, sondern nach Minimal Music und indischer Musik. Und doch: wo hat man Blues-Intonation eines Saxophons vor einem Streichquartett gehört? Ist das noch „Thirdstream“, der dritte Weg aus Klassik und Jazz, den einst Gunther Schuller und Bill Russo gelegt haben? Oder etwas ganz anders?
Freitag, 12.Dezember, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update
Von Nina Polaschegg
Das NOWJazz Update ist zumindest einmal im Monat zumeist halbstündig auf der nächtlichen Freitagsschiene platziert und dient der Präsentation neuester Tendenzen der improvisierten Musik. Es erlaubt den Moderatoren, besonders wichtige Neuerscheinungen eingehender vorzustellen, als dies im NOWJazz Magazin möglich ist. Was gespielt wird, entscheiden die SWR2-Jazzautoren erst kurz vor dem Sendetermin.
Samstag, 13. Dezember, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Ehrenrunde
Jan Garbarek & The Hilliard Ensemble verabschieden sich
Von Thomas Loewner
20 Jahre ist es her, da erschien mit der CD "Officium“ die erste Zusammenarbeit des norwegischen Saxofonisten Jan Garbarek und des britischen Vokalquartetts The Hilliard Ensemble. Es war ein Zusammentreffen zweier musikalischer Welten, das auf ungeahnt große Resonanz gestoßen ist: die Verbindung mittelalterlicher Vokalpolyphonie und Garbareks improvisierten Saxofonlinien traf den Nerv der Zeit und verkaufte sich prächtig. Mit dem Doppelalbum „ nemosyne" und der dritten Aufnahme "Officium Novum" erweiterten die Musiker ihr Repertoire um zeitgenössische Kompositionen und die vier Sänger des Hilliard Ensembles wagten sich zunehmend in improvisatorische Gefilde vor. Unzählige Konzerte führten die fünf Musiker um die ganze Welt. Seit diesem Herbst sind sie nun ein letztes Mal auf gemeinsamer Tournee durch Deutschlands schönste Kirchen. Das Hilliard Ensemble verabschiedet sich damit nach 40 Jahren aus dem aktiven Konzertbetrieb.
Sonntag, 14. Dezember (nach dem Hörspiel)
Zeit stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest
Dienstag, 16. Dezember, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Aus dem Archiv
Duett im Schwarzwald
Anthony Braxton und George Lewis bei den Donaueschinger Musiktagen 1976
Am Mikrofon: Harry Lachner
Duo-Aufnahmen markieren im mittlerweile fast unüberschaubaren Oevre des Saxofonisten und Komponisten Anthony Braxton einen zentralen Punkt. Immer wieder erkundet er im Zwiegespräch mit verschiedenen Musikern die Grenzzone zwischen Komposition und freier Improvisation. Besonders die siebziger Jahre waren reich an diesen Duo-Projekten, aus denen die Zusammenarbeit mit dem Posaunisten George Lewis herausragt. In dem Duo mit Lewis, das bei 1976 den Donaueschinger Musiktagen aufgezeichnet wurde, stehen die Kompositionsmodelle und ihre Erweiterung im Vordergrund, an denen beide zu jener Zeit arbeiteten. Zwischen Anthony Braxton und George Lewis entspann sich bei diesem Auftritt ein traumsicheres Zusammenspiel, das auf einem tiefen gegenseitigen Verständnis der Kunst des jeweils anderen basierte - und das über die Jahre hinweg erprobt war: schließlich war Lewis als langjähriges Mitglied in Braxtons Quartett mit den Vertracktheiten der Kompositionen des Saxofonisten wohlvertraut.
Donnerstag, 18.Dezember, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Dunkle Träume
Die Musikprojekte des Poeten Mike Ladd mit dem Pianisten Vijay Iyer
Von Günther Huesmann
Der in Paris lebende amerikanische Poet und MC Michael Ladd wurde zunächst mit Underground-Rappern wie El-P's Company Flow and Saul Williams bekannt, machte sich aber auch als Librettist für Theaterproduktionen einen Namen. Seit über 10 Jahren arbeitet er mit dem indisch-amerikanischen Jazzpianisten und Keyboarder Vijay Iyer zusammen. Ihre crossmedialen Projekte zwischen Jazz, Theater und Hip-Hop bringen eine ambitionierte Verbindung von Spoken Poetry und improvisierter Musik. So unterschiedlich ihre Alben sind, ihre Soundkonzepte werden von einer zentralen Frage geleitet: Welche Erfahrungen machen farbige Menschen in der Welt von Globalisierung und dem post-9/11-Amerika?
Freitag, 19. Dezember, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Session: Underground Improvising
Das Trio Trigger im Hohle Fels Schelklingen
Am Mikrofon: Julia Neupert
Tiefenhöhle Laichingen, Schertelshöhle, Sontheimer Höhle und Hohle Fels: Das waren die vier Untergrund-Stationen des Berliner Improvisationstrios „Trigger“ (Chris Heenan – Kontrabassklarinette, Matthias Müller – Posaune, Nils Ostendorf – Trompete) auf der Schwäbischen Alb. Mehrere Tage lang erkundeten sie im Juli zusammen mit dem französischen Künstlerkollektiv „Ouïe/Dire” die akustischen und visuellen Besonderheiten dieser Orte, die als Schauhöhlen im Sommer vor allem Touristenattraktionen sind – für das Projekt „Going Underground“ aber auch zu offenen und spannenden Kommunikations- und Kunst-Räumen wurden. Das „Going Underground“-Konzert von Trigger am 26. Juli 2014 im Schelklinger „Hohle Fels“ wurde von der SWR2 Jazzredaktion aufgezeichnet und wird in dieser Sendung präsentiert.
Samstag, 20. Dezember
Jazztime entfällt
Dientag, 23.Dezember, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: My Favorite Discs 2014
Von Günther Huesmann
Persönliche Lieblingsalben aus der älteren oder jüngeren Jazzgeschichte werden in „My Favorite Discs“ regelmäßig vorgestellt: von den Autorinnen und Autoren unserer SWR2-Jazzredaktion. Am Ende des Jahres zieht diese Reihe nun – wie immer bekennend subjektiv! – Bilanz über die Veröffentlichungen der vergangenen zwölf Monate. Welche Überraschungen hat es im Jahr 2014 gegeben, welche Neuentdeckungen erstaunten, welche Musikerinnen und Musiker bescherten die aufregendsten oder bewegendsten Hörererlebnisse?
Mittwoch, 24.Dezember, 12.30 – 13.00 Uhr
SWR2 Xmas Jazz: Nordic Wind
Der norwegische Saxofonist Trygve Seim
Von Ssirus W. Pakzad
Der norwegische Saxofonist und Komponist Trygve Seim lebt in diversen Projekten ganz verschiedene Seiten aus. Mit seiner Band „The Source“ gibt er sich schon mal zupackend und ungestüm, während sein Großensemble „Different Rivers“ elegische Musik mit stark nordischem Touch spielt. Derzeit beschäftigt sich der vor 43 Jahren in Oslo geborene und in Trondheim ausgebildete Musiker mit Kompositionen, die im Bereich der zeitgenössischen Klassik angesiedelt sind. Außerdem sucht Seim immer wieder Kontakt zu Instrumentalisten und Sängern aus anderen Musikkulturen. So tauscht er sich klanglich mit Virtuosen aus Indien oder dem Iran aus. Wenn es seine Zeit ihm erlaubt, betätigt er sich auch immer wieder als Sideman. Er war bereits in Ensembles von Edward Vesala, Iiro Haarla, Kenny Wheeler oder Jacob Young zu hören.
Donnerstag, 25. Dezember, 17.05 – 17.55 Uhr
SWR2 Swinging Christmas
Von Odilo Clausnitzer
Dass das Weihnachtsfest eine Möglichkeit bietet, mit einschlägigem Repertoire mehr Tonträger als sonst zu verkaufen, diese Erkenntnis war auch Jazzmusikern nie fremd.Die kreative und aufrichtig interessierte Beschäftigung mit festlichem Liedgut aber hat das nie ausgeschlossen. „Swinging Christmas“ präsentiert besonders innige und gelungene Beispiele für Jazz-Adaptionen von Weihnachts-Musik von Charlie Parker bis Charlie Haden.
Donnerstag, 25.Dezember,19.37 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
Nostalgie mit Pfiff
Das Quartett Echoes Of Swing
Von Hans-Jürgen Schaal
Die Swing-Ära war nicht nur die Zeit der großen Orchester. Es gab auch einen Small-Band-Swing – technisch feinnervige Combos, die den Drive der Bigbands ins Nuancierte übersetzten. Nur mit Trompete, Altsax, Piano und Drums erweckt das Quartett Echoes of Swing den Geist des Small-Band-Swing zu neuem Leben. Aber die vier tun das weder stur akademisch noch nostalgisch harmlos, sondern mit Spaß an der eigenen Kreativität. Eine Reminiszenz an Johnny Hodges steht neben einem Anklang an Charlie Shavers, Charleston trifft auf Boogie, und ein wenig Bebop und Chet Baker fließen auch mit ein. Es ist ein fröhliches Spiel mit der Jazzgeschichte.
Freitag, 26. Dezember, 19.39 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
Old And New Dreams
Das Duo Jean-Louis Matinier/Marco Ambrosini
Von Bert Noglik
In ihren musikalischen Dialogen entdecken sie neue Terrains, inspiriert von der Musikgeschichte und der Kraft der Improvisation. Sie haben beide ihr Instrument aus traditionellen Kontexten gelöst: der französische Akkordeonist Jean-Louis Matinier und der Nyckelharpa spielende Marco Ambrosini. Jean-Louis Matinier hat seine Offenheit für vielfältige Einflüsse aus Jazz, Klassik, mediterranen und orientalischen Musikkulturen bereits in Duos mit Renaud Garcia-Fons und Michael Riessler unter Beweis gestellt. Der Italiener Marco Ambrosini zählt zu den wenigen, welche die Nyckelharpa (im Deutschen auch Schlüsselfidel genannt), zu neuem Leben erweckt haben - außerhalb ihrer stilistischen Herkunft in der schwedischen Volksmusiktradition. Im Spiel des Duos verschmelzen Gesten aus Alter Musik und Renaissance mit innovativer Lust am Gestalten.
Freitag, 26.Dezember, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Piano-Abstraktionen
Anthony Coleman im Porträt
Von Harry Lachner
Ob in den diversen Projekten von John Zorn, David Shea oder Marc Ribot - der New Yorker Pianist hat über die Jahre seine stilistische Vielseitigkeit oft genug unter Beweis gestellt. Dabei ist es ihm immer leicht gefallen, sich aus diesem Geflecht der Beziehungen herauszulösen und eine eigene künstlerische Kontur jenseits der Rolle eines genialen Sidemans zu gewinnen. Mit seinem Trio Sephardic Tinge etwa greift er die traditionelle Musik der sephardischen Juden auf, schlägt den Bogen zurück zur Geschichte des Jazz, ohne falsche Ableitungen und Wechselwirkungen simulieren zu wollen. Von hier aus ist Colemans Schritt auch leicht nachzuvollziehen, der ihn mit Werken wie "Lapidation", "Pushy Bleuness" oder "The End Of Summer" in immer abstraktere Bereiche musikalischer Erzählweisen geführt hat.
Samstag, 27. Dezember, 19.32 – 20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
Soul Man
Der Pianist Junior Mance
Von Gerd Filtgen
Aus Chicago, der US-Metropole am Michigan See, kommen heißer Blues, extrovertierte Bläser und Pianisten. Der dort geborene Junior Mance war aber auch mit der Musik legendärer Boogie-Woogie Interpreten vertraut, die er später in abstrahierter Form mitunter in seine Improvisationen einfließen ließ. Zunächst waren es jedoch Swing und später Modern Jazz, die den jungen Pianisten begeisterten. Nach zahlreichen Engagements als Sideman profilierte sich Mance mit eigenen Bands. Speziell in Piano-Trio-Besetzungen konnte er seine raffinierte Mixtur aus Blues, Gospel und Hard-Bop realisieren, die dem Soul Jazz einen mitreißenden Schwung verlieh.
Samstag, 27. Dezember, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Kraftvoll und filigran
Ein Portrait des Pianisten Rainer Böhm
Von Odilo Clausnitzer
Rainer Böhm gehört zu den bescheidensten unter den herausragenden Klavierspielern der deutschen Jazzszene. Während Kollegen mit Projekten als Bandleader glänzen, hat er sich vor allem Meriten als Sideman erworben. So zum Beispiel mit dem Trio des Bassisten Dieter Ilg oder in der Gruppe „Source Direct“ des Schlagzeugers Jonas Burgwinkel. Als gleichberechtigtes Mitglied gehört er zur Mannheimer Band L14, 16. Unter seinem eigenen Namen erschien zuletzt dieses Jahr eine furiose Postbop-Platte in Quartettbesetzung. Emotion und Subtilität, das sind zwei Enden, zwischen denen der Improvisator und Komponist Rainer Böhm ein perfektes Gleichgewicht findet. Seine Musik ist greifbar, aber durchaus komplex und von enormer rhythmischer Spannkraft. Seine überragenden Kompetenzen auf diesem Gebiet hatte er in einem Studienaufenthalt in New York durch Unterricht bei Schlagzeugern ausgebaut. In jüngerer Zeit tritt Böhm außer auf dem Klavier gelegentlich auch auf dem E-Piano beziehungsweise Keyboard in Erscheinung. Für sein Spiel erhielt Böhm zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 2010 den Jazzpreis Baden-Württemberg.
Dienstag, 30. Dezember, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: My Favorite Discs 2014
Von Julia Neupert
Persönliche Lieblingsalben aus der älteren oder jüngeren Jazzgeschichte werden in „My Favorite Discs“ regelmäßig vorgestellt: von den Autorinnen und Autoren unserer SWR2-Jazzredaktion. Am Ende des Jahres zieht diese Reihe nun – wie immer bekennend subjektiv! – Bilanz über die Veröffentlichungen der vergangenen zwölf Monate. Welche Überraschungen hat es im Jahr 2014 gegeben, welche Neuentdeckungen erstaunten, welche Musikerinnen und Musiker bescherten die aufregendsten oder bewegendsten Hörererlebnisse?
| Mehr Infos im Netz unter www.swr2.de/jazz



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