SWR2 - Jazzprogramm März 2017
15.02.2017 22:14 von jazz (Kommentare: 0)

SWR 2 Jazzprogramm
März 2017
Donnerstag, 2. März, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: „Weg vom Blech!“
Die „skandinavische“ Schule des Trompetenklangs
Von Odilo Clausnitzer
Ätherisch, schwebend, körperlos – so klingt es heute oft, wenn Trompeter der skandinavischen Jazz- und Improvisationsszene ihr Instrument spielen. Musiker wie Nils Petter Molvær und Arve Henriksen haben einen flötenhaften Ton kultiviert, der dem strahlenden, blechlastigen Soundideal ganzer Generationen von Trompetern geradezu diametral entgegensteht. Wichtige Inspirationsquelle war für sie die Auseinandersetzung mit der Musik des amerikanischen Trompeters Jon Hassell, der sich seinerseits intensiv mit klassischer indischer Musik beschäftigt hat. Inzwischen haben sich auch jüngere skandinavische Trompeter wie Mattias Eick und Sjur Miljeteig von Hassel, Henriksen und Co. anregen lassen. Aber auch weit über Skandinavien hinaus hat der „blechlose“ Ton als Facette Eingang ins Soundrepertoire zeitgenössischer Trompeter gefunden. In dieser Sendung begeben wir uns auf die Suche nach Vertretern der „skandinavischen Schule des Trompetenklanges“.
Freitag, 3. März, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Im Spannungsfeld von Improvisation und Interpretation
Die Geigerin Tiziana Bertoncini und der Analog-Synthesizerspieler Thomas Lehn
Von Nina Polaschegg
Zwei studierte Klassiker: Geigerin die eine, Pianist, der das Klavier schon vor vielen Jahren durch einen Analogsynthesizer ersetzt hat, der andere. Tiziana Bertoncini studierte zudem Bildende Kunst, Thomas Lehn ist auch studierter Tonmeister. Seit 2002 treten die beiden als Duo auf. Im Ensemble Hiatus widmen sie sich, gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten aus Frankreich und Deutschland, sowohl der Improvisation als auch der Interpretation von Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. Tiziana Bertoncini entwirft immer wieder Klanginstallationen und tritt als Performancekünstlerin auf. Thomas Lehn wiederum ist als gefragter Synthesizerspieler international in zahlreichen energetisch-dichten freien Besetzungen zu hören.
Samstag, 4. März, 9.05 – 10.00 Uhr
Musikstunde: Jazz Across The Border
Von Günther Huesmann
Der wohl auffallendste Trend im aktuellen Jazz ist seine fortschreitende Globalisierung. Entstanden um 1900 in den USA als hybride Musik, ist der Jazz durch die Idee groß geworden, dass es sich immer lohnt, wenn man sich auch mit etwas Anderem beschäftigt als nur mit sich selbst. Die in der Improvisation angelegte Idee des Dialogs erleichtert es Jazzmusikern, sich anderen Stilen und Musikkulturen zu öffnen. So ist Jazz zu einer „global language“ geworden. „Jazz across the border“ hört auf unterhaltsam-informative Weise hin: Wie verändern Musikerinnen und Musiker aus Südamerika, Afrika und Asien die improvisierte Musik von heute? Welche Antworten geben sie auf die Frage nach einer Musik, in der jeder improvisierende Spieler eingeladen ist, seinen eigenen Sound zu entwickeln, mit seinen ganz eigenen musikalischen Sichtweisen, Statements und kulturellen Färbungen?
Samstag, 4. März, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: A Jazz Life
Der Kontrabassist Ron Carter als Sideman und Leader
Von Gerd Filtgen
Schon Ron Carters Debüt-Album „Where?“ aus dem Jahr 1961, mit dem Multiinstrumentalisten Eric Dolphy und dem Pianisten Mal Waldron, gab einen Vorgeschmack auf zukünftige Arbeiten. Bereits damals beeindruckte die rhythmische und melodische Präzision seines Bass- und Cellospiels, sowohl in der Begleitung der Gruppe wie auch solistisch. Kein Wunder, dass Miles Davis auf den jungen Bassisten aufmerksam wurde. Trotz der beträchtlichen Anzahl eigener Aufnahmen wird Ron Carter meist als der Bassist des akustischen Quintetts des Trompeters zitiert. Das dürfte der mittlerweile auf die achtzig Jahre zugehende Musiker gelassen sehen. Nach wie vor stromert Carter mit unterschiedlichen Besetzungen durch die Jazzhistorie und versteht es, die Zuhörer zu begeistern.
Dienstag, 7. März, 23.03 – 24.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Kontrastreich
Eindrücke vom Jazz Festival Willisau 2016 u.a. mit dem David Murray Infinity Quartet feat. Saul Williams, dem Trio Heinz Herbert und dem Duo Mat Maneri / Randy Peterson
Am Mikrofon: Thomas Loewner
Seit 1975 steht die kleine Stadt Willisau im Schweizer Kanton Luzern jedes Jahr im Spätsommer im Rampenlicht der Jazzwelt. Vor allem Fans des zeitgenössischen Jazz mit Mut zum Experiment kommen hier traditionell auf ihre Kosten. Das Programm spiegelt aktuelle Entwicklungen der amerikanischen genauso wie der europäischen und insbesondere der Schweizer Szene wider. Da machte auch der Jahrgang 2016 keine Ausnahme: Neben Stars wie Bill Murray und seinem Infinity Quartet gemeinsam mit dem Rapper Saul Williams spielten auf der Hauptbühne Acts wie das Schweizer Trio Heinz Herbert, das Einflüsse aus Electronic und Minimal Music mit mikrotonalen Strukturen verbindet. Der Violinist und Bratschist Mat Maneri schließlich knüpfte gemeinsam mit dem Schlagzeuger Randy Peterson an die lange Zusammenarbeit mit seinem Vater Joe Maneri an, der Zeit seines Lebens die Grenzen des tonalen Spektrums ausgelotet hat.
Donnerstag, 9. März, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Magazin
Von Odilo Clausnitzer
Neues aus der Welt des Jazz wird im NOWJazz Magazin von SWR2 regelmäßig präsentiert. Wie immer erwarten Sie in dieser Sendung Informationen über bevorstehende Events, Rezensionen über Festivals, Buchbesprechungen und jede Menge brandneuer CDs.
Freitag, 10. März, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Session: Zeitlos aktuell
Das Quintet Moderne im Club w71 in Weikersheim
Am Mikrofon: Julia Neupert
Man könnte sie eine Supergroup nennen – wenn dieser Begriff nicht etwas zu grell wäre für ihre Musik. Denn Saxofonist Harri Sjöström, Geiger Phil Wachsmann, Bassist Teppo Hauta-Aho, Schlagzeuger Paul Lovens und Posaunist Sebi Tramontana verweigern sich in ihren freien Improvisationen dem Plakativen und Offensichtlichen. 1986 gegründet, verlässt sich dieses europäische Free Jazz Quintett konsequent auf die subtile Kraft des Gestaltens im Moment. Die wenigen Aufnahmen des Quintet Moderne haben inzwischen Kultstatus, die Auftritte sind rar – ihr Februar-Konzert in Weikersheim gehörte zu einer kleinen Jubiläumstour, mit der die Band ihr 30jähriges Bestehen feierte.
Samstag, 11. März, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Freedom Sound
Die Anfänge der Jazz Crusaders 1961/62
Von Hans-Jürgen Schaal
Die Crusaders waren eine der erfolgreichsten Funk- und Fusion-Bands der 1970er und 1980er Jahre. In ihren Anfängen um 1960 allerdings hießen sie noch The Jazz Crusaders – und sie spielten den souligen Hardbop, der damals populär war. Aus Texas waren sie gekommen: Vier junge Musiker, alle noch keine 20 Jahre alt, hatten sich 1958 nach Kalifornien aufgemacht, um einen „Kreuzzug“ zu starten – einen Kreuzzug für den groovenden, souligen Jazz mit Südstaaten-Flair. „Unser Konzept von Bebop unterschied sich deutlich von dem der New Yorker. Denn wir hatten immer diesen Rhythm-and-Blues-Faktor unter der Musik liegen“, so erinnerte sich später der Pianist der Band, Joe Sample. Auch die ungewohnte Bläsermischung aus Saxofon (Wilton Felder) und Posaune (Wayne Henderson) machte die Jazz Crusaders besonders. Ihr nomineller Bandleader war der Schlagzeuger Stix Hooper.
Dienstag, 14. März, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Homezone
Jazz in Südwest
Von Julia Neupert
Die neue monatliche Sendereihe „Homezone“ führt regelmäßig an die vielen verschiedenen Orte, an die der Jazz im Südwesten zuhause ist. Neben Konzert-Aufnahmen aus unserem Archiv und aktuellen Studio-Produktionen gibt es immer auch einen thematischen Schwerpunkt; in der zweiten „Homezone“-Ausgabe geht es nach Freiburg im Breisgau. Dort hat gerade das diesjährige Landesjazzfestival Baden-Württemberg begonnen.
Donnerstag, 16. März, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Improvisation – eine Qualität des Lebens (2)
Film
Von Michael Rüsenberg
„Improvisation im Film“, schreibt der französische Filmtheoretiker Gilles Mouëllec, „ist weniger direkt als im Jazz, sondern nur einer von mehreren Faktoren.“ Der deutsche Regisseur Alexander Kluge sieht das ähnlich und bezieht sich auf die Filmgeschichte: „Ich bin in der Nähe von manchen Godard-Filmen, von Eisenstein und vor allem Wertow. In der Filmgeschichte gibt es diese Neugierde der Kamera und des Kamerateams, und das beruht darauf, dass ich die Parameter des Films einzeln frei lasse.“ Improvisation im Film hat in jüngster Gegenwart Konjunktur. In Sebastian Schippers mehrfach preisgekröntem Film „Victoria“ aus dem Jahr 2015, setzt die Kamera ganze 140 Minuten nicht ab und folgt der Handlung ohne einen einzigen Schnitt. Ja, selbst im „Tatort“ wird neuerdings improvisiert. Nach „Babbeldasch“ verspricht der Regisseur Axel Ranisch für seinen nächsten SWR-Tatort mit dem Arbeitstitel „Wanderlust“, dass die Kamera darin noch weniger „weiß“.
Freitag, 17. März, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Elektronisch gestimmt
Die Sängerin Maja Ratkje
Von Harry Lachner
Mit Anfang vierzig kann Maja Solveig Kjelstrup Ratkje bereits auf eine erstaunliche Diskographie blicken. Dabei folgt die norwegische Sängerin und Elektronikerin gänzlich unterschiedlichen ästhetischen Ansätzen. Da wäre einmal ihre Kunst, sich souverän im Kontext der freien Improvisation zu bewegen; sie schrieb zahlreiche Werke für klassische Ensembles und nahm Alben auf, die man ohne weiteres im ambitionierten Rockbereich verorten kann. Ob mit Phantom Orchard, Matmos, dem Improvisations-Ensemble Spunk oder der Oslo Sinfonietta: Ratkjes subtile Erkundung der Grenzbereiche des Gesangs und der Elektronik machte sie zu einer der im positiven Sinne unberechenbarsten Künstlerinnen der aktuellen Musikszene. Es scheint als entfalte sich in ihre eine Klangphantasie, die sich jeder Zuordnung widersetzt, die jedes musikalische Genre auf vielfältigste Weise bereichert. Eine Ausnahmekünstlerin, also, die Personifikation eines freundlichen Willens zur Innovation.
Samstag, 18. März, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Unforgettable
Der Pianist und Sänger Nat „King“ Cole
Von Bert Noglik
Er zählt zu den Ikonen der amerikanischen Populärkultur: der 1919 geborene Nat King Cole. Die einen schätzen ihn vor allem als brillanten Pianisten, die anderen als charismatischen Sänger mit einer sanften Baritonstimme. Sein Aufstieg als Jazzmusiker begann Ende der 1930erJahre in einem Klub in Los Angeles,wo er allabendlich mit seinem Trio aufspielte. Gemeinsam mit dem Gitarristen Oscar Moore und dem Bassisten Wesley Price entwickelte er einen für die damaligen Verhältnisse völlig neuen und unverwechselbaren Stil. Die besondere Qualität seiner Combos lässt sich am besten mit einem Wort beschreiben, das fortan für alle Trioformationen des Jazz zum kategorischen Imperativ werden sollte: Integration. Mit seiner engen Verzahnung von solistischem und begleitendem Spiel wurde das Nat King Cole Trio zu einem musikalischen Rollenmodell und zum Vorbild für Gruppen wie die von Oscar Peterson, Ahmad Jamal, George Shearing und Erroll Garner bis zum Klavier-Trio-Boom in der Gegenwart.
Dienstag, 21. März, 22.03 – 23.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Das Original
Preisträgerkonzert des Trompeters Herbert Joos zum Ehren-Jazzpreis Baden-Württemberg 2017 im Theaterhaus Stuttgart
Am Mikrofon: Günther Huesmann
Er schuf einen Trompeten-Klang, den man auf Anhieb wiedererkennen kann. Einen Sound, in dem sich Melancholie, Lebenslust, Experimentiergeist und Melos zu einer einmaligen Melange verbinden. Im Januar wurde der Trompeter und Flügelhornspieler, der unter anderem im Vienna Art Orchestra europäische Jazzgeschichte mitgeschrieben hat, für sein Lebenswerk geehrt. Wir bringen heute, an seinem 77. Geburtstag, Höhepunkte aus dem Konzert, das er im Rahmen der Verleihung des Jazzsonderpreises des Landes Baden-Württemberg im Theaterhaus Stuttgart gegeben hat. Dort präsentierte sich Herbert Joos mit zwei höchst unterschiedlichen Bands. Zunächst in einer kammermusikalischen Besetzung mit seinem langjährigen Trio Bebelaar/Joos/Lenz. Und danach im großen Rahmen eines Jazzorchesters, das er für diesen Anlass zusammengestellt hat. Unterstützt von alten Weggefährten wie dem Altsaxofonisten Wolfgang Puschnig und dem Tubisten Michel Godard präsentiert sich Joos mit der opulent besetzten Big-Band und der Uraufführung seines Werkes „Change of Beauty“.
Donnerstag, 23. März, 23.23 – 00.20 Uhr
NOWJazz: Zimology
Ein Portrait des südafrikanischen Saxofonisten Zim Ngqawana
Von Bert Noglik
Er zählt zu den unbesungenen Helden des südafrikanischen Jazz: der 2011 im Alter von 51 Jahren tragisch früh verstorbene Saxofonist, Flötist, Komponist und Bandleader Zim Ngqawana. Mit seinem Schaffen, gleichermaßen verwurzelt im Jazz und traditioneller Musik, wollte er einen Beitrag zu einer neuen afrikanischen Kultur leisten, was ihm vor allem mit groß angelegten Suiten auf eine originelle Weise gelungen ist. Der in Johannesburg Geborene studierte zunächst an südafrikanischen Universitäten und dann in den USA, unter anderem bei Max Roach, Archie Shepp und Yusef Lateef. Nach Südafrika zurückgekehrt, arbeitete er mit Hugh Masekela und Abdullah Ibrahim zusammen. Zu seinen eigenen Bands zählten „Zimology“, „Ingoma“ und das „Drums for Peace Orchestra“, das zur Amtseinführung von Nelson Mandela auftrat. Mit dem von ihm gegründeten „Zimology Institute“ widmete sich Zim Ngqawana der Ausbildung junger südafrikanischer Musiker, die ihn heute als eine Art Vaterfigur verehren.
Freitag, 24. März, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Session: A Celebration!
Music Unlimited 30 in Wels (1)
Am Mikrofon: Nina Polaschegg
Im November 2016 feierte das Festival „music unlimited“ in der oberösterreichischen Kleinstadt Wels sein 30. Jubiläum. Mit einem Programm, das sich wie immer hören lassen konnte. Highlights daraus sind nun auch in dieser und der kommenden NOWJazz Session zu hören. Unter anderem Musik von Otomo Yoshihide und Hiroshi Yamazaki, dem Trio Barcelona Series, Mats Gustafssons Nu-Ensemble, Magda Mayas im Trio mit Zeena Parkins und Carla Kihlstedt. Nicht zu vergessen: The Ex und ihre langjährigen äthiopischen musikalischen Weggefährten Fendika.
Samstag, 25. März, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Acht Seiten und 10 Cent
Die Geschichte des renommierten US-Jazzmagazins Down Beat
Von Tinka Koch
Die erste Ausgabe des Down Beats erschien 1934, war acht Seiten lang und kostete zehn Cent. Heute gehört das US-amerikanische Magazin zu den weltweit bekanntesten Jazz-Fachzeitschriften. Dabei stammte die Idee dazu nicht einmal von einem Journalisten, sondern von einem Versicherungsvertreter. Albert J. Lipschultz musste seine Erfindung zwar noch im Gründungsjahr 1934 wieder verkaufen, aber der Grundstein für die bis heute andauernde Geschichte des Blatts war gelegt worden. In dieser Sendung lassen wir die Anfangszeit des Magazins Revue passieren und erinnern an unvergessliche Interviews und herausragende Kritiken.
Dienstag, 28. März, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session. Aus dem Archiv: Just Like That
Das Volker Kriegel Quartet 1967 in Mainz
Am Mikrofon: Gerd Filtgen
Was für großartige Musik der Autor, Zeichner, Regisseur und Gitarrist Volker Kriegel in den 1960er Jahren einspielte, belegt einmal mehr der Auftritt seines Quartetts in Mainz. Kriegel hatte sich das Gitarrenspiel autodidaktisch beigebracht. Mit dieser Konzeption konnte er seine, von keiner musiktheoretischen Ausbildung getrübte Fantasie voll ausleben. Mit dem gleichen packenden Groove wie er Jazz Standards interpretierte, setzte er mitunter auch Pop-Themen ein. Seine Eigenkompositionen glänzten mit raffinierten thematischen Verschiebungen und Tempowechseln, die in spannender Dramaturgie die Abläufe dynamisierten.
Donnerstag, 30. März, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Ultramoderner Griot
Der Gitarrist Lionel Loueke aus Benin
Von Günther Huesmann
Lionel Loueke stammt aus dem westafrikanischen Benin. Sein Gitarrenspiel steht für einen neuen, ultramodernen afrikanischen Jazzsound, der ein tiefes Wissen der afrikanischen Roots mit einer umfassenden Kenntnis der amerikanischen Jazztradition verbindet. Im vergangenen Jahr war der Gitarrist, der seit 2001 in den USA lebt, Mitglied des SWR NEWJazz Meeting – „Sound Portraits From Contemporary Africa“. Loueke begann als Perkussionist, spielte dann Elektrobass in westafrikanischen Pop- und Highlife-Bands, bis er im Alter von 18 Jahren die Musik von George Benson und Tal Farlow entdeckte. Seine erste Gitarre musste er mit Fahrradbremskabeln bespannen, weil damals reguläre Saiten in seinem Heimatort im westafrikanischen Benin kaum verfügbar waren. Heute spielt er fest in den Bands von Herbie Hancock und Dave Holland In dieser Sendung erzählt Lionel Loueke, auf welche zum Teil abenteuerliche Weise er zur improvisierten Musik gefunden hat und wie er über die Stationen Elfenbeinküste, Paris, dem Berklee College of Music in Boston bis nach New York den Weg hinauf in den Gitarrenolymp des Gegenwarts-Jazz gefunden hat.
Freitag, 31. März, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Session: A Celebration!
Music Unlimited 30 in Wels (2)
Am Mikrofon: Harry Lachner
Dreißig Jahre „music unlimited“: Das Festival in der oberösterreichischen Stadt Wels ist längst schon eine international bekannte Institution für Musik, die ausgehend von der freien Improvisation bis in den Rockbereich reicht. Dieses Jubiläum nahmen die Veranstalter zum Anlass, Musiker und Musikerinnen aus 16 Nationen einzuladen. Darunter zahlreiche Improvisationskünstler, die in den vergangenen drei Jahrzehnten maßgeblich dazu beigetragen haben, den Ruf von Wels als einem Zentrum eines grenzenlosen musikalischen Denkens zu festigen. Die Ausschnitte aus einigen Konzerten des 30. Festivals zeigen, wie einvernehmlich die unterschiedlichsten musikalischen Konzepte nebeneinander existieren - und wie daraus ein spannender Einblick in aktuelle und durchaus kontrastive Tendenzen der Improvisationsmusik entsteht.
Fast alle Jazz-Sendungen von SWR2 können Sie als Audio on Demand im Internet 7 Tage online nachhören. Auf www.swr2.de/jazz finden Sie auch Musiklisten und weitere Informationen zum Programm.
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